Vendôme

Dieses Städtchen hatten wir heute Morgen nach nur 40 km erreicht. Von hier wären es noch mal 40 km bis Blois an der Loire, das den meisten wohl eher bekannt ist. Aber, das möchte ich ändern. Also, wir sind weiterhin an dem Loir, auf einem reizenden gut ausgestattetem Campingplatz direkt am Loir und das Zentrum vom Ort lässt sich gut zu Fuß erreichen.

Aufgefallen ist uns zuerst, dass es hier überall Parkanlagen mit noch immer reich blühenden Blumenarrangements gibt. Der Loir teilt sich mal wieder in 2 Teile auf und umfließt so die Altstadt, was im Mittelalter einen hervorragenden Schutz darstellte.

Aus dieser Zeit gibt es noch eine Burgruine, die wir noch besichtigen wollen. Heute haben wir nur eine Rundtour durch die Altstadt unternommen. Über einen Loirarm hinweg fuhren wir auf die Dreieinigkeitskirche zu, die ehemals zu einem Kloster gehörte und nun ein Museum ist.

Wir fahren am Loir entlang, schauen auf die morbiden Häuschen am anderen Ufer und erreichen das einzig erhalten gebliebene Stadttor. Einiges der Altstadt wurde im letzten Krieg zerbombt, aber nicht von den Deutschen. Freitag und Sonntag ist Markt, darauf freuen wir uns schon.

Vorerst werden wir bleiben, denn die Wetterprognosen sind unsicher und gutes Internet würden auch ein paar Regenstunden erträglich machen. Außerhalb der Altstadt befinden sich auch einige neue Gebäude, die interessant gestaltet sind bzw. eben solche Kunstwerke aufweisen können.

Fahrradtour im Loirtal

Wunderschönes Wetter lädt ein auf dem Loir-Radweg die Gegend zu erkunden. Das ist ja auch der eigentliche Grund weswegen wir diesen Campingplatz heraus gesucht haben. Im Radtourenführer vom Informationszentrum ist nicht nur der Loir-Radweg sondern noch einige andere „Boucle“, wie der Franzose für kürzere Rundwegen sagt, verzeichnet.

Moulin

Gleich vor dem Campingplatz ist zum Boucle 21 ausgezeichnet, den Weg nehmen wir und erreichen nach kurzer Strecke eine romantisch gelegene Mühle. In der Stadt zweigen wir dann auf den Boucle 20 (alle sind gut miteinander vernetzt), um am Ufer des Loir nach Süden zu fahren. Hier ist es angenehm schattig. Verstreut liegen hier einzelne Gehöfte, in einem Brennsesselfeld ein altes Kirchlein bis plötzlich die Straße aufhört und ein langer Holzsteg über einen Arm des Loir führt.

Wir folgen dem Hinweis zu einem nahen Schloss, mehr ein Bauernhof mit Herrenhaus und Gartenanlage. Die Besitzerin öffnete gerade das Tor und stellt fest, dass alles privat ist und es nichts zu sehen gibt.

Ein Stück weiter sehen wir aber das nächste Schloss hoch über dem Loir liegen: in Montigny-le-Gannelon. Unten am Loir entdecken wir einen Kunstgarten und als Kontrast dazu ein Haus, dass sich jemand in den Berg hinein gebaut hat. Wir kommen in den Bereich des Tuffsteins, wo man häufig Keller oder wie hier das ganze Haus in den Steilhang hinein gegraben hat.

Unser Tourende, besser Umkehrpunkt war Cloyes-sur-le-Loir. Ein unauffälliger netter Ort, wo wir ein Restaurant fanden. Sie boten ein Menue an: Zur Vorspeise wählten wir Schinken mit Melone und Salat, als Hauptspeise Hühnchen in Champignonrahmsoße und Brokolimus, bzw. Colin (Fisch) mit verschiedenem Gemüse, Nachtisch 2 verschiedene Süßigkeiten oder Ricotta, das jeweils für 21 € pro Person, war einfach gut.

St Hilaire-sur-Yerre

Auf der Rückfahrt entdeckten wir noch Gemälde an Hauswänden in einem Ort, das uns bewies, dass es richtig ist, jeden Weg in beiden Richtungen zu befahren. – Das Fahrrad von obensieht man noch rechts vom Auto rausschauen, alles gemalt!

Châteaudun

Chateaudun

Nachdem wir in Troyes vor einer Schranke standen und nicht rein kamen, fuhren wir weiter an einen kleinen See, wo wir übernachteten. Gestern Abend traf uns das selbe Schicksal, eine Schranke und kein Personal. Einige Gemeinden scheinen so ihre Camping Municipal los werden zu wollen und vermieten die Plätze an den CCP, Camping-Platz-Park. Das sind bessere Stellplätze: Strom, Wasser, Abwasser, Sanitärgebäude und Mülleimer sind da, nur überhaupt kein Personal.

Dadurch bekommt man keine Informationen, kein WIFI und natürlich auch kein frisches Baguette am Morgen. Ein Vorteil ist natürlich, dass man mit der Mitgliedskarte 24 Stunden am Tag rein und raus kommt. Für den Notfall für 15 € pro Tag eine günstige Alternative.

Wir haben also den Loir (nicht die Loire) erreicht, unser erstes Ziel. Die Loire befindet sich ungefähr 50 km südlich, später vereinigen sie sich. Nach einer etwas frischen Nacht, fuhren wir mit den Rädern in den Ort, wobei das Zentrum auf einem Sporn hoch über dem Loir liegt.

Wir überquerten den Loir und dann ging es steil bergauf. Ober kommt man in einen gemütlichen kleinen Ort mit vielen kleinen Geschäften, alles ist da. Der Supermarkt befindet sich auch in einem der alten Häuser, nach hinten etwas erweitert, hat alber alles, was man braucht. Die Straßen sind mit vielen Pflanzen geschmückt. Treffpunkt ist der Platz vor dem Rathaus, hier saßen wir in einem Straßencafé und beobachteten die Leute.

Der Ort war im Krieg 1870/71 schwer umkämpft von den Preußen und Franzosen. Im Ort erinnern einige Stellen an diese Geschichte. (s. rechts oben) Im Informationszentrum bekamen wir umsonst eine Broschüre über den Loir-Radweg, so dass die nächsten Tage versorgt sind. Den Abschluss machte eine Tour durch das historische Zentrum am Schloss. Da hinein sind wir nicht, da wir die Satteltaschen voll mit Lebensmittel hatten, Ein Blick über den Zaun, zeigte uns, dass eine Besichtigung durchaus lohnend wäre.

Metz

Manchmal sind es kuriose Ideen, die einen zu schönen Erlebnissen führen. Bei uns war es die Entscheidung am ersten Tag Metz anzufahren. Eigentlich wollten wir noch vorm Urlaub zum Frisör gehen, aber dort wo wir hin wollten, war wegen Urlaub geschlossen. Da kam uns die Erinnerung, dass wir das letzte Mal auf dem Heimweg dringend zum Frisör mussten und das während der letzten Pause in Frankreich in Metz machen ließen. Warum also nicht den Urlaub genau dort wieder zu beginnen.

Nach dem wir nach guter Fahrt am Nachmittag auf dem Camping municipal (Campingplatz der Gemeinde) gelandet waren, liefen wir das kurze Stück in die Innenstadt und konnten noch für den selben Tag einen Termin für uns zwei ausmachen. Bis dahin unternahmen wir noch einen Spaziergang durch die Fußgängerzone und gönnten uns ein Eis. Dabei kann man an verschiedenen Stellen Kunst an Straßen und auf Plätzen entdecken.

Später gingen wir noch in die Markthalle und kauften rot-gelb gestreifte Tomaten ein, die uns zum Abendbrot geschmeckt haben. Danach war nicht all zu viel Zeit, denn es gibt im Moment in Metz einen Rundgang zu etlichen Installationen, die nur nachts ab 21 Uhr besichtigt werden können. Besonders gefiel uns eine Licht-Ton-Schau in einer Basilika und eine Projektionsschau auf die Vorderseite der Kathedrale.

Einige Ecken verströmen südländischen Flair und es hockt voll, unter den Arkaden und auf der Straße. Natürlich ist hier überall Fahrverbot für Autos, auch wir mit den Fahrrädern stiegen immer mal wieder ab, dabei war es an einem Donnerstag Abend, wie wird es erst am Wochenende sein? Nichts wie hin, wer noch nicht hier war.

Heute nahmen wir die Fahrräder und schauten uns weitere Gartenanlagen in Metz an und stellten fest, dass man hier wunderbar flanieren kann. Überall gibt es was zu sehen und da zwischen ist man flott auf Fahrradwegen unterwegs. Überraschr hat uns die Porte allemand, die deutsche Pforte, eine kleine Festung als Eingang zur Stadt.

Porte Allemande

Mittags gab es die ersten frischen Muscheln der Saison und nach weiteren Einkäufen im Marché Couvert (Überdachte Markthalle) ging es zurück zum Campingplatz an der Mosel.

Die Bretagne im Spätsommer 2024

Mit unserem Wohnmobil wollen wir von Ende August bis Ende Oktober nach Frankreich fahren. Wie immer sind unsere Fahrräder dabei, einmal um vom Campingplatz bequem in die Städtchen zu radeln, bzw. Touren auf den Voie Verte und entlang der Kanäle zu fahren.

Viele Tipps haben wir aus den Zeitschriften „Frankreich erleben“ heraus gelesen und sie in unsere Reiseroute eingeplant. So besteht eine Reihe von Campingplätzen, die wir anfahren oder auch nicht. Für die zeitliche Reihenfolge gibt es ein ungefähres Raster, dem wir folgen können oder auch nicht.

Natürlich benutzen wir das eingebaute Navi, aber ohne die Regionalkarten von Michelin geht gar nichts. Navi ist gut, Kontrolle ist besser. Für die Informationen vor Ort vertrauen wir auf das, was die Campingbetreiber uns anbieten. Die werden sicher immer die neuesten Informationen zur Verfügung haben.

Buchen werden wir nur kurzfristig die Wochenende, wenn das Wetter regen Ausflugsverkehr verspricht. Alles weitere folgt dann aktuell in den folgenden Beiträgen. Über Kommentare freue ich mich natürlich und Fragen werden so schnell wie möglich beantwortet. Wem das das über den Blog zu umständlich ist, geht es auch per E-Mail: hogucr@gmail.com