Boulonge-sue-Mer

Wer glaubt, dass es an der Küste entlang wunderschön eben von einem Ziel zum anderen läuft, hat sich kräftig getäuscht. Auf jeden Fall lösen sich regelmäßig Berg- und Talfahrt ab. Was den Vorteil mit sich brachte einen schönen Blick auf Hafen und Stadt zu haben, bevor man sich da hinein stürzt.

Boulogne ist von der Industrie geprägt. Zum einen besitzt es einen größeren Hafen und um die Stadt herum einiges an Industrie. Hier fehlen die Villen der Sommergäste aus dem 19. Jahrhundert. Die Häuser sind eher spartanisch ausgeschmückt, mit weniger Geschossen als anderswo und weiter draußen wechseln sich in den Arbeitersiedlungen niedrige Reihenhäuser und Plattenbauarchitektur ab.

Warum wir trotzdem den Weg hier her gesucht haben, das liegt an den vielen Street-Art Gemälden, die unter der Regie der Stadt angelegt worden sind. Jedes Jahr werden es mehr und wir fanden noch so manche hässliche Giebelfront, die der Verschönerung bedarf.

Im Office-de-Tourisme bekommt man kostenlos einen Plan auf dem viele Werke in einem Stadtplan eingezeichnet sind. Den nahmen wir uns zur Orientierung mit. Leider fehlen darin die zu durchfahrende Richtung der Einbahnstraßen. Was nützt es, sich eine Route heraus zu suchen, wenn man sie schon an der nächsten Ecke nicht befahren darf und Ausnahmen für Fahrräder kennt man nicht, da auch meistens die Sträßchen zu schmal sind.

Der offizielle Plan nennt 43 Wandbilder, dazu gibt es weitere privat initiierte und zahllose kleine Werke, kaum ein Stromkasten ist nicht bemalt und etliche Rollläden vor den Schaufenstern sind verschönert worden.

Boulogne-sur-Mer ist ein großes Freilichtmuseum. Wir haben etwa 60 Bilder gefunden und fotografiert. Die meisten haben uns sehr gut gefallen, anders wie bei unseren letzten Museumsbesuchen (auch Würth in Schwäbisch-Hall). Hier ist alles Gegenwartskunst, aber so vielgesichtig wie bei der Art in Karlsruhe, nur bildet hier die Stadt den Rahmen für die Bilder und das ist so viel schöner. Tut mir Leid, dass ich hier nur eine kleine Auswahl zeigen kann.

Wie Napoleon hier hinkommt, weiß ich nicht. Von dem Punkt kann man die britische Insel gut sehen. Er dreht ihr aber den Rücken zu.

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