Mancher mag denken, dass ist doch nicht die Camargue, aber doch, südlich von St. Gilles beginnt die Camargue. Die Landschaft zeigt die wesentlichen Merkmale, wie wir heute auf unserer Fahrradtour sahen.

Der Beginn war etwas holprig, im wahrsten Sinne des Wortes. Mangels guter Karte hielten wir uns nördlich des Kanals, verließen den Ort und immer mehr schien der Weg im Schilf zu ertrinken. Rechts und links wiesen Schilder auf ein kontaminiertes Gebiet hin, das wir nicht betreten sollten. Da sich der Weg immer wieder öffnete und besser wurde, kämpften wir uns einige Zeit durch die Wildnis.

Ja, dann wurde der Weg zum Wiesenweg, wie man rechts unten sehen kann. Dann war er plötzlich geschottert und regelmäßig von Anglern befahren. Etwas weiter kamen uns die weißen Pferde der Camargue entgegen. Da Gudrun fleißig filmte, habe ich vergessen Fotos zu machen.

Bei Gallican führt eine Brücke über den Canal-Rhone-à-Sete. Neben einem Hafen hat es auch ein am Montag geöffnetes Lokal. Es war regelrecht von Fahrradfahrern überlaufen. Hier fanden wir auch einen Hinweis für eine andere Route zurück nach St. Gilles.

Auf diesem Weg kamen wir an den berühmten Stieren der Camargue vorbei. Die Silberreiher zwischen ihnen gaben einen reizvollen Kontrast. Neben großen flachen Wasserflächen sahen wir breite Schilfgürtel, Reisfelder und Weiden. Am Horizont begrenzen die Cevennen und die Ausläufer der Alpen die Ebene.

Was mir noch am Herzen liegt, zeigt das letzte Bild: Eine Tomate!!! Sie ist nicht einheitlich groß, makellos rot, dafür hat sie eine zarte Schale, ist vollreif, vollmundig, aromatisch, einfach zum Reinbeißen (vorsicht, da läuft einem der Saft über die Wangen und das Kinn). Sie sieht aus, als wäre durch sie mal der Wind geweht, hätte Sonne auf sie geschienen und wäre Regen auf sie geprasselt. Also, wenn ihr so etwas mal probiert habt, dann lasst ihr zukünftig die Gewächshaustomaten links liegen. Wir leben nur einmal und das sollte uns die besten Tomaten einfach wert sein.