Das ist so etwas, was man für den Urlaub nicht einplant und hofft, dass alles gut geht. Bei mir war es wohl der Belag einer Pizza, der mir seit 5 Tagen erhebliche Probleme bereitet. Alle Hausmittel haben nicht geholfen und mein Kreislauf ging immer mehr den Bach hinunter. Also ging Gudrun zur Campingplatz-Reception.

Man kümmerte sich gleich, um Arzt und Termin, den wir dann nicht brauchten, den Termin. Ein Taxi brachte uns vor die Haustüre der Praxis. Die Tür stand offen und eine Frau wartete auf dem Gang, sie erklärte uns wir sollten Klingeln und im Wartezimmer warten. Es war sehr einfach eingerichtet. Masken tragen war nicht nötig.

Bald wurden wir vom Doktor persönlich ins Sprechzimmer gebeten. Mein bisschen Französisch reichte aus, um ihm mein Problem zu erklären. Ich bin sicher, dass er auch genug Englisch beherrscht, um sich verständlich zu machen. Einige Untersuchungen, die er durchführte, ließen ihn darauf schließen, dass wohl der Übeltäter die Pizza war und gab uns ein Medikament mit.
Dann entschuldigte er sich, dass es in Frankreich üblich ist, dass man den Arzt direkt bezahlt und stellte uns eine Rechnung über 25 € aus. Dann erklärte er uns noch, wo die nächste Apotheke ist und wir waren entlassen. Zu dem Arzt würde ich jeder Zeit wieder gehen, auch wenn die Ausstattung nicht die modernste war. Keine Sprechstundenhilfe zu sehen war, wohl auch nicht existiert.

Wir jammern über die hohen Krankenkassegebühren, dabei liegt vieles an unserem Anspruchsniveau. Vielleicht auch gefördert von der Industrie und den Ärzteverbänden. Denn es geht ja auch hier wie überall ums Geld, weniger um den Patienten. Der Arztbesuch hat uns gezeigt, dass man meine Angst vor einem Arztbesuch in Frankreich haben muss. Hier wird einem kompetent und unbürokratisch geholfen.