Bernburg – Calbe

Schon die Nacht war sehr mild und heute Morgen war es ein Problem das Richtige anzuziehen. Hauptsache, man konnte im Laufe des Tages etwas ausziehen. Bei strahlend blauem Himmel ging es zuerst quer durch Bernburg hindurch, an der imposanten Sodafabrik Solway vorbei und dann immer an der Saale entlang.

Calbe Marktplatz

Vor allem Büsche säumten den Asphaltweg. Wilde Mirabellen lagen in verschiedenen Farben wie gesät auf dem Weg und im Gras. Sie waren aber ziemlich sauer, deswegen werden sie von den Menschen nicht geerntet. Die Tiere werden sich freuen.

Nach etwa 20 Kilometern erreichten wir Calbe. Die Hauptstraße wird von hübschen Häusern gesäumt. Beim Essen klagte die Dame am Nebentisch, dass in den Nebengassen so ziemlich alles leer steht. Die AfD will ja die Menschen dort hin wieder zurück holen, nur wer will dort leben? Arbeitsplätze gibt es auch wenig. Auf dem Markt standen wenige bei den Ständen, nur der Fastfoodanbieter hatte gut zu tun. Wir aßen gut beim Griechen, Mittagessen für 12€ incl. Schnaps und Salat vom Büfett.

Nienburg / Bode

Auf dem Rückweg machten wir einen kurzen Abstecher nach Nienburg. Bleibend in Erinnerung bleibt uns wohl das Kopfsteinpflaster, ein Grund nie wieder dort hin zu fahren, obwohl, die Eisdiele war den Abstecher wert. Gegenüber steht auf dem Feuerwehrgebäude ein lustiger Glockenturm, weiter unten eine Klosterkirche, in die man nicht hinein durfte.

Also vorsichtig über das Kopfsteinpflaster auf den Saaleradweg und heim. Beim REWE haben wir noch unseren Biowein vom EBERL bekommen und jetzt schwitzen wir noch ein Weilchen. Heute Abend soll es dann Gewitterschauern geben.

Bernburg

Weit sind wir nicht gekommen, aber bei dem schönen Wetter wollten wir nicht länger als nötig im Wohnmobil sitzen. Wir fuhren Saale abwärts. Bernburg ist eine Handelsstadt, die auch von größeren Schiffen über die Elbe erreicht werden kann. Der Campingplatz gehört zu einem Fluss-Wander-Verein und liegt am Stadtrand von Bernburg. Er ist so beliebt, dass wir mit dem letzten freien Platz vorlieb nehmen mussten.

Nach der Installation unseres Fahrzeugs bestiegen wir unsere Räder und fuhren das kurze Stück bis in den Ort. Immer wieder gab es was zu sehen oder zu beobachten, vor allem das Schloss. Im 13. Jahrhundert begann die Bautätigkeit mit einer Burg von der der sogenannte Eulenspiegelturm zeugt. So wohl in der Gotik wie auch dem Barock wurden Gebäude hinzu gefügt.

Die neuesten Gebäude stammen aus dem beginnenden 20. Jahrhundert. Dieses Durcheinander von Stilen lässt sich vom Schlosshof gut erkennen. Vieles ist in einem Zustand, der eine aufwändige Renovierung notwendig erscheinen lässt. Direkt am Eingang wurde das krumme Haus erneuert und in ein heimatgeschichtliches Museum umgebaut.

Von den Dinosauriern über den Bergbau im Mittelalter bis zur DDR finden sich interessante Exponate. Danach wollten wir noch die Stadt auf der anderen Saaleseite besichtigen. Es gibt auch dort interessante Gebäude, aber das Kopfsteinpflaster machte uns und den Fahrrädern zu schaffen. Geschichte ist ja schön und gut, aber an einigen Stellen sollte man mit der Zeit gehen oder die Touristen bleiben aus.

Till Eulenspiegel trifft man überall im Ort an, der wird heftig vermarktet. Heute scheint ihm niemand mehr seine Streiche übel zu nehmen, obwohl er sich gerade in Berneburg einige geleistet hat. Was noch zu erwähnen bleibt, der Saalradweg führt direkt am Campingplatz vorbei.

Weissenfels

Heute fahren wir die Saale abwärts. Der Weg ist gut ausgebaut und mal ohne größere Steigungen. Oft fließt die Saale direkt neben uns. Auf der anderen Seite breiten sich weite Felder aus oder am Prallhang ein dichter Wald.

Schönburg

Schönburg war uns ein paar Aufnahmen wert, dann ging es weiter. Kurz darauf kamen wir zu einer Schleuse. Von nun an ist die Saale auch für größere Boote schiffbar. Die Paddelboote werden von Motorbooten abgelöst.

Weissenfels ist recht nett von Ufer aus. Die Innenstadt ist gepflegt, nur ist der Leerstand in den Häusern oft zu sehen. Noch manches ist zu restaurieren, aber wofür, wenn die Menschen fehlen. Bei einen sehr guten „Italiener“ waren mit unserem gerade mal 2 Tische besetzt.

Der Stadtbrunnen zeigt markante Punkte der Weissenfelser Geschichte, wie oben die Schuhmacherin. Am „Kulturbahnhof“ vorbei fuhren wir eine Alternativroute zurück, die war leider lückenhaft ausgeschildert, so dass wir immer mal wieder einen Blick auf die Karte werfen mussten.

Zurück in Naumburg fuhren wir noch über den Markt, um uns diesen Teil der Stadt anzusehen. Hier war einiges los. Aufgefallen sind uns die seltsamen Rundbögen auf Höhe der Dächer bei einigen Gebäuden am Markt. Nach 50 km waren wir wieder am Campingplatz. Hier ist nun recht viel los. Es wird Zeit weiter zu ziehen.

Rudelsburg

Nach einem heftigen Unwetter in der Nacht war es heute morgen wieder wärmer und wir beschlossen den Saale-Radweg aufwärts anzugehen. Vom Campingplatz führte der Weg zuerst durch eine mit großen Bäumen bestandene Wiese entlang der Saale.

Hier sahen wir auch eine der Wehre, die die Saale von mal zu mal aufstauen. Vor und da hinter gibt es gepflasterte Rampen um die Kanus aus- und einzusetzen. Kurz darauf erreichten wir Bad Kösen. Der Kurort besitzt ein großes Gradierwerk. Die Sole wird aus dem Boden hoch gepumpt. Der Antrieb ist nach wie vor ein Wasserrad in der Saale. Von dort führt ein pendelndes Gestänge den Berg hinauf zum Brunnen. (s. Foto)

Weiter ging es einen Waldweg. Bis zu einem Campingplatz war er gut ausgebaut. Dann ging er aber steil bergauf und war nur noch geschottert. Das Unwetter von letzter Nacht hatte dem Weg weiter zu gesetzt. Den halben Weg hinauf mussten wir schieben. Nach etwa 100 Höhenmetern erreichten wir die Rudelsburg.

Im Burghof hat man ein Lokal eingerichtet, in dem wir gut gegessen haben. Den Flammkuchen mit Pfifferlingen kann ich empfehlen. – Von hier konnten wir auf einem asphaltierten Weg hinunter zur Saale fahren. Das reichte uns für heute und so kehrten wir um, nahmen aber statt dem steilen Weg die Landstraße bis Bad Kösen.

Blick ins Saaletal