Meran war keine Reise wert

Vom Campingplatz ging es gleich am Schloss Goldrain vorbei. Gegenwärtig wird es als Bildungseinrichtung, vor allem für die Erwachsenen Weiterbildung genutzt. Neben den von den Bildungsreferentinnen entwickelten Kursen, Lehrgängen und Seminaren gibt es für Betriebe und Vereinigungen die Möglichkeit, Räume im Schloss für Tagungen zu mieten.

Schloss Goldrain

Kurz darauf wurde es an der Etsch eng und der Bach toste neben uns ins Tal. Der Weg lies sich auch hier gut befahren. Insgesamt war sehr viel los auf dem Fahrradweg, von Rennradfahrern bis hin zu Schulklassen und Busbesatzungen.

Ein besonderer Leckerbissen sind am Schluss die 7 Kehren hinunter ins Tal. Man sieht Meran da unten liegen, rechts die Brauerei an der bestimmt schon jeder mal vorbei gefahren ist. Dann unten auf der Talsohle einmal die Schnellstraße unterqueren und man ist eigentlich schon mitten drin im Ort und all den Besuchern.

Neben den von den Bildungsreferentinnen entwickelten Kursen, Lehrgängen und Seminaren gibt es für Betriebe und Vereinigungen die Möglichkeit, Räume im Schloss für Tagungen zu mieten.

Unter die Besucher mischen sich auch solche Personen, die es auf sie oder deren Hab und Gut abgesehen haben. Vor einer Kreuzung drängelte sich jemand an die rechte Seite von Gudruns Fahrrad, beim Anfahren hörte sie ein Geräusch und als sie sich nach der Kreuzung umsah, war der Sicherungsgurt am Korb gelöst und ihr Rucksack mit allem, was eine Frau so braucht weg.

Wo ist hier die nächste Gendarmerie? Da wurde uns schnell geholfen, man hatte auch schon den notwendigen Vordruck auf Deutsch dort liegen. Irgend wann hatten wir eine Kopie der Diebstahlsaufnahme in den Händen. Bankkarte sperren ohne Handy war sofort auch nicht möglich.

Partschins

Also zum Bahnhof, um den nächsten Zug zurück zum Campingplatz zu nehmen, doch da gibt es Probleme mit den Zügen. Wann der nächste fährt steht in den Sternen und der Ersatzbus nimmt keine Fahrräder. Also zurück geradelt, irgend wann überholte uns ein leerer Triebwagen, na, danke auch schön!
Ein Nachwort: An der Reception des fast 100€ teuren Campingplatzes lobte man die schöne Aussicht. Was ist an einem Tal verhangen von hunderten Netzen schön. Das erinnert stark an die Foliengewächshäuser in Südspanien, da fahre ich auch nicht mehr hin.

Vinschgau: Radweg, oberer Teil

Gestern haben wir Österreich verlassen und sind über Bozen in den Vinschgau gefahren, hier sollte es wärmer und trockener sein. Den Scheibenwischer konnte ich wirklich kurz vor Meran ausstellen. Der Campingplatz in Meran war dafür voll und so wischen wir auf einen neuen Platz in Partschins aus. Da hatten wir Glück, aber nur ein bisschen, den die Nacht kam uns mit Kurtaxe auf über 100 €. Wir fragen uns, warum wir nicht gleich weiter nach Goldrain gefahren sind, den Platz kannten wir ja.

Das Bild zeigt den Blick über das Tal kurz vor Sonnenuntergang nachdem ein letzter Schauer nieder gegangen war und die Bergspitzen überzuckerte. So sah es vor 2 Monaten auch aus. In Goldrain fühlen wir uns wohl, klein, gemütlich und gepflegt und da das Wetter sich total gebessert hat, nahmen wir die Räder und fuhren den Radweg in Richtung Rechenpass.

Der Weg ist gut ausgebaut und führte zuerst durch Obstplantagen. Auf der Höhe von Schlanders wird das Tal eng und der Weg führt eng an der Etsch mal auf der einen mal auf der anderen Seite. In Laas wird Marmor abgebaut, der sich in einer Reihe Skulpturen entlang des Weges wiederfindet. Blühen tut nicht viel Interessantes, so war ich froh eine gelbe Clematis zu entdecken.

Wir fuhren unterhalb von Laas vorbei zwischen Apelbäumen, einem kleinen Auwald und Wiesen bis nach Prad am Stilfserjoch. Hier gibt es auch einen Campingplatz, vielleicht ein günstiger Ausgangspunkt, um mal ganz hinauf zum Rechensee zu fahren.

Laas

Auf jeden Fall machten wir hier kehrt und sausten mit Rückenwind das Tal hinab.

Drautal-Radweg in Richtung Spittal

Jeder, der in dieser Gegend übernachtet, zahlt nicht nur die Kurtaxe, sondern bekommt auch eine Gästekarte. Meist kann man damit nicht viel anfangen, anders hier, denn damit sind alle Fahrkarten für 2 Personen incl. Fahrräder in den Zügen frei benutzbar, und das ist super.

Also dann auf die Räder und so weit die Drau hinab, wie Po und Laune mitmachen, denn zurück geht es ja bequem per Bahn. Der Weg war gut, die Sonne schien, Wiesen und Wälder entlang des Radwegs wechselten ab. Später kamen ein paar kurze Steigungen und im Gegenzug gemütliche Abfahrten.

Am Wegesrand gab es einiges Interessantes zu entdecken. Neben zum Fuchs´Knabenkraut auch eine Waldhyazinthe. Etwas weiter standen der gelbe Eisenhut und der gelbe Fingerhut. Bei dem Schmetterling fanden wir dunkelrote Walderdbeeren. Von denen habe ich kein Foto, die waren so schnell in unseren Mündern verschwunden.

Nach etwa 45 km suchten wir uns ein Lokal zum Mittagessen, was etwas schwierig war, denn oft öffneten die erst ab 17 Uhr. So trafen sich eine größere Gruppe von Radfahrern vor einer Café-Bar, die kleinere Gerichte anbot. Die Pause streckten wir so, dass wir ohne Eile am Bahnhof ankamen. Die Räder rollten eben in den Waggon, es war Platz genug da und man konnte sie festzurren. So kamen wir bequem zurück. DIE Bahn ist gar nicht so schlecht, nein, richtig GUT.

Loire-Radweg Nantes aufwärts

Nach feuchter und kühler Nacht klarte es im Laufe des Morgens immer mehr auf, kein Grund Trübsal zu blasen, sondern auf die Räder und los. Die letzten Tage sind wir Loire-abwärts nach Nantes gefahren, heute sollte es in die entgegengesetzte Richtung gehen.

Nach nur wenigen Kilometern wurde auf den Radweg, Itineraire Sud hingewiesen, also auf den, der am südlichen Ufer entlang geht. Eine, nein es waren gleich 2 Brücken hinter einander, die rechtschmal, aber für einen PKW und ein Fahrrad durchaus reichte, war. Drüben ging der Weg unterhalb und entlang des Hochwasserdamms.

Das erste Stück führte direkt am Loire-Ufer entlang, später zwischen Gärten hindurch, mal durch eine kleine Ortschaft oder entlang großer Gemüsefelder. Schwierig war es nur einen Kaffee zu bekommen oder einen Laden zum Einkaufen. Dafür fanden wir direkt an einer Brücke ein feines Lokal. Die Bilder zeigen unser Mittagessen. Ich wählte Vorspeise und Hauptgericht, während Gudrun lieber Hauptgericht und Nachspeise wollte.

Zwei Gänge, so haben wir ausprobiert, reichen uns, um satt zu werden, außerdem kommen wir so mir der Reisekasse besser aus. Nun, die Portionen waren etwas speziell, die Teller dafür um so größer und um ehrlich zu sein, muss man den wirklich fast alles pürieren? Oder nennt sich das jetzt seniorengerecht. Für mich darf ein Brokolie-Röschen ruhig danach aussehen, ich will wissen, was ich auf dem Teller habe.

Das zum Äußeren, geschmeckt hat es schon, wenn wir beim Fleisch auch etliches wegschneiden mussten. Aber hiermit soll damit Schluss sein und nach dem Essen nahmen wir die Brücke, auch hier hatte sie wieder 2 Teile, um über die Loire zu kommen. Der Radweg war auch auf der nördlichen Seite gut ausgebaut und ausgeschildert.

In einem Ort vor dem Campingplatz fanden wir noch einen größeren Carrefour, wo wir das Notwendigste einkauften. Jetzt werden die Räder aufgeladen, dann eingeladen, denn am frühen Abend soll der nächste Regen einsetzen. Morgen geht es endlich in die Bretagne.