Bourg en Gironde

Das Wetter war heute Morgen schön, aber was solls, wenn der Campingplatz zu macht, müssen wir weiter ziehen. Unser Ziel war Bourg en Gironde. Unterhalb der Zitadelle stehen wir auf einem schmalen Landstreifen an der Gironde, so nennt man den Mündungstrichter den Garonne und Dordogne bilden.

Der Mündungstrichter ist 75 km lang und bis zu 15 km breit. Außerdem nennt man die Landschaft um den Mündungstrichter herum auch Gironde und bildet ein eigenes Département (Landkreis). Diese Gegend war natürlich auch militärisch von großer Bedeutung, früher für die Engländer im letzten Weltkrieg für das Hitler-Regime.

In den Tuffstein auf dem sich die Zitadelle Bourg befindet, wurden große Keller ausgegraben, um dort ein Treibstofflager für die Franzosen zu errichten. Beim leichtern zerstörte ein deutsches Torpedo ein italienisches Tankschiff, direkt vor dem Campingplatz und kommt bei Ebbe weit aus dem Wasser.

Der Ort besitzt ein paar nette Gässchen, mehrere Stadttore sind noch erhalten und von oben hat man einen guten Blick über die Gironde. Ein Reklameschild weist auf den einheimischen Crémont hin, samt Zuckerkuchen, den Sekt aus der Region.

La Tranche-sur-Mer, Ortserkundung

Wie ich hörte, hat man meine Beiträge an manchen Tagen vermisst. Danke für das Kompliment, das dahinter steckt, aber es ist mein Anspruch nur etwas zu veröffentlichen, wenn ich der Meinung bin, dass es auch andere interessieren könnte. Unsere Reise ist nicht vorgeplant, jeder Tag eine Überraschung und so auch das, was wir erleben.

Nun gut, zu unserer heutigen Tour: Unser Campingplatz liegt ganz im Süden von La Tranche, so sind es einige Kilometer bis ins eigentliche „Stadt“-zentrum. Fast den ganzen Weg gibt es einen Fahrradweg parallel zur Straße, gesäumt von kleinen Privathäusern mit hübschen Gärten.

Dazu sind Fahrradweg und Straße durch Pflanzstreifen von einander getrennt. Da blüht gerade Violette Tulbaghia, auch Zimmerknoblauch genannt.

Zum Strand führen laufend Stichstraßen und auf der Höhe des Zentrums gibt es auch eine kleine Promenade. Hier entstand die Strandaufnahme. Danach sind wir weiter in Richtung Leuchtturm gefahren. Einen schönen Blick hat man nicht von dort, da er fürs normale Volk gesperrt ist. Zurück ging es ins Zentrum bei der kleinen Kirche, dort kann alles Wichtige finden.

Auf dem Rückweg haben wir noch am Bouleplatz halt gemacht und haben dem Treiben eine Weile zugesehen. Zu Abend werden wir draußen vor dem Wohnmobil essen und später vielleicht einen weiteren Film über den Kommissar Dupin ansehen.

Sommer in La Tranche

Nach der Wäsche müssen wir nun einen verdorbenen Magen von Gudrun auskurieren. Mit dem zurückgekehrten Sommer wird das hoffentlich schnell gelingen. Nur sind so über interessanten Erlebnisse nicht so häufig zu berichten. Fangen wir am Morgen an, den Sonnenaufgang kann man hier problemlos erleben, denn der findet erst so um 8 Uhr statt.

Mit der Sonne ist der Strand auch wieder sehr gesucht. Man kann von hier in beiden Richtungen weit laufen. Nur wenn man Steinpyramiden bauen möchte, muss man etwas nach Steinen suchen, für die die baden gehen wollen, ist das natürlich sehr angenehm.

Auf einer Einkaufsfahrt bin ich zu den Salzwiesen gestoßen, hier leben viele Vögel, die man von den Stegen gut beobachten kann. Im Hintergrund kann man die Brücke, die auf die Île de Ré führt erkennen. Neben den hohen Wellen scheint sie auch die Algen ab zu halten.

Der nächste Ort ist L´Aiguillon-sur-Mer, eine Brücke führt da hinüber, wo es auch einen kleinen Hafen gibt und natürlich Fischgeschäfte und Restaurants. Da müssen wir unbedingt noch hin.

Zum Schluss noch eine Fundsache, die ich ums Mittelmeer immer wieder im Herbst finde: Die Sternbergia, die wie ein Krokus aussieht und seit ein paar Jahren auch regelmäßig in Crailsheim blüht. Hier auf dem Bild zusammen mit Kalifornischem Mohn.

La Tranche-sur-Mer

Nun sind wir ein gutes Stück nach Süden gerutscht. Der Morgen kündigte bereits einen Wetterwechsel an, zwar noch windig, aber die Sonne lies sich bereits sehen. Dann schien mir während der Fahrt die ganze Zeit die Sonne auf den Bauch, kaum auszuhalten.

Kurz nach Mittag erreichten wir unseren Campingplatz. Viel Platz für Wohnmobile hat er nicht, das meiste sind Bungalows, dafür stehen wir ganz vorne direkt an der Düne zum Strand.

Es sind kaum 50 m und man steht auf feinem Sandstrand und der dehnt sich weit in beide Richtungen aus. Neben Sonnenbadende findet man auch einige Badegäste und Surfer. Es sind aber nicht mehr viele und so bietet der Campingplatz nur noch Fritten zum Mitnehmen.

In den Ort ist es aber auch nicht weit und dort habe ich für 15 € das Tagesmenu genommen und war sehr zufrieden.

Ich kenne da 2, die gerne baden gehen, das wäre was für euch!

Auf der Halbinsel von Batz-sur-Mer

Von zu großer Trockenheit ist hier nichts zu bemerken. Heute Nacht sind wir aber nur einmal durch einen heftigen Schauer geweckt worden. Mit 17° war es heute Morgen recht warm, dabei hatten wir eine Luftfeuchtigkeit von 94%. Es regnete nicht, aber die Luft war so feucht, dass die Brille beschlug und es sich im Gesicht feucht anfühlte.

die ersten beiden Bilder sind von der selben Stelle sofort nach einander aufgenommen worden.

Im Laufe des Vormittags wurde es aber immer freundlicher. Mit den Fahrrädern wollen wir die Halbinsel umrunden. Die Südküste ist eine Felsenküste mit kleinen Stränden zu denen Treppen hinunter führen.

Hier fand ich viele Muscheln, aber fast alle zerbrochen. Einige Salzpflanzen bedecken die Granitfelsen. Liegen die Felsen ganz im Wasser, werden sie von Möven besetzt. An einer Stelle steht ein Menhir, der schon gut 4500 Jahre auf dem Buckel hat.

Auch heute noch wird der Basalt verwendet, wenn man sich ihn leisten kann. Einige Villen, halb Burg, halb Schloss stehen mit unverbaubarem Blick aufs Meer hier. Könnte nur sein, dass sie das Meer eines Tages verschluckt. Die Skulptur steht in Batz-sur-Mer)

Le Croisic

In Le Croisic angekommen, war vom Wind nichts mehr zu spüren und wir aßen am Hafen zu Mittag. An der Vorderfront sah ich das Wappen der von Treves mit den in der Bretagne häufig zu sehenden Hermelin, bzw. ihres Trittsiegels.

Le Pouliguen

Westlich von St. Nazaire, noch in der Bretagne, sind wir gelandet. Hier gibt es immer wieder schöne Sandstrände, die die Besucher anziehen. Auch jetzt bei bewölktem Himmel und einzelnen Schauern ist um den Hafen einiges los.

Das Gewässer, das den Hafen bildet be- bzw. entwässert einen Teil des Marais salants de Guérande, einer flachen Bucht in der Salz gewonnen wird. Für die Bretonen ist Salz sehr wichtig, vor allem dem Fleur de Sel. Das sind die Salzkristalle, die sich an der Oberfläche des Salzwassers bilden. Es ist oft leicht rosa und hat einen feinen Duft und Geschmack.

Am Hafen und um die von außen gereinigte Kirche befinden sich die meisten Geschäfte, die Markthalle, die Cafés und Restaurants. Der Strand ist breit und schön sandig, wenn er auch jetzt am Ende der Saison nicht mehr von den Algen befreit wird.

Einige sehr schöne Häuser, ja Villen kann man finden. Wir blieben bescheiden und sind auf einem **-Platz (Camping Clein). Aber er hat alles, was wir so mögen, vernünftige Duschen, WIFI überall auf dem Platz und 2 Boulebahnen. In wenigen Minuten ist man am Hafen, am Strand oder bei den Supermärkten.

La Baule

Vallée des Saints

Nirgendwo sonst findet man so viele Heilige auf einem Platz, und das soll für jemanden wie mich ein lohnendes Ziel sein? Dazu stehen sie J-w-d, nur über eine kleine Straße zu erreichen auf einem Hügel. Wieso der Ort „Tal der Heiligen“ heißt erschließt sich mich nicht.

Eingangsbereich

Das ist ja auch egal, denn sie sind fantastisch, die Skulpturen, wie sie über das Land blicken, jede mit einer eigenen Geschichte und jetzt beieinander. Weit genug entfernt von einander, dass man einzeln mit ihnen in Kontakt treten kann.

Bei dem Projekt geht es um bretonische Volkskultur, die mit den bretonischen Heiligen verbunden ist. Im Moment sind es an die 200 Skulpturen.

Dann wiederum wirken sie aufeinander: Form, Stil, Ausdruck, Details, Kleidung, Mimik, Gestik, da ist die ganze Erde versammelt, friedlich, strahlend und beeindruckend wegen ihrer Größe.

Unterhalb des Berges liegt versteckt eine Kapelle. Wenn man von ihr kommt liegt gleich rechts der Werkhof mit weiteren rohen Steinen, Werkzeug und Skizzen. Im Besucherzentrum werden Führungen angeboten und natürlich Souvenirs. Der Eintritt ist frei, wenn man von von den großzügigen Parkgebühren absieht .

Auf unserer Weiterfahrt haben wir in einem Fernfahrerrestaurant zu Mittag gegessen. Für 34 € zu zweit all inklusive. Dem Koch gehört der Renault vor der Türe. Er bat mich das Nummernschild zu kaschieren, was ich natürlich gemacht habe. Dann haben wir der Bretagne ade gesagt und sind nun kurz vor der Loiremündung. Regen und kühle Temperaturen machten uns die Entscheidung einfach in den Süden auszuweichen.

Carhaix-Plouguer

Wir sind wieder an den Nantes à Brest – Kanal zurück gekehrt. Das Städtchen liegt nur weiter im Osten. Leider macht das Wetter nicht so recht mit. Erst heute Nachmittag reißt es verstärkt auf und die Sonne kommt durch.

Gegen Mittag fuhren wir in den Ort, konnten ein paar Bilder schießen und uns dann schnell in einem Lokal in Sicherheit bringen. Zum Glück leidet die Qualität des Essens nicht unter den Wetter-Kabriolen.

Carhaix ist ein Verkehrskreuz von Fern-Fahrradwegen. Der Kanalweg wird hier von der Nord-Süd-Verbindung von Morhaix nach Concarneau gekreuzt. Deswegen bietet der Campingplatz auch mehr als sonst Einrichtungen für Fahrradfahrer an, wie eine Reparaturstation, Luftpumpe, Ladestation und besondere Hütten für 2 und 4 Personen, ganz exklusiv in einem umgebauten Zirkuswagen.

Direkt am Campingplatz liegt ein botanischer Garten mit wunderschönen alten Bäumen und Farnen z, B., angrenzend ein Kletterpark und wer will findet in Richtung Stadt noch einen Golfplatz.

Von der Stadt erreicht man nach einigen Kilometern den Kanal. Hier bot uns eine alte Eiche durch ihr dichtes Blätterdach Schutz vor einer Regenhusche.

oben Eisenbahntrasse Voie Verte) unten Kanalweg

Danach fuhren wir bis zur nächsten Straßenbrücke am Kanal entlang. Der Himmel lies nicht viel Gutes, besonderes Trockenes erwarten, so dass wir von dort den ausgeschilderten Weg zum Campingplatz nahmen.

Bevor der Regen kam – oder: Kein Platz in Quimper

Freunde haben uns auf die Idee gebracht am Vormittag noch mal die Räder entlang des Canal Nantes à Brest laufen zu lassen. Danke, die Idee war gut.

Nach dem Frühstück haben wir alles zusammen gepackt und sind bis zu der Brücke gefahren an der wir gestern Kehrt gemacht haben. Flott waren die Räder ausgepackt und fahrtüchtig gemacht. Der Himmel war wechselhaft, die Regenwahrscheinlichkeit hielt sich in Grenzen.

Auch heute kurvte sich die Aulne durch die Landschaft. Gerade Strecken gab es eigentlich nie. Bei einer alten Brücke lag ein alter Kahn auf dem Trockenen, der sollte man durch die Schleusen gepasst haben?

Die Schleusen folgten einander regelmäßig, die Wärterhäuschen sehr gepflegt, eines war sogar zum Kauf ausgeschrieben. Auch heute suchten wir uns wieder eine Brücke zum Umkehren bzw. für einen weiteren Einstieg.

Am Wohnmobil angelangt, stellten wir fest, dass wir im Restaurant auch heute nichts zu essen bekommen. Es soll zwar morgen Generalstreik in Frankreich sein, das muss man doch nicht einen Tag vorher schon üben. Bis nach Quimper haben wir nichts gefunden, dann war der Camping Municipal proppe voll, so dass wir gleich wieder davon gefahren sind.

Bei einem Supermarkt gab es dann auch was zu essen für uns und die Einkäufe waren danach auch bald erledigt. Das Smartphone hat uns am Odet einen Campingplatz gefunden, nicht weit von Benodet weg, recht idyllisch, kaum Menschen. Ob man hier auch baden kann, wissen wir noch nicht, zum Nass-werden brauch man im Moment nur das Wohnmobil zu verlassen.

Canal de Nantes à Brest

Dieser Kanal führt über 360 km quer durch die Bretagne. Unterbrochen durch 367 Schleusen schlängelt sich der Wasserlauf durch die schönsten Täler der Bretagne: vom Erdre- über das Vilaine- bis hin zum Aulne-, zum Oust- und zum Blavet-Tal.

Der 1842 eröffnete Canal de Nantes à Brest war zeitweise für die Binnenschifffahrt zwischen Nantes in der Region Pays de la Loire und Brest in der Region Bretagne bedeutsam. Vor allem weil englische Kriegsschiffe den Transport entlang der Küste behinderten.

Schleusenwärter Haus

 Durch den Bau des Stausees von Guerlédan in den Jahren 1923–1930 wurde die Wasserstraße unterbrochen und ist seitdem nicht mehr durchgängig befahrbar. Wir waren heute auf dem westlichen Ende mit den Rädern unterwegs, startend von Châteaulin nach Pont Coblant.

Pont Coblant

Das war der erste Ort, den wir am Kanal erreichten, sonst gab es nur einzelne Stichstraßen zu den Schleusen. Diese schienen betriebsbereit, wir haben auf dem Stück aber keine Schiffe gesehen. Es gibt auch eine Infrastruktur für Kanufahrer, die ihre Boote um die Schleusen herum tragen müssen.

Landschaftlich war die Strecke sehr schön und es macht Laune, sie fort zu setzen.