Ausgangspunkt für unsere Tour ist Port-de-Bouc, einem kleinen Städtchen am westlichen Ende der „Côte Bleu“, der Blauen Küste. Ausgesucht haben wir uns den Platz, da er nahe einem Bahnhof liegt, wo wir in den „Train bleu“ nach Marseille zusteigen können. Port-de-Bouc selber ist recht nett und besitzt einen Sportboot-Hafen mit gepflegter Promenade.
Liegt aber zwischen großen Industriekomplexen wie Raffinerien und Kraftwerken, die Tag und Nacht laufen und einen ständigen Geräuschpegel abgeben. Durchschnitten wird der Ort durch einen Kanal, der Fos-sur-Mer mit Port-de-Bouc verbindet und weiter per Tunnel bis Marseille führt.
Wir nahmen also den Zug und genossen die Fahrt so lange es nicht durch einen der vielen Tunnel ging. Dazwischen hat von den Viadukten einen grandiosen Blick auf die Küste, deren kleine Ortschaften und dann über die Bucht von Marseille.
Schon vom Bahnhof blickt schaut man über das Häusermeer und taucht dann über eine große Treppe ein, in eine Stadt die auffallend von seinen nordafrikanischen Mitbewohnern geprägt ist. Stattliche hohe Häuser stehen entlang der Boulevards. Oft sind im Parterre kleine Läden unter gebracht, die alle durch Metallrollos verschlossen werden, als wären da hinter Garagen.
Um einen ersten Eindruck zu bekommen empfahl man uns den „Petit Train“ zu nehmen, der uns hinauf zur „Notre-Dame de la Garde“ bringen würde. Von hier oben hat man wirklich eine schöne Aussicht und die prachtvoll ausgeschmückte Kirche ist auch ein Besuch wert.
Wieder am Ausgangspunkt am Hafen angelangt nahmen wir eine Fähre, um auf die andere Seite über zu setzen. Dort sahen wir viele Lokale, wo wir dann auch gut „Moule au Roquefort“ gegessen hatten. Danach bummelten wir noch etwas durch die Gassen, bis wir uns müde zum Bahnhof aufmachten.
Hier begann unsere Tragödie: Wir fuhren schon zu spät los, blieben dann für einige Zeit außerhalb des Bahnhofs stehen und erfuhren irgend wann, dass unser Zug nicht bis Port-de-Bouc fahren würde. Es ging dann weiter. Eine Station vorher stiegen wir dann aus, außerhalb des Ortes, von der SNCF war niemand zu sehen, da der Bahnhof nur mit Automaten besetzt war. Ein kleiner Bus brachte uns dann erst mal in die Innenstadt. Es sprach sich dann herum, dass wir den 22-er Bus nehmen sollten, die angesprochene Fahrerin sagte aber, sie führe nicht nach Port-de-Bouc.

Irgend wann sagte uns dann jemand, dass der Bus schon der richtige sei, nur 3 Straßen weiter in der von uns gewünschten Richtung fahren würde. Also dort hin, jetzt waren wir nur noch zu zweit, keine Ahnung, was die anderen Gestrandeten gemacht haben. Mal wieder warten und dann kam der 22-er und nahm uns mit, und wie bei allen anderen Bussen wollte niemand Geld. Jetzt brauchten wir nur noch Brot und wer hatte kurz vor 19 Uhr noch auf, aber auch das lies sich finden und da unser Bus zum Campingplatz natürlich längst nicht mehr fuhr hatten wir noch eine stramme Wanderung vor uns.












