Den Delaware hinauf

Als die Sonne den Morgennebel vertrieben hatte, machten wir uns auf. Zu erst wollten wir uns Port Jervis anschauen. Beim Bahnhof konnten wir gut parken. Dort entdeckten wir eine alte Drehscheibe und mehrere alte Loks und Wagons. Der alte Bahnhof wurde wieder restauriert, beherbergt aber nun andere Besitzer. Der neue Bahnhof sieht wie bei uns aus: Ein Automat, ein paar Aushänge und eine Bank. Neben leeren Läden fanden wir auch ein paar neu eingerichtete mit einem modernen Angebot.

Nach dem Stadtbummel folgten wir dem Highway 97, einem Scenic Bayway. Neben schönen Blicken auf die Flusslandschaft fanden wir nette kleine Siedlungen, urige Läden und ein außergewöhnliches Restaurant.

Hinweisschilder machten uns auf einen ehemaligen Aquadukt aufmerksam. Ein Canal kam von Hudson River hier her und überbrückte mit dieser Brücke den Delaware Fluss. Heut zu Tage kann man hier mit dem Auto den Fluss überqueren.

Wenige Kilometer weiter fanden wir auf einem kleinen Spaziergang eine alte Steinbogenbrücke. Gesehen haben wir im Vorbeifahren das alte Fort Delaware, dass aussah, als wäre es einem Western entsprungen. Aber mittlerweile fing die Suche nach einem Campingplatz wieder an. All das, was ich heraus geschrieben hatte, entpuppte sich als einfache Zeltplätze ohne jeden Komfort.

Jetzt sitzen wir in einem Golfressort und erwarten ein volles Programm über dasLabourday-Wochenende. Zum Einkaufen oder Essen gehen, müssen wir 7 Meilen in den nächsten Ort fahren, aber davon das nächste Mal mehr.

Ach ja, WIFI gibt es hier auch nicht.

Wohnmobilübernahme und erste Fahrt

Der Tag begann mit einem für amerikanische Verhältnisse opulenten Frühstück. Wir konnten es genießen, da wir erst um9:30 Uhr von einem Taxi abgeholt wurden. Auf einem kurzen Spaziergang zur Bahnlinie entdeckte ich eine Bisamratte oder so was ähnliches in der Straßenböschung. Der Taxifahrer brachte uns dann direkt vor die Türe des Wohnmobilvermieters.

Wir bekamen einen Film über die wichtigsten Einrichtungen zu sehen, dann wurde uns noch mal alles am Fahrzeug erklärt und dann konnten wir unsere Sachen einräumen. Beim Herd und am Abwasserstutsen musste noch etwas repariert werden, aber da war gleich jemand zur Hand, der das erledigte.

Die erste Fahrt führt uns immer zu einem Supermarkt. Dort konnten wir den Kühlschrank auffüllen und bestellten etwas zu essen, denn es war schon längst Mittag geworden. Ach ja, wir bekamen doch noch ein bezahlbares Navi angeboten, das uns gleich gute Dienste leistete, denn wir stellten es auf: Mautstraßen vermeiden ein. Hier um New York herum gibt es einige Tall- Roads und Brücken. Das Navi brachte und zügig aus dem Moloch um New York heraus und die Fahrspuren reduzierten sich langsam auf 2 pro Fahrtrichtung.

Direkt am Delaware River erreichten wir einen Campingplatz, der aber geschlossen war. So fuhren wir durch landschaftlich wunderschöner Strecke am Delaware weiter nordwärts, fanden aber nur Zeltplätze für Wanderer und Kanufahrer.

Es war schon ziemlich spät als wir den RV-Platz in Port Jervis erreichten. Dort konnten wir für die Nacht bleiben. Während der Platz landschaftlich schön liegt, waren die sanitären Einrichtungen mehr als primitiv, ganz abgesehen vom Krach der nahen Interstate-Highway.

Anreise nach Newark bei New York

Am Montag haben wir uns ja zum Crailsheimer Hauptbahnhof bringen lassen. Das war schon mal sehr entspannend. Dass der Zug auf einem anderen Gleis stand, wie im Fahrplan angegeben – wen stört das schon! Auf jeden Fall stand der Triebwagen der Westfrankenbahn schon da und wir hatten freie Auswahl bei den Sitzen. Das Unterbringen der Koffer war nicht vorgesehen. Wir fanden aber für sie einen Platz.

Die Fahrt verlief gemütlich und wer genügend Zeit einplant, der regt sich nicht auf, wenn eine Schranke per Hand geschlossen werden muss. Mit etwas Verspätung kamen wir in Aschaffenburg an. Unser Hotel war fast vis-a-vis vom Bahnhof. Kurz eingecheckt und schon waren wir in Richtung Altstadt und Schloss unterwegs. Aschaffenburg hat uns gut gefallen.

Am Dienstag ging es dann früh raus, die paar Schritte zum Bahnsteig und im ICE zum Frankfurter Flughafen. Dort dauerte die Personenkontrolle am längsten, so dass wir von den veranschlagten 3 Stunden immerhin 2 1/2 Stunden brauchten.

Der Flug mit der United verlief angenehm, denn mit den Premium-Sitzen hatten wir viel Platz und obwohl es ein Tagflug war, wurden die Fenster nach dem Mittagessen verdunkelt, so dass wer wollte, schlafen konnte. Wir bekam ein Trinkglas, Porzellanschälchen und Metallbesteck, da tut sich was in Richtung Müll vermeiden.

Bei der Einreise in die USA brauchte man wieder viel Geduld, aber das Personal war freundlich und so ging auch das vorbei. Der Parkplatz für den Hotelshuttle war für uns ohne Hilfe nicht zu finden, aber auch das Problem wurde gelöst. Nach Ortszeit waren wir gegen 16 Uhr auf dem Zimmer. Mit wenig Gepäck besuchten wir noch das angrenzende Outlet-Center und besorgten uns eine Simkarte für die USA und wir haben noch einen Pfad gefunden der uns zum Strand der Newark-Bay, also dem Atlantik führte. Jetzt sind wir einfach nur noch müde.

Spätsommer im Nordosten der USA

Der Flug ist gebucht und bezahlt, ebenso das Wohnmobil von Apollo und die obligatorische Übernachtung nach dem Flug. Auf dem Weg nach Frankfurt wollen wir die DB benutzen, dafür müssen wir aber schon am Vortag abreisen, denn sonst sind wir nicht pünktlich am Check-In. Also bucht ich noch ein Hotelzimmer in Aschaffenburg. Wieso Aschaffenburg?, es liegt am Ende einer Regionalbahnstrecke von Crailsheim an den Main. Von dort sind es am nächsten Tag nur noch 50 Minuten bis zum Flughafen Frankfurt am Main.

Reisepässe und die Ausdrucke der ESTA-Formulare sind da, die Auslandskrankenversicherung ist überprüft, Medikamente werde noch ergänzt, vorsichtshalber wurde von uns ein neuer internationaler Führerschein beantragt. Reiseführer und Kartenmaterial ist da, so wie ein Pack mit Dollarnoten. Vor allem die kleinen sind wichtig für das Trinkgeld, das ist in den USA noch üblicher wie bei uns.

Filmkamera und Fotoapparat sind bestückt und aufgeladen. Das Smartphone ist vor allem als Navi gedacht, das Tablett fürs Internet und abendliche Spiele oder Lesephasen.

Nein, das ist noch nicht alles, aber so das Wichtigste, was man dabei haben sollte. Vieles bekommt man ja auch in den USA und sollte dort gekauft werden, damit man nicht über die 23 kg kommt, und bekanntlich ist der Koffer auf dem Rückflug schwerer wie hin.

Noch eins zum Flug: Für den Hinflug hat man uns gegen geringem Aufpreis Komfortplätze mit mehr Platz angeboten. Für den Rückflug waren die nicht automatisch dabei, wurden aber zu einem horrenden Preis zu haben, nein danke Lufthansa.

Für das Titelbild möchte ich mich bei Stephan Billinger bedanken, der es erst kürzlich geschossen hat.

Wer an unserer 5-wöchigen Reiseerzählungen Interesse hat, abonniert am Besten den Blog. Das nächste mal melde ich mich aus den USA, aus der Nähe von New York.