St. Omer

Seit gestern sind wir in Frankreich angekommen. Nicht weit hinter der Grenze, aber etwa 50 km von der Küste weg liegt St. Omer, der Campingplatz noch einmal 4 km Aa aufwärts in Arques. Viel größer ist aber der Canal Neufossée. Gestern Nachmittag hörte es endlich auf zu regnen und so nahmen wir die Räder, um mit ihnen ins Zentrum am Rathaus zu gelangen. Dort befindet sich eine gemütliche Brasserie, wo wir richtig zufrieden mit dem Essen waren. Zum Abschluss gönnten wir uns einen Kaffee Gourmand, tut mir Leid, dass ich das Geschmackserlebnis nicht hier mit euch teilen kann.

Heute war unser Ziel St. Omer, dessen Kathedrale 2 Michelin-Sterne auf sich vereinigt. Der eigentliche Fahrradweg ist gesperrt, da im Bau befindlich. So versuchten wir unser Glück mal drüber, mal drunter, wie auf dem Bild (oben), wo der Kanal über den Fluss führt.

Mit etwas Glück kamen wir in St. Omer direkt vor der Kathedrale an. Größe und Detailreichtum sind schon erstaunlich, wenn auch der nähere Blick zeigt, dass hier sehr viel zum Reparieren ist.

(Ich habe die beiden Bilder als „Diashow“ eingefügt. Früher hätte ich die beiden Bilder neben einander als „Galerie“ gezeigt. Welche Form gefällt euch besser? Kommentar dazu erwünscht.)

Noch beeindruckender ist der Blick in der Kirche, das hohe von viel Licht durchflutete Schiff. Dazu passen sehr schöne einige alte gut erhaltene Fenster und die Verwendung von Holzschnitzereien. Jemand anderes mag vielleicht lieber die Marmorarbeiten oder die Bilder, hier die Kreuzabhängung von Rubens, verschämt in einer Ecke, aber das große Bild lässt sich nicht so einfach unterbringen.

Auf dem Weg zum Ausgang fällt der Blick auf die riesige Orgel und die darunter befindlichen Holzfiguren. Draußen empfängt uns die Ruhe eines abseitigen Platzes, Kinder auf einem nahen Schulhof beleben die Szene. Langsam schieben wir unsere Fahrräder über den Platz bei der Oper in eine Gasse in der schon wieder die ersten Gäste an den Tischen im Freien sitzen. Wir gesellen uns dazu und lassen und eine Pizza mit Ziegenkäse schmecken.

Der Rest des Ortes ist nicht spektakulär, aber stimmig. Die Runde abschließen tun eine Kirchenruine, die 1947 so entstand und sicher nicht den deutschen Truppen geschuldet ist. Gut erhalten dagegen ist der Bahnhof von 1903, der richtig heraus geputzt über den Vorplatz strahlt. St. Omer hat etwas über 17 000 Einwohner, nur so als Vergleich zu Crailsheim angeführt.

Nun ging es zurück nach Arques. Hier gibt es auch eine Besonderheit, einen Fahrstuhl (Schiffshebewerk), wie es übersetzt heißt. Leider muss ich sagen, dass hier früher Schiffe in 2 parallelen Wannen über 13 Metern gehoben bzw. abgesenkt wurden. Damit konnten fünf Schleusen ersetzt werden. Als Antriebskraft wurde nur Wasser aus dem oberen Kanal verwendet, dass nach dem Schließen dem Becken zugeführt wurde und so das andere Becken nach oben drückte. Es wurde restauriert, ist aber nicht mehr in Betrieb.

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