Gestern hatten wir einen längeren Fahrtag. Bei Sonnenschein und 27°C waren wir vom Gargano abgefahren. Dass es sich etwas zuzog und wir später sogar wegen ein paar Regenspritzern den Scheibenwischer anstellen mussten, war nicht so schlimm, aber im Laufe des Tages fielen die Temperaturen weiter.
Der Campingplatz Bellamare nördlich von Porto Recanati war gut zu finden. Alle Plätze besitzen einen dichten Rasen, so dass wir keinen Kampf mehr mit dem Sand austragen mussten. Alle Sanitäranlagen sind komfortabel und funktionieren. Das ist die richtige Voraussetzung, um noch mal die wichtigsten Sachen zu waschen.
Porto Recanati ist eine Kleinstadt von etwa 12 000 Einwohnern und liegt 20 km südlich von Ancona. Beliebt ist der Ort wegen seines 8 km langen Sandstrandes. Im Zentrum dominiert das Castello Svevo, der „Schwaben Burg“, die der Stadt vermutlich 1229 von Friedrich II zum Schutz vor Piraten geschenkt bekam.
Im Zentrum fielen uns viele gut erhaltene Ziegelsteinbauten auf. Dazu kommen neuere interessant gestaltete Wohnviertel, die die Autos in den Außenbereich verbannen. Einen ähnlichen Stil findet man auch bei den neueren Urlaubsappartements. Alles ist farblich lebensfroh und sauber.
Lebensfroh ist auch dieses Grafitti, das wir in einem Hinterhof entdeckten. Da lohnt es sich mal genauer hin zu schauen, um diverse kuriose Details zu entdecken. Strandbars und Lokale ziehen sich über Kilometer vom Zentrum bis zu unserem Campingplatz hin, wobei wir teilweise einen Radweg benutzen konnten. Dort fanden wir auch diese Kuh, die man eigentlich auf dem Grill erwarten sollte.
Es hat uns schon interessiert, wie das Bild vor dem wir letzte Woche stundenlang gesessen hatten, geworden ist. Also noch mal zurück nach Loitz. Auf dem Campingplatz kannte man uns noch und die Mirabellen sind nun überreif. Die Schmetterlinge freuen sich. In der Hafenkneipe gab es wieder Soljanka.
Nun starteten wir unser Besuchsprogramm. Zuerst ging es zu „der Fischer un sin Fru“, das nun einen Vogel auf dem Dach hat. Da hat ihm die nötige Inspiration gefehlt. Gleich neben an war ein Atelier geöffnet. Dort gab es kleine Holzfiguren zum Bestaunen. Reizend war der Garten mit Blick auf die Kirche.
In einem Kulturzentrum hatten mehrere Künstler ausgestellt. Den Hof hatte wohl die Stadt gekauft und ist dabei ihn Stück für Stück zu restaurieren.
Höhepunkt war für uns natürlich der Besuch bei dem Graffitikünstler und seiner Frau. Die haben ein ehemaliges Gebetshaus gekauft und zu einem Wohnhaus bzw. Atelier umgewandelt. Dazu gehört ein großer Garten, der an allen Ecken die Werke der Künstler zeigt.
Ein befreundetes Ehepaar zeigte seine Kunst und von ihm erfuhren wir, dass sie erst gestern ein neues Graffiti mit Eulen in der Stadt gesprüht hatten. Das mussten wir uns natürlich auch noch ansehen.
Zweimal geimpft trauen wir uns nun zu unserer ersten Reise in diesem Jahr. Ganz auf Sicherheit bedacht bleiben wir in Deutschland und setzen unsere Erkundungstour vom letzen Jahr nördlich von Berlin fort.
Wenn es Sie interessiert, begleiten Sie uns auf unserer Reise. Über die wichtigsten Etappen werde ich hier meine Eindrücke aufschreiben und sie mit Fotos untermalen.
Die Anfahrt wird uns über Erfurt, Jena und Torgau nach Berlin führen. Über den Havel-Oder-Kanal werden wir den Oderbruch erreichen, uns nördlich in Richtung Ostsee auf den Weg machen, um dann entlang der Peene wieder ins Hinterland begeben. Eine genaue Route gibt es für uns nicht, auch keinen Termin an dem wir nach hause zurückkehren müssen.
Übernachten werden wir fast immer auf Campingplätzen. Der Blog wird aber kein Campingführer, wer genaueres dazu wissen möchte, sollte mich doch dazu anschreiben. – Jetzt noch etwas ins Wohnmobil einräumen, einmal noch schlafen und dann geht es los.
Die Bilder sind natürlich von unserer letzten Reise, aber von dort, wo wir unsere Reise fortsetzen.
Reparieren an Ort und Stelle, das ist eine beliebte Einrichtung und erspart weite Wege zur nächsten Reparaturwerkstätte. Oft muss ein Gleis am Rande dafür herhalten, ein Büro, ein Materiallager, blaue Flaggen zur Sicherung der Arbeiter, das ist alles.
RIP
Bei mir in Portales spendierte ich der Bahn eine eingleisige Werkhalle. An das Fabrikat erinnere ich mich nicht mehr. Ein paar Radsätze daneben, eine Blechhütte, das Büro. Das Ocker der Ziegelsteine entspricht der bestimmenden Farbe meiner Anlage, abgesetzt mit Grau und Weiß, um einen farblichen Kontrast zu erzeugen. Eine Kiste mit einem Banksy-Grafitti, darin spiegelt sich ein Interesse des Erbauers.
Die oben noch zu sehenden Schienen sind in der Zwischenzeit einem Schrottbansen gewichen. Dafür musste eine ausrangierte Gondola herhalten. Es blieb nur der Aufbau und von dem nur noch die Hälfte. Das Teil wurde angemalt und gealtert, dann mit diversen Kleinteilen gefüllt und noch mal farblich behandelt.
RIP
Nach meinen Wagenkarten schicke ich regelmäßig Wagen hier hin, mal müssen die Bremsen gewartet werden oder eine Dichtigkeitsprüfung von einem Tankwagen steht an. Wie man sieht werden auch Radsätze gewechselt, die immer mal wieder getauscht werden müssen. Schmierstoffe und Ersatzteile kommen mit einem Boxcar, so ist auf dem Stück Gleis immer was los. Es lohnt sich so etwas in seiner Anlage zu integrieren. Auf dem letzten Bild sieht man auch die Blue Flag, eine Stecknadel mit blauem Kopf und einem blauen Papierfähnchen. Eine nette Kleinigkeit, die ich leider hin und wieder überfahre, da ich leider Lokführer und Rangierer in einer Person bin. Dann erkennt man, warum die US-Lokomotiven noch mit 2-Mann-Besatzung fahren.
Wenn die Güter per Eisenbahn in den Bahnhof kommen, dann braucht es Einrichtungen mit denen die waren umgeschlagen werden können.
So sah mein Lagerhaus mal aus und war mal richtig stolz darauf, da ich es aus zwei identischen Bausätzen zusammen gesetzt hatte. Nur war die Rampe nicht hoch genug und es passte gerade mal ein Wagon davor.
Ein Neubau war dringend notwendig und so schaute ich mal im Walthers Katalog um und fand bei Pikestuff, einen Bausatz (Kit) der ganz gut passte. Das Kit enthält alle abgebildeten Teile, nur sind die Fenster und Türen noch nicht ausgeschnitten, so dass man frei im Planen ist. (Angebot von RD-Hobby)
Der zur Verfügung stehende Platz war nicht tief genug, so verkürzte ich den Bausatz und ließ die Vorderseite weg. Außerdem zeigte eine Stellprobe, dass der gegenüber liegende Bahnhof kaum mehr zu sehen war. Also verringerte ich die Bauhöhe, so dass das Dach noch über meinen höchsten Güterwagen hinweg reicht. Der Bausatz enthält 12 Tore, von denen ich 2 auf der Gleisseite einbaute. Vorne ist ja offen, so verlegte ich die Tür, Treppe und ein Fenster auf die kurze Seite. Natürlich war damit auch ein Boden fällig, der dem Gebäude die nötige Stabilität verleiht.
Das Gebäude malte ich mit Plakafarben an und Das Dach wurde über die noch nasse Farbe gesandet und was zu viel war später abgebürstet. Den Innenraum habe ich an der Rückwand mit Bildern von Regalen (Internet) beklebt. Davor kamen auf den Boden verschiedenste Güter und einige Personen. Da fehlt noch ein Gabelstabler und wie ich im Nachhinein bemerkte – eine Bleuchtung, denn man schaut auf der Anlage gegen das Licht und der Raum wirkt sehr dunkel. Zwei weiße LED werde ich demnächst unter die Decke kleben, wo sie selber nicht gesehen werden können.
Wir haben den Tipp bekommen, uns die „Gärten der Welt“ anzusehen. Außerdem bedient das Gelände eine Seilbahn von der man einen interessanten Blick auf die umgebenden Siedlungen im Nordosten von Berlin hat.
Ausgerüstet mit einer Fahrradkarte für Berlin fanden wir schnell heraus, dass von unserem Quartier in Köpenick ein Fahrradweg entlang der Wuhle bis zum Gartengelände führt. Es ist nur ein Bächlein, das teilweise ausgetrocknet war, es fehlt auch hier seit langem der Regen.
Dieser Streifen führt über 10 km zwischen Siedlungen hindurch und wird stark genutzt, nicht nur von Menschen, auch von Wildschweinen und dem Biber, wie wir erkennen konnten. Wir fuhren die östliche Station der Seilbahn an. Von dort ging es auf einen sich auf 102m üNN erhebenden Berg von dem wir den 12 km entfernten Fernsehturm gut sehen konnten.
Nachdem wir uns die Anlage von oben angesehen hatten, gingen wir zurück zur Seilbahn, um uns hinab zum Eingang der „Gärten der Welt“ bringen zu lassen. Hauptbestandteil sind natürlich die Themengärten, die von der Renaissance über den Englischen Garten bis zu denen aus Japan, Korea und Griechenland reichten.
Im Spätsommer kann man ja nicht mehr mit all zu viel Blüten rechnen. Doch die Dahlien waren eine Pracht und auch der Rosengarten war noch voll in Blüte. Sonst fielen noch die Hortensien und die Astern auf. Die einzelnen Gärten verteilten sich über eine größere Fläche, so dass wir dankbar für das gastronomische Angebot waren, dass zu unserer Überraschung von guter Qualität und nicht überteuert war.
Irgend wann waren unsere Füße müde und wir bestiegen die Seilbahn, die uns zu unseren Fahrrädern zurück brachte. Der Rückweg ging dann flott vonstatten, da wir den Weg ja schon kannten.
Nachdem wir noch eine Fahrradtour entlang des Schwielow-Sees gemacht hatten und dabei eine Sanddorn-Manufaktur entdeckt und besichtigt hatten, verließen wir kurz vor 12 Uhr das Himmelreich. Von unserem Navi zielsicher geleitet umfuhren wir Berlin auf der A 100, um im Köpenicker Hof unseren neuen Standplatz aufzuschlagen.
Da es erst mitten am Nachmittag war, packten wir unsere Fahrräder aus und kurvten ziellos durch Köpenick. Die Wege führten mal an der Spree, mal an der Damme entlang. Auf dem Wasser war überall viel Verkehr, ebenso auf den Fahrrad- und Fußwegen. Das Rathaus leuchtete in der Sonne und eine Boulespielerin bückte sich davor, um eine Kugel zu werfen.
Im Zentrum befinden sich etliche kleine nette Läden, wo wir gutes Brot bekamen. Nicht weit davon entfernt lud uns ein Gartenlokal zu einer Pause ein.Die Atmosphäre war angenehm, es gab viel zu schauen, nur die Berliner „Kindl“ Weiße fand nicht so unseren Gefallen.
Heute haben wir einen Besuch unternommen und waren auf dem Weg dorthin was für tolle Wälder es doch mitten in Berlin gibt und alle gut erschlossen durch Wander- und Radwege. Wir trafen auch viele Menschen hier, dafür kaum wilde Tiere. Ein paar Vögel waren die Ausnahme. – Dagegen spricht der Hinweis der Stellplatz-Besitzer, dass man nachts keine Schuhe vor dem Wohnwagen bzw. Wohnmobil stehen lassen soll, die würden die Füchse wegschleppen. Ob es irgend wo eine Tauschbörse gibt: Tausche Schuhe gegen Hühnchen?
Nach einer klaren frischen Nacht genossen wir wieder einen sommerlich warmen Tag. Zu erst mussten wir mal wieder ein Stück auf New York zu fahren. Landstraßen, die zum Ziel führen, zu finden, ist ein schwieriges Unterfangen. Man wechselt dauernd von einer Autobahn auf die nächste, keiner hält sich an irgend eine Geschwindigkeitsbeschränkung und vom lässigen zuvorkommenden Fahrstil der US-Amerikaner ist hier nur selten etwas zu merken. Es herrscht das selbe Chaos wie zu Hause. Aber irgend wie sind wir dann doch in Thomaston angekommen. Hier gibt es ein Eisenbahnmuseum.
Als wir auf dem Parkplatz einbogen, sahen wir einen Zug am Bahnsteig stehen. Wir hatten noch eine halbe Stunde bis zur Abfahrt. Eine beeindruckende Diesellok von General Motors aus den 70er-Jahren stand vorne am Zug. Aber alles wirkte etwas in die Jahre gekommen.
Die Strecke, etwa eine halbe Stunde in ein Tal hinein war ohne Höhepunkte. Kurz vor Schluss wurde für die Kinder an einer Wiese angehalten auf der verstreut Kürbisse lagen. Hier durften sie sich bedienen und man konnte seine Kinder hinter lustigen Schablonen abfotografieren.
Wir liefen dann noch in den Ort, um einzukaufen, wo uns die Pumkins noch mal über den Weg liefen. Wir haben immer noch keinen fürs Handgepäck erstanden. In einem Seefoodrestaurant gab es noch mal Fisch, aber es war nicht mehr das. Das Sehnen nach europäischen (wenn nicht gerade Fastfood) Lokalen wird von Tag zu stark stärker.
Schön waren die beiden gelben Autos und natürlich unser heutiger Campingplatz. Wir sind zufällig bei einem Vergnügungspark gelandet. Wegen eines Wochenend-Special bezahlen wir nur 40 $ für 2 Tage, gestern waren es noch 76 $ für einen. Natürlich hofft der Besitzer, dass wir uns morgen mit Riesenrad und Achterbahn vergnügen. Da haben wir aber schon was anderes vor.
Als die Sonne den Morgennebel
vertrieben hatte, machten wir uns auf. Zu erst wollten wir uns Port
Jervis anschauen. Beim Bahnhof konnten wir gut parken. Dort
entdeckten wir eine alte Drehscheibe und mehrere alte Loks und
Wagons. Der alte Bahnhof wurde wieder restauriert, beherbergt aber
nun andere Besitzer. Der neue Bahnhof sieht wie bei uns aus: Ein
Automat, ein paar Aushänge und eine Bank. Neben leeren Läden fanden
wir auch ein paar neu eingerichtete mit einem modernen Angebot.
Nach dem Stadtbummel folgten wir dem
Highway 97, einem Scenic Bayway. Neben schönen Blicken auf die
Flusslandschaft fanden wir nette kleine Siedlungen, urige Läden und
ein außergewöhnliches Restaurant.
Hinweisschilder machten uns auf einen
ehemaligen Aquadukt aufmerksam. Ein Canal kam von Hudson River hier
her und überbrückte mit dieser Brücke den Delaware Fluss. Heut zu
Tage kann man hier mit dem Auto den Fluss überqueren.
Wenige Kilometer weiter fanden wir auf
einem kleinen Spaziergang eine alte Steinbogenbrücke. Gesehen haben
wir im Vorbeifahren das alte Fort Delaware, dass aussah, als wäre es
einem Western entsprungen. Aber mittlerweile fing die Suche nach
einem Campingplatz wieder an. All das, was ich heraus geschrieben
hatte, entpuppte sich als einfache Zeltplätze ohne jeden Komfort.
Jetzt sitzen wir in einem Golfressort
und erwarten ein volles Programm über dasLabourday-Wochenende. Zum
Einkaufen oder Essen gehen, müssen wir 7 Meilen in den nächsten Ort
fahren, aber davon das nächste Mal mehr.