Radtour nach Boxmeer

Es ist schönes Spätsommerwetter. Nach dem Frühstück im Wohnmobil war es dann so warm, dass ich im T-Shirt fahren konnte. Heute ging es erst mal nach Süden, an Feldern vorbei und durch Eichen-Wälder. Es ging auch an der Ruine eines Wasserschlosses vorbei. An verschiedenen Stellen wurde an die Kämpfe am Ende des 2. Weltkrieges hin gewiesen. Mit einem kleinen Abstecher berührten die bekannten Maas-Dünen.

Dann verließen wir per Fähre das Limburger Land und betraten Brabant. Am Wegesrand entdeckten wir einen besonderen Mülleimer. Scheinbar gibt es auch hier ein Müllproblem mit den Fahrradfahrern. Diese lassen sich auch im Vorbei-Fahren bedienen. Nur sollte man dann den Müll griffbereit in der Hand halten.

Ziemlich müde und hungrig erreichten wir Boxmeer. Die Fußgängerzone ist sehr gemütlich, wo wir auch ganz gut gegessen haben. Nach einem Kaffee drehten wir noch eine Schaufensterrunde und schauten in die Kirche, wo nur ein kleiner Eingangsbereich betreten werden durfte.

Als wir an dem belebten Fahrradabstellplatz ankamen, war von meinem Fahrrad nur noch die Kette, mit dem es abgeschlossen war vorhanden. Die Kette war gut, nur das Schloss taugte nichts, wie sich heraus stellte. Wir wandten uns an zwei Personen des Ordnungsamtes, die uns so weit sie es konnten geholfen haben und dann die Polizei riefen.

Natürlich konnte die auch nicht mein Fahrrad herbei zaubern, aber als wir zum Wohnmobil zurück kamen, war die Diebstahlsanzeige schon auf unserem Rechner. In der Zwischenzeit haben wir einen Fahrradhändler gesucht, denn ich wollte irgend wie zum Wohnmobil zurück kommen. Zur Auswahl stand ein Fahrrad, das in Frage kam und mit dem ich nun die weiteren Ferien fahren werde.

Von Gennep nach Cuijk

Das ist kurz bevor die Maas einen Knick nach Westen macht. Hier in Gennep sind wir auf dem Camping Bloksberg gelandet. Die Plätze liegen um eine ehemalige Sandgrube mitten im Wald. Bis in den Ort sind es aber nur etwa 2,5 km. Auf dem Platz ist es recht ruhig, Nachsaison halt.

Heute sind wir zuerst in das kleine Städtchen geradelt. Einst war es einmal eine Festungsstadt. Einige Wälle und Mauerreste sind zu entdecken. Kurios fanden wir die Verzierungen am Treppengiebel des Rathauses .Das autofreie Zentrum weist etliche nette Geschäfte auf. Gefallen haben uns die Bänke, in die von Kindern bemalte Kacheln eingelassen sind.

Wir fuhren dann auf dem Maasradweg flussabwärts bis zur Höhe von Cuijk, deren beeindruckende Kirchtürme wir schon von Weitem sahen. Eine Fähre brachte uns flott auf die andere Seite.

Hier fand gerade der Wochenmarkt statt, eine gute Gelegenheit unsere Vorräte auf zu stocken: Käse und „Deutsches Brot“ nahmen wir mit. An Tomaten war nichts interessantes im Angebot. Der Fischhändler konnte auf jeden Fall mit seinem Truck beeindrucken.

Gleich neben an haben wir zu Mittag gegessen. Die Niederländer essen meistens nur ein belegtes Brot mit einem kleinen Salat. Gudrun nahm etwas, das nach der Karte wie „Frikadellen“ klang, waren dann Würstchen, die mehr nach Weißwurst schmeckten. Mein Gyros war ziemlich trocken, die Pommes aber genießbar.

Auf dem Rückweg sahen wir schöne wilde wie gezüchtete Blumen. Die Rosenfelder blühen noch schön und wir haben auch Dahlien gesehen. Immer ganze Felder weit.

Rundfahrt südlich von Maasbracht

Seit dem frühen Morgen dröhnt eine nahe gelegene Firma uns die Ohren voll. Also nichts wie weg. Mit den Fahrrädern mussten wir über die Autobahnbrücke die Maas überqueren. Das war kein Problem, denn die Brücke besitzt natürlich einen vierspurigen Fahrradstreifen, gut abgetrennt von der Autobahn. Das Bild von der Brücke zeigt die Maas, rechts Wessem und oben links Maasbracht.

Der Fahrradweg führt uns an der Hafenpromenade vorbei, die von netten Lokalen gesäumt ist. Hier werden wir wohl zu Mittag essen.

Vorerst geht es erst mal auf Höhe der Schleuse über den Julianakanal, diese überwindet eine Höhe von 11,85 m und ist damit eine der höchsten in den Niederlanden. Auf einer schmalen Landzunge zwischen Kanal und Alter Maas verläuft der asphaltierte und gut ausgeschilderte Fahrradweg dahin.

Am Ortseingang von Stevensweert sehen wir dieses Wandbild, Mural, wie es hier heißt. Sie zeigt an der Wand des Schützenhauses eine Episode des 80-jährigen Krieges gegen die Spanier. Stevensweert befindet sich auch heute noch innerhalb antiker Festungsmauern und auch der sternförmige Straßenplan existiert noch.

Wenige Kilometer weiter kommen wir endlich mal an einer klassischen Windmühle vorbei, der hompesche Molen, erbaut 1792. Leider montags geschlossen. Informationsmaterial bekamen wir die letzten Tage fast ausschließlich auf holländisch, auch Speisekarten auf Deutsch sucht man vergebens.

Über Ohé fahren wir nach Maasbracht zurück.

Wir saßen nett am Hafen, das Bier schmeckte und zum Essen bekamen wir Pastete mit Holländischer Sose, Kraut- und Wurstsalat (oben) so wie Fleischspieße in dicker Tunke, weichem dunklem Brot und Beilagen wie oben. Wir wollten ja wissen, was die Niederländer so essen. Gyros oder Spagetti gibt es wieder zu Hause.

Fahrradtour nach Thorn

Die gestrige Fahrt bis hier zum Yachthafen von Wessem waren kaum mehr als 20 km. Immerhin bekamen wir hier einen Platz. Dafür mussten wir Belgien verlassen und sind nun für einige Zeit in den Niederlanden.

Wessem ist ein kleiner Ort an der Maas. Ich glaube, der Yachthafen mit all seinen Zubehör-Firmen stellen den größten Arbeitgeber dar. Am Morgen besichtigten wir die Promenade und die wenigen Lokale am Maasufer. Danach fuhren wir ins wenige Kilometer entfernte Thorn, der weißen Stadt. Hier sind fast alle Ziegelwände mit weißer Farbe angemalt.

Die Straßen im Altstadtbereich sind gepflastert und sind von den vielen Fahrradfahrern nur schwierig zu bewältigen. Heute am Sonntag ist fast jeder unterwegs, von der Enkelin auf dem Laufrad bis zu den Großeltern. Nerven tun die Rennradfahrer, die glauben da zwischen durch düsen zu müssen. Im Gegensatz zu uns benutzen die auch die Fahrradwege.

Wir fuhren dann noch einen Ort weiter. Die Auszeichnung erfolgt von Knoten zu Knoten. Diese sind nummeriert und besitzen jeweils eine Karte, auf der die nächsten Knoten und Orte verzeichnet sind. Auch unterwegs ist immer zum nächsten Knoten-Punkt ausgezeichnet. Wenn man das mal kapiert hat, funktioniert das sehr gut. Ein Knoten ist immer ein Punkt an dem mehrere Fahrradwege aufeinander treffen und davon gibt es viele.

Auf dem Rückweg haben wir in Thorn im Pfannkuchenhaus, natürlich „Pfannkuchen“ gegessen: Meiner mit Schnitzelfleisch und Gemüse, Gudrun ihrer mit Meeresfrüchten. Diese waren so gut belegt, dass wir nach einem Pfannkuchen satt waren. Von dort waren wir schnell auf dem Campingplatz, wo für den späteren Nachmittag eine Boulebahn auf uns wartet.

Maaseik in Belgien

Es war zwar schön an der Lahn, aber so richtig beginnen lassen wollten wir unsere Tour an der Maas. Der Weg dorthin war durch viel Verkehr gekennzeichnet. Wie gut dass von Koblenz bis Köln nur 100 km/h erlaubt waren, so lief der Verkehr zügig voran. Wenn die LKW das Tempo noch mithalten könnten, gäbe es gar kein Gedrängel mehr. In den Niederlanden war auf den Autobahnen auch nur 100 erlaubt und alles hielt sich daran.

Der Campingplatz, idyllisch und klein, direkt an der Maas wollte uns dann aber nur für eine Nacht aufnehmen. Das Wochenende war er total dicht, also besser reservieren. Wir standen gerade auf dem Platz und hatten den Strom angeschlossen, als es im Himmel krachte, der lang ersehnte Regen kam. Bis zum Einschlafen hatte sich der Regen gelegt und wir konnten eine Fahrradtour planen.

Im nahen Maaseik fanden wir am Ortsanfang einen Parkplatz für das Wohnmobil. Die Fahrräder wurden ausgeladen und als erstes ging es in das Städtchen. Ein geräumiger Marktplatz wird von stilechten Gebäuden gesäumt, während von Dyck, der hier geboren wurde, von seinem Sockel blickt. Ein Platz weiter hat der „Flohkönig“ seinen Standort. Aber auch die Häuser und Geschäfte sind sehenswert.

Wir fuhren auf dem Maasradweg weiter, der auf dem Hochwasserdamm liegt und betoniert ist und sich sehr gut fahren lässt. Die Landschaft ist flach aber abwechslungsreich. Viele sehen liegen am Weg, ein großes Sandwerk und viele Tier können wir sehen: Hunderte Gänse, Schwäne, Pferde, belgische Kaltblüter wie auch Wildpferde, die zusammen mit Angusrindern die Maaswiesen abweiden.

In einem kleinen Ort lud uns ein Café zu einer Mittagspause ein. Die Karte kam uns ziemlich Spanisch vor. Wir probierten eine Auswahl von Bitterballen: frittierte, verschieden gefüllte Kugeln, dazu Ketschup oder Majo. Haben gut geschmeckt und machten satt. Zum Kaffee gibt es hier Pralinen im XXL-Format und sooo gut.

Zügig ging es zurück und auf zum nächsten Campingplatz.

Lahn-Radweg

Der Lahn-Radweg befindet sich ja kaum 50 Meter vom Campingplatz weg, nur auf der anderen Seite der Lahn. Also mussten wir erst mal zurück in die Stadt Bad Ems, um bei der ersten Brücke die Seite zu wechseln.

Bad Ems – Kurhaus

Schon bald sahen wir unser Wohnmobil auf der anderen Seite stehen. Die ersten Kilometer ging es angenehm durch die Talaue. So war Nassau bald erreicht. Beeindruckend ist die Burg auf der Höhe. Der Ort selber mit einem wilden Durcheinander von Baustilen beeindruckte uns nicht.

Kühe an der Nahe

Von jetzt ab wurde der Weg schwieriger zu befahren. Es ging etliche Male steil bergauf und gleich danach wieder bergab. Dafür hatten wir immer mal wieder einen schönen Blick ins Tal hinab auf Schloss Langenau. Kurz darauf fuhren wir am Kloster Arnstein vorbei.

In Oberndorf kamen wir über ein längeres 16%-iges Gefälle hinab an den Fluss. Gastronomisch wurde nichts geboten. Ein Grund mehr, diesmal auf der Hauptstraße nach Nassau zurück zu fahren.

Nach einer längeren Mittagspause suchten wir den Einstieg in den Fahrradweg und ließen es laufen.

Dausenau macht einen netten Eindruck, so sind wir über die Brücke gefahren. Hübsche Ecken, aber sonst ziemlich verschlafen!

Zügig ging es die Lahn abwärts. In Bad Ems suchten wir noch einen Bäcker und verwöhnten uns mit Zwetschgenkuchen und 2 großen Kaffee Crema.

Hier können wir den Rest des Tages unbegrenzt kalt duschen und uns auf die morgige Weiterfahrt vorbereiten.

Fahrt nach Bad Ems

Am späten Vormittag sind wir von Crailsheim aus aufgebrochen. Das auf der Autobahn viel lös sein sollte, hatten wir gehört und so waren wir nicht verwundert von einem Stau in den nächsten geführt zu werden. Zum Glück war der Grund jeweils kein Unfall sondern die Reduzierung der Fahrspuren.

Es war sehr warm und müde kamen wir auf dem Campingplatz in Bad Ems an, so dass den Rest des Tages faulenzten.

Der Platzwart bietet auch Ferienwohnungen an, alles ist sauber, etwas spartanisch, dafür sehr günstig und Bad Ems selber ist auch zu Fuß gut zu erreichen.

Heute suchten wir den Einstieg in den Fahrradweg, der am gegenüber liegenden Ufer verläuft. Dabei erhielten wir einen kurzen Eindruck über das stilvolle Ambiente um das Kurhaus und Spielkasino herum. Schöne Parkanlagen und mondäne Häuser prägen dieses Viertel.

Der Radweg, ist man erst mal drauf, ist gut ausgeschildert, durchgängig asphaltiert, nur etwas zu schmal, um bequem zu zweit neben einander fahren zu können. Die Lahn hinunter reihen sich die Campingplätze an einander. Auch ist der Fluss kanalisiert und durch Schleusen unterbrochen.

Niederlahnstein

In Unterlahnstein erreichten wir den Rhein. Die Kulisse mit Burgen und unten die großen Schiffe und beidseitig die Eisenbahn, das ist schon beeindruckend. Wir fuhren bis an den Ortsrand von Koblenz. Es sah aber nicht danach aus, in bälde ein Restaurant am Ufer zu finden. So fuhren wir nach Oberlahnstein zurück, wo ein Biergarten mit thailändischer Küche uns einlud. Das Essen war gut und der Blick auf Lahn und Eisenbahn verkürzte uns die Wartezeit.

Kurz vor dem Ziel genossen wir noch einen Eiskaffee, was uns aber nicht davon abhielt auf dem Campingplatz gleich eine kalte Dusche zu genießen. Es ist immer noch viel zu warm.

Herbstreise 2022

Dieses Mal soll es über die Lahn und die Maas an den Atlantik gehen. Entlang der Küste werden wir über Belgien nach Frankreich fahren, bis uns das Wetter nach Hause zurück kehren lässt.

In der Vorbereitungsphase benutzt ich den ACSI Campingführer und wo er nicht reicht die Google-Suche nach Campingplätzen. Dazu besitze ich den Müller Reiseführer von den Niederlanden und Straßenkarten. Dabei habe ich eine Vorliebe für die 1:200 000 Karten von Michelin. Da wir ein längeres Stück an der Maas entlang fahren, habe ich mir auch den Maas-Radweg – Führer von bikeline zugelegt.

Da die Abende länger werden sind nicht nur unsere Boule-Kugeln dabei sondern auch genügend Bücher, einige Spiele wie Crew oder Bandito, einige CD´s von Mark Knopfler u.a. und auch einige DVD-Scheiben, falls das W-Lan auf dem Campingplatz ein Streamen aus den Mediatheken nicht zulässt.

Wir kennen die Niederlande eigentlich überhaupt nicht und wollen die Mentalität der Menschen und ihre Kultur kennen lernen und dabei nicht Museen abhaken, sondern erleben, wie die Menschen leben, arbeiten, essen, sich vergnügen und wo es geht, daran teilhaben.

Das Beitragsbild stammt von Visions of Maastrich.