
Endlich fühlte ich mich wieder so gut, dass wir uns die Weiterfahrt quer durch die Voralpen zugetraut haben.
Dazu möchte ich noch erzählen, dass die hier abgebildete Osterluzei der Übeltäter für meine fast 6 tätige Auszeit ist. Dank meiner Schwester, die mir den Namen und die Giftigkeit der Pflanze mitgeteilt hat, danach hat es aber immer noch gedauert, bis ich zur Erkenntnis kam, dass ich beim Abreißen der Pflanze überrascht von dem vielen Saft war, der mir über die Finger lief. Irgend wie muss mir davon ein wenig an die Lippen gekommen sein.
Also bitte, wenn man etwas nicht sicher kennt, nur fotografieren! Meine Vergiftung war heftig und ich konnte 5 Tage so gut wie nicht zu mit nehmen.

In den Tälern die wir durchfuhren wird viel Obst und Gemüse angeboten. An den Straßen findet man immer wieder große Stände, die zudem Produkte der Region anbieten. Heute befand sich da auch ein Imbiss mit 2 Plat-du-Jour (Tagesessen) für je 8 €. Wir nahmen Hackfleisch im Rindermantel mit viel Gemüse und etwas Tagliatelle. Das war so gut.

Nachdem unser letzter Campingplatz fast ausgebucht war, sind wir hier zu viert. Alles ist bestens eingerichtet, das W-Lan frei und am Platz zu empfangen. Nach einer kurzen Pause meinte der Wettergott, wir sollten wenigstens mal ins Städtchen fahren. 2 km leicht bergauf, am Bahnhof vorbei erreichten wir einen großen Platz mit etlichen Lokalen drum herum, zentral das Rathaus.

Zeit für ein typisches französisches Getränk. Menthe-a-l´eau oder für mich Grenadine-à-l´eau. Das stillt den Durst, da man zum entsprechendem Sirup meist eine Karaffe Wasser erhält. Kinder werden es mögen, Erwachsene gießen das Wasser vorsichtig über den Sirup, ohne danach zu rühren. Das ist sehr preiswert, wenn man nicht statt der Karaffe Wasser sich eine Flasche Vittel bringen lässt. Übrigens kann man fast immer das Leitungswasser gut trinken.
Von hier aus hat man auch einen guten Blick auf die Altstadt (s. Titelbild). Nein, heraus geputzt ist sie nicht, eher sehr authentisch. Inder Kirche machten wir dann doch eine besondere Entdeckung: In einer Kapellennische steht eine etwa 3-4 m große Krippenszene, deren Teile sich für 1 € zum Teil in Bewegung setzen. Es an die hundert Figuren sein, in einheimischen Trachten, die hiesigen Berufe zeigend, selbst eine Eisenbahn dreht eine Runde. Ob das in eine Kirche gehört, mag jeder für sich entscheiden.


