Geldo

Ich erwarte nicht, dass ihr bei dem Namen sofort wisst, um was für einen besonderen Ort es sich handelt. Wir sind auch nur per Zufall auf eine Information zu ihm gestoßen, dabei liegt er nur wenige Kilometer von Altura entfernt.

Geldo hat immerhin 651 Einwohner. Die ältesten Funde stammen aus der Bronzezeit. Die ältesten städtebaulichen Reste stammen aus der Zeit der Mauren. Im Mittelalter bekam der Ort sogar das Stadtrecht. Von Bedeutung für den Ort ist die Zucht von Schnecken und die Produktion von Olivenöl.

Anlässlich des Kunstfestivals ImaginArte wurde viele Hauswände bemalt, was in den darauf folgenden Jahren fortgesetzt wurde. Bei einem Spaziergang durch den Ort findet man immer wieder interessante Bilder. Hier kann ich wieder nur einen ganz kleinen Ausschnitt von meinen Fotos zeigen.

Am Ende unseres Rundgangs besuchten wir eine Bar und studierten die Tapas-Karte. Als besonders schmackhaft erwiesen sich die kleinen Muscheln, die die Italiener Vongele nennen. Die Wetter App kündigte für den Nachmittag Regen an. So kamen uns auch auf der Heimfahrt sehr dunkle Wolken entgegen, die sich mit ihre Fracht noch zurück hielten bis wir im Wohnmobil ankamen.

Via Verde de los Ojos Negros

Wir sind hier, weil wir diesen Fahrradweg fahren wollten. Der Weg führt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse, die an wenigen Stellen durch neuere Baumaßnahmen unterbrochen ist. So beginnt sie für uns mehr oder weniger in oder direkt neben einem Wasserbecken.

So ist der Weg im Stadtgebiet von Altura pflegebedürftig, danach aber ganz passabel. Der Weg ist breit genug für 2 Fahrräder neben einander, wobei dann einer auf Asphalt fahren darf und der andere auf Naturboden. Wir fuhren meist hinter einander, um sich jeweils die bessere Spur aussuchen zu können.

Auf der Hinfahrt heute Morgen erinnerte die Menge an Personen auf dem Weg der Strandpromenade von Nizza, wo jeder sehen oder gesehen werden will. Mit der Klingel am Lenker konnten wir uns etwas Platz schaffen. Nach den ersten 10 km wurde es dann deutlich ruhiger, aber immer noch begegneten uns Langstreckenfahrer und Sportradfahrer so wie einzelne Wanderer.

Der Weg zieht sich gemächlich das Tal hinauf, manchmal gab es tiefe Einschnitte in einen Hügel, aber auch längere Tunnelabschnitte. Da zwischen befanden sich Dämme und Viadukte, aber auch mal ging es ganz einfach über das Land. Es blühte reichlich überall und da drüber hinaus hatten wir interessante Ausblicke ins Land.

Bei einem großen Viadukt machten wir Schluss bzw. Kehrt. Die Sonne setzte uns zu. Seit gestern scheint sie gnadenlos, so wie wir es eigentlich erwartet hatten. Neben uns existiert noch ein weiteres Eisenbahn-Viadukt. Die Strecke sieht recht gut erhalten aus, nur sahen wir keinen Zug, obwohl die beiden Strecken über ein längeres Stück parallel verliefen.

Einer der Orte, durch die wir kamen, war Jérica. Hier saß der ganze Ort draußen in Bars und sonstigen Lokalen. Hier etwas zu essen zu bekommen, war schwierig, so ergriffen wir die Chance an der Straße einen Falaffel bzw. Kebab zu bekommen. Nun sind wir wieder eine Erfahrung reicher und zügig fuhren wir zurück nach Altura.

Altura

Schon gestern Abend war es sehr unruhig auf dem Campingplatz. Die Dauercamper kamen einer nach dem anderen und es wurde lang in die Nacht hinein palavert. Gut, dass wir für heute die Weiterfahrt geplant hatten. Die Fahrt verlief problemlos.

Altura liegt etwas von der Küste entfernt auf der Höhe von Sagunt in einem Tal und das Beste ist, von hier kann man in 2 Richtungen auf der Via Verde de Ojos Negros fahren. Insgesamt sind es 160 km zwischen Teruel und der Küste.

Bei der Ankunft hier eröffnete uns der Platzwart, dass er ausgebucht sei. Zum Glück erinnerte er sich an meinen Anruf und so bekamen wir noch ein Eckstück. Die Ausstattung ist neu und sehr komfortabel.

Da es gegen Mittag war, fuhren wir noch in den Ort etwas einkaufen und ein Restaurant. Recht unscheinbar mit schmaler Fassade hätten wir es übersehen, wenn die Dame des Tourist Office uns nicht darauf hin gewiesen hätte. Als Appetitanreger gab es Knusprigen Blätterteig mit Oster-Wurst-Perlen (nach Google), erste Vorspeise: Blumenkohlkrapfen mit Sirachamayonaise und hausgemachtem BBQ, zweite Vorspeise: Zucchinicreme mit knusprigen Schinkenchips, zum satt werden dann Tagliatelle mit Schweinefiletstreifen und einen Nachtisch + Kaffee solo.

Der Ort bietet nicht all zu viel. Die Kirche war schon zurecht gemacht für die Osterprozession. Die Gassen des Städtchens sind eng, aber sauber und das eine oder andere Haus fällt aus dem Rahmen, vor allem die Playmobil-Burg.

Küstenfahrt nach Alcossebre und weiter

Mögliches Ziel war Peniscola, aber bis dort hin war der Weg, eine Wild-West-Piste so schlecht, dass ich sie „für wagemutige Mountainbyki-Freeks“ einstufen möchte. Die ersten Kilometer kannten wir ja schon.

In Alcossebre mussten wir die Promenade entlang die Fahrräder schieben, so viel war da los. Bis jetzt hatten sich immer nur einzelne Wagemutige an den Strand getraut, aber heute herrschte reges Strandleben.

Außerhalb des Ortes hörte die Straße praktisch auf, da dort in den Büschen noch 2 Campingplätze liegen sollten, herrschte dennoch reger Fahrbetrieb. Immerhin fand ich noch diese 2 Blümchen, dann kehrten wir um.

Da es langsam auf spanische Mittagszeit zuging, suchten wir außerhalb des großen Trubels nach einem Lokal. Äußerlich eine Strandbar, ließ eine umfangreiche Speisekarte (auch auf Deutsch), uns anhalten. Ein Platz war schnell gefunden und die Speisekarte bot uns eine Combi an: Sardellen, Tintenfisch, Kartoffeln und einen Liter Sangria. Wie das Foto zeigt, war es so schlecht nicht.

Die Heimfahrt bereitete wegen dem Liter Sangria kleine Probleme. Jetzt weiß ich endlich, warum sich manche Personen im Auto noch relativ sicher vorkommen. Auf dem Fahrradsattel ging es recht gut, bloß nicht absteigen und zu Fuß gehen. Um es gleich zu sagen, wir sind gut angekommen, die Betten waren bereit und jetzt nach einem Kaffee gelingt das Tippen auf der Tastatur als wäre nie etwas gewesen. – Oben noch 2 Bilder von unserer gestrigen Exkursion.

Torreblanca – Streetart

Nach der längeren Tour gestern haben wir uns für heute vorgenommen nur in den nächsten Ort zum Einkaufen zu fahren und die Streetartbilder an zu schauen. Wobei letzteres in Arbeit ausartete, denn nach dem Faltblatt des Office Touristik gibt es über 50 offiziell gemeldete Kunstwerke.

Die Gemeinde veranstaltet anlässlich des Zitronenfestes seit Jahren Mal-Events. Dann kommt mit der Zeit einiges zusammen. An Hand eines Plans sind wir viele der Bilder angefahren, wobei das Einbahnstraßensystem es einem nicht einfach macht, dort hin zu gelangen, wohin man nach Plan möchte.

Außerdem waren bereits einige Straßen gesperrt, um die Vorbereitungen für Ostern durch zu führen. Außer den Bildern gefielen uns etliche Häuser, die dem Jugendstil zu zu rechnen sind. Da der Tourismus vor allem am Strand, also in Torrenostra zu finden ist, macht Torreblanca einen ganz normalen Eindruck, ruhig, sauber mit guten Einkaufsmöglichkeiten.

Die Streetartbilder sind ein besonderer Hingucker, die besten befinden sich an Fassaden, die man gut auch von größerer Entfernung entdecken kann und so das Stadtbild mit prägen.

Orpesa/Oropesa del Mar

Das ist als würde Crailsheim und Cralse auf jedem Ortsschild stehen. Auf jeden Fall, da sind wir heute hin gefahren. Vom Campingplatz geht es gleich auf den E8 und mit ihm umfahren wir ein Naturschutzgebiet. Besonderes konnten wir dabei nicht entdecken. Dort wo Landwirtschaft erlaubt ist, stehen vor allem Orangenbäume. Bei einem Hof kauften wir ein, das Kilo Orangen für 90 Cent.

Bei Torre de la Sal kamen wir wieder an den Strand. Eine kleine sehr gepflegte Promenade und aufwendig gepflegte Vorgärten luden uns zu einem Kaffee ein. Im Anschluss daran mussten wir zuerst unseren Weg durch Baustellen suchen. Aber dann wurde es bombastisch.

Torre de la Sal

Hochhäuser, Freizeitpark und weiteres touristische Angebote gibt es zu Hauff. Die optische Darstellung der Campingplätze erinnerte stark an Jurassic Park. Gefallen haben uns die Mosaike, die überall auf Bänken und Mäuerchen zu finden waren.

Das Zentrum fanden wir nicht, dafür waren wir plötzlich auf einer Via Verde, die von Orpesa nach Süden am Meer entlang führte. Da war vielleicht was los, Fahrradfahren war auf der breiten Trasse echt schwierig.

Für uns hieß es aber Kehrt machen und wir fanden in einer Nebenstraße ein Restaurant, wo wir um 13 Uhr schon etwas zu essen bekamen. Das Mittagsmenue für 14€, Salat, Getränke, Vor- und Hauptspeise und Nachtisch. Der Kaffee solo ging extra, 1,20€ die Tasse. Die Vorspeise war ein vollständiges Essen, so ließen wir uns das Hauptgericht einpacken, war für den Deutsch sprechenden Kellner kein Problem.

Häuserzeile gegenüber dem Lokal

In Orpesa möchte ich keinen Urlaub verbringen, aber der Ausflug, der war es wert.

Torrenostra

Es war ja gar nicht weit und so fuhren wir über die Landstraße nach Torrenostra. Der Ort liegt abseits der Durchgangsstraßen am Meer und weist einen schönen Sandstrand auf. Der Campingplatz liegt direkt am Europa-Fahrradweg Nr. 8. Nachdem auf dem letzten Campingplatz schon vor-österlicher Trubel herrschte, ist es hier noch sehr ruhig und es gibt auch viel Platz. Die Sanitäreinrichtungen sind ordentlich, der Pool ist zum ersten Mal eingelassen, Restaurant und Minimarkt sind geöffnet und das für nur 17€ am Tag.

Während unserer ersten Tour entlang der Promenade entdeckten wir einige nette Geschäfte und einigen Trubel in den Restaurants, die Appartements haben aber noch herunter gelassene Rollos. Auf der anderen Seite sahen wir schon die ersten Badegäste im Meer.

Natternkopfart und Drüsenginster

Wir fuhren der Küste entlang weiter nach Norden. Da gibt es einzelne Ruinen zu bestaunen, mehr oder weniger gut versteckt sahen wir Wohnmobile stehen. Entlang der Straße gab es viel unberührte Natur, das bedeutete, dass ich viele blühenden Pflanzen entdecken konnte.

Wir kamen auch durch ein nun trockenes Flussbett. Hier hatte es letzten November ziemlich getobt und das Flüsschen war über die Ufer getreten und hat große Mengen an Geröll und Äste mit gerissen. Die Furte waren danach durch eine größere Ablagerungen unpassierbar. Das ist jetzt behoben, aber man sieht noch deutlich die Folgen des Unwetters.

Die Küste hier ist sehr unterschiedlich, so kamen wir an grobem Kiesstrand vorbei und nicht all zu weit weg reichten die Felsen bis ans Wasser. Weitere Fahrradwege durchziehen die Landschaft und wir freuen uns schon auf die nächsten Tage.

Via Verde de la Val de Zafan

Fragt mich nicht zur Bedeutung des Namens. Es handelt sich auf jeden Fall um den Ebro-Radweg, der von Tortosa etwa 95 km weit das Ebrotal hinauf führt.

Tortosa und Ebro

Mit dem Wohnmobil sind wir zu unserem Startplatz in Tortosa gefahren. Am Parkplatz fanden wir das erste Schild zur Via Verde, Weiter stadteinwärts fuhren wir über die ehemalige Eisenbahnbrücke, um auf das rechte Ebro-Ufer zu kommen. Danach führte uns der Weg in einer großen Kurve um den Ort herum. Der Weg ist hier breit und beleuchtet. Außerhalb der Ortschaft fuhren wir parallel zu einem Bewässerungskanal und dem Ebro. Die Steigung ist kaum bemerkbar,

Nach etwa 10 km erreichten wir den Bahnhof Aldover, der nun ein Café samt Bar aufweist. Ein schöner Platz, wenn man das städtische Umfeld verlassen hat. Außerdem kann man die Leute beobachten, die alle in der einen oder anderen Richtung den Fahrradweg bevölkern.

Danach steigt die Strecke etwas mehr an und es reihen sich (wenn ich richtig mitgezählt habe) 11 Tunnel unterschiedlicher Länge aneinander. Die Längeren sind meist beleuchtet. Der längste aber nicht, da hat sich eine Radfahrerin aus der Schweiz sich dankbar an uns angehängt, um so eine gewisse Orientierung im Tunnel zu haben, der natürlich auch um die Kurve ging.

An der Station Benifallet ließen wir es für heute genug sein. Es war Mittagszeit und hungrig waren wir auch. Gut gestärkt lief es flott zum Wohnmobil zurück. Es gab auch ein paar kurze Stücke, die herausfordernd waren, so fehlen 2 Brücken, die wir umfahren mussten, runter und wieder hinauf zum Bahndamm und eine Straßenunterführung, die bei Regenwetter nicht zu meistern ist. Einkaufen im Mercadore und tanken zu 128,9€, damit sind wir für die morgige Weiterfahrt gerüstet.

Fahrradweg Deltebre-Tortosa

Auf unserer letzten Fahrt kamen wir zu einen schön gestalteten Fahrradweg der in Deltebre entlang des Ebro entlang lief. Den wollten wir weiter flussauf erkunden. Der Start war gut, nur hörte der Weg am Ende von Deltebre auf und ging in einen ruppigen Feldweg über, damit war auch keine Beschriftung mehr zu entdecken.

Amposta

Kontrolliert mit der Smartphone-App waren wir richtig, also in die Pedale getreten. Nach gut 10 km erreichten wir das auf der anderen Flussseite gelegene Amposta. An der Markthalle fanden wir ein Café und danach schloss sich ein Gang durch die Markthalle ein. Das Auffinden des Office Touristico stellte sich als schwierig heraus. Als wir es gefunden hatten, hatte es geschlossen.

Amposta

Also zurück über die Brücke und auf den nun einwandfreien Fahrradweg. Mit Unterstützung durch den Wind flitzten wir auf Tortosa zu. Neben uns führte ein Bewässerungskanal und viele Gemüsefelder. Kurz vor Tortosa führte man uns durch ein älteres Industriegebiet. Da die Straße nur einspurig war, war es oft eine enge Geschichte.

In Tortosa an der Ebrobrücke standen etliche Wohnmobile, deren Besitzer wohl von hier auf den Fahrradweg gestartet waren. Wir waren vor allem hungrig, hier unsere Vorspeisen zu einem 15€ 3-Gänge-Menue.

Gut gestärkt machten wir uns auf den Rückweg. Ab Amposta nahmen wir den Fahrradweg rechts des Ebro, der viel schöner zu befahren ist wie der Hinweg. Immer wieder gab es Halteplätze mit Fahrradständern und Bänken und Blick auf den Fluss.

Bei Deltebre nahmen wir die Brücke, die ist so breit, dass sie auch Platz für Fahrräder und Liegestühle hat. Nach über 60 km waren wir froh am Wohnmobil angelangt zu sein. Hier wurden die Räder schnell eingeladen und heim ging es zum Campingplatz. Morgen ist ganztägig Ausruhen angesagt.

Im Ebro-Delta

Unser momentane Campingplatz liegt am Rande dieser Ebene. Gleich da hinter fängt das Naturschutzgebiet an. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad darf man hinein. Etliche Wege erleichtern das Erreichen von besonderen Aussichtspunkten.

Das Gebiet ist zum Einen durch Kanäle durchzogen, das Naturschutzgebiet dagegen mit Teichen. Bekannt ist das Gebiet durch das ganzjährige Vorkommen von Vögeln und einigen besonderen Pflanzen. Der Silberreiher war der Erste, der uns begrüßt hat.

Entlang der Wege fanden wir den blass violett blühenden Strauchstrandflieder und das gelb blühende behaarte Spatzenzunge, die in Tunesien heimisch sein soll. Wir fuhren quer über das Delta zum Hauptort Deltebre. Dabei kamen wir an diesem edlen Schwein vorbei.

Kein Wunder also, dass wir heute mal auf Fleisch verzichtet haben und wir uns am Ufer des Ebro eine Meeresfrüchte-Paella schmecken ließen.

Zurück benutzten wir die App von Osmand, die uns einen Weg nach Hause abseits der Haupt-und Landstraßen führte. Ein Stopp legten wir bei dieser Skulptur ein. Die eine Figur leuchtete von innen heraus, da sie von der Sonnen beschienen war. Die Figuren fühlten sich sandig an, wie sie auch aus dem Sand heraus gewachsen erschienen.

Auch auf der Rückfahrt konnten wir viele Vögel beobachten (hier der braune Sichler), auch in den Gräben, die zu den Feldern führten. Das Delta besteht aus 75% aus Ackerland. Hier wird Reis und Artischocken z.B. angebaut.