Fahrt nach Jarmen

Die Nacht war total ruhig. Man muss schon von selber aufwachen, weder Tauben noch Hähne, keine Autos oder sonstige Laute stören einen. Die Sonne hat es dann geschafft uns aus den Betten zu schmeißen.

Loitz

Als wir dann fertig waren, ging es mittels einer Klappbrücke über die Peene. Die ist in Berieb und gestern konnte ich beobachten, wie die Brücke geöffnet wurde, um ein Hausboot passieren zu lassen. Da sitzt ein Wohnwürfel auf 2 Schwimmkörpern, die von einem kleinen Außenborder angetrieben werden. Hier in Loitz gibt es einen Hafen und die Möglichkeit sie zu mieten.

Heute ging es auf kleinen Landstraßen bzw. Feldwegen Peene abwärts, also nach Osten. Als am Straßenrand ein Hinweisschild zum Teufelsstein wies, sind wir dort hin abgebogen. Ein recht großer Findling, der von den Bauern nicht weg geräumt werden konnten, lag in einer Kule, umgeben von einer Bank, einem Wild-Beobachtungsstand und etlichen Steinen, die die Bauern aus dem Feld geklaubt hatten.

Von Jarmen gibt es nicht viel zu erzählen. Es gibt vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, ein Restaurant, das auch an einem Montag geöffnet hat. Der Ort liegt nicht direkt an der Peene. Ein Pier mit Lagerhäusern befindet sich unterhalb an der Brücke.


Den weiteren Weg haben wir uns selber zusammen gesetzt, dafür war er ziemlich herausfordernd: Immer mal wieder stießen wir auf Kopfsteinpflaster oder Betonplatten mit unsanften Stößen zwischen ihnen. Interessant bemalt war da noch eine Trafostation.

In Loitz werden im Moment drei Wandflächen bemalt. Ich war gestern Nachmittag schon mal hier, da war noch nichts zu sehen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Es werden Tiere aus dem nahen Naturschutzgebiet abgebildet.

Angoulême

Im Laufe des Vormittags klarte es immer mehr auf und ich holte die Fahrräder heraus. Der Campingplatz liegt neben einem Naherholungszentrums, dem Plan d´eau. Trotz des unsicheren Wetters waren viele Menschen auf den Wegen um den See anzutreffen. Hier waren die Wege zum Teil asphaltiert, etwas weiter die Charente entlang in Richtung der Stadt waren sie nur noch gesandet. Der war ein mal hart, nun, nach dem vielen Regen war er stellenweise weich.

Ein Teil der Charente wird in einen Kanal geleitet, der zum Wildwasserfahren genutzt wird. Es fand ein Wettkampf statt, dem wir eine Weile zuschauten. Hier eine Scene aus dem Training.

Dann ging es für uns weiter in die Stadt. Der Niveauunterschied zwischen der Charente und dem Weg sehr gering und stellenweise mussten wir mitten durch große Pfützen fahren. Absteigen wäre da nicht so gut gewesen. Jogger schlappten mutig am Rande durch tiefen Matsch, aber kaum jemand drehte um. Allem zum Trotz kamen wir gut in der Stadt an.

Am Comic-Museum vorbei fuhren wir hinauf in die Altstadt. Hier befinden sich die meisten Street-Art Kunstwerke an den Wänden. Wir hatten zum Glück einen Plan dabei auf dem die Sehenswürdigkeiten verzeichnet waren. Wir mussten nur die richtigen Straßen finden. Verzeichnet sind aber nur die Bilder, die offiziell von der Stadt in Auftrag gegeben worden sind.

Daneben gibt es noch viele städtische Mülleimer, Trafokästen und nicht zuletzt die heimlich angebrachten kleinformatigen Bilder. Die zu finden ist eine besondere Herausforderung.

Schön fanden wir, dass ziemlich konsequent leere Schaufensterscheiben durch Bilder verschönert wurden. Einige Läden ließen Bilder auf die Scheiben zu Werbezwecken malen. Wobei die historische Bausubstanz, vor allem die Kirchen auch unsere Aufmerksamkeit geschenkt bekam.

Auf dem Rückweg fuhren wir noch am Boulodrom vorbei, wo seit gestern Wettkämpfe ausgetragen wurden. Für mich überraschend spielten etliche Kinder und Jugendliche in ihren Altersgruppen mit großem Eifer mit.

Laredo

Hervorgehoben

Uns wurde der ACSI-Campingplatz in Laredo empfohlen. Wie sich heraus stellte, besitzt er einwandfreie Sanitäreinrichtungen, Restaurant und Supermarkt und sehr gepflegte Plätze. Ja, man steht hier einer neben dem anderen, die letzte Nacht war es trotzdem sehr ruhig.

Der Campingplatz liegt am westlichen Ende des etwa 6 km langen Sandstrandes und Promenade, die über die ganze Länge von Appartement-Wohnhäusern gesäumt wird. Der Strand besteht aus traumhaft weichen hellgelben Sand.

Einige Dünen hat der Wind aufgetürmt, aber meistens sind die Dünen von vielen Blütenpflanzen, Gräsern und Sträuchern bewachsen. Im Westen begrenzt der Rio de Treto, der in die Bucht fließt den Strand. Hier gibt es eine kleine Fähre für Wanderer auf dem Jakobsweg, der sie nach Santoña übersetzt.

Auf der anderen Seite ist es der Hafen, der in einen Fischereihafen und einen Vergnügungshafen unterteilt ist. Auf dieser Seite erhebt sich ein großer Felsen, den man durch einen Tunnel von der Altstadt zu einer Felsenbucht durchbohrt hat.

An den Felsen lehnt sich die Altstadt mit engen Gassen, kleinen Läden, Bars und Restaurants. Der Markt wurde zur Zeit des Jugendstils gebaut und auch sonst gibt es interessante Gebäude.

Leider verschandeln einige alte Bauruinen den Gesamteindruck. An den verschiedensten Stellen entdeckten wir Streetart-Kunstwerke. Zum Teil sind sie schon älter und Wind und Wetter machen sich an ihnen zu schaffen.