Valence – Agen entlang des Kanal der Garonne

Nachdem es heute Nacht heftig gewittert hat, klarte es heute morgen immer mehr auf und wir beschlossen die Voie Verte Garonne abwärts zu fahren, also in Richtung Bordeaux. Vom Campingplatz war der Zugang ausgeschildert. Danach konnten wir es laufen lassen, so weit der Wind nicht bremste.

Der Weg hat Fahrspurenbreite, ist gut asphaltiert und mit allem ausgerüstet, was man sich nur wünscht, inklusive alle paar Kilometer eine Fahrradstation mit Luftpumpe und Werkzeug.

Hier machen die Platanen noch einen gesunden Eindruck und so fuhren wir oft unter einem grünen Blätterdach.

Natürlich kamen wir alle paar Kilometer zu einer Schleuse. Die Bootscrew muss hier die Schleusen selber bedienen, aber nicht mehr per Kurbel, sondern ein Knopfdruck genügt. Die unterschiedlichsten Brücken überqueren den Kanal und an 2 Stellen überquerte der Kanal einen Flusslauf.

Agen hat eine nette Innenstadt, um die zu erreichen muss man aber zuerst einen industriellen Bereich durchqueren. Zurück fanden wir einen ein wenig weiteren Weg, der aber von der Innenstadt ziemlich direkt zum Kanalhafen führte und damit auch zu unserer Voie Verte nach Hause.

Mit Rückenwind lief es nun flott und nach einem größeren Einkauf im Intermarchée ist für den Rest des Tages Faulenzen angesagt.

Auf der Youtar nach Audierne

Diese Route wurde 2023 entwickelt und verbindet Audierne, Pont-Croix und den Strand von Pors Péron.

Goyen bei Ebbe

Zwischen Audierne und Pont-Croix ist es vor allem ein echter und schöner grüner Weg, der auf der Trasse der alten Eisenbahnlinie des „Youtar“ entwickelt wurde, einem Zug, der Audierne mit Douarnenez verband, entlang des Goyen, einem sehr hübschen kleinen Küstenfluss.

Etwa 1 km westlich von Pont-Croix haben Spaziergänger und Wanderer zwei Möglichkeiten: Weiter entlang des Goyen bis zum Quai de Pennanguer (ehemaliger Hafen von Pont-Croix am Fuße der Stadt), oder weiter auf der alten Bahntrasse, die zum oberen Teil von Pont-Croix führt und dann weiter in Richtung Coat Pin und Pors Péron, wo Sie auf den Radweg V45 (La Littorale) treffen, der Douarnenez mit der Pointe du Raz verbindet.

Wir fuhren ganz vor bis ans Meer, wo sich ein herrlicher Sandstrand ausbreitete. Leider war Ebbe, trotzdem lagen einige Sonnenhungrige in Badesachen windgeschützt an der Kaimauer, während andere mit Grabgabeln den Sand nach Muscheln absuchten.

Am Hafeneingang steht noch der Signalmast von 1832, der mit einem schwenkbarem Arm, einer roten Flagge und einer schwarzen Kugel die Einfahrt der Schiffe in den Hafen sicherte. – Nicht weit davon entfernt sah ich an einem Felsen dieses Bienennest. Da fehlte nur der Bär, der zum Honig naschen kam.

Wir sind noch ein Stück den V45 in Richtung Cap Raz gefahren. Man ist schnell aus Audierne raus und kommt an den hübschen bretonischen Häusern vorbei, deren Kamine immer an den Giebelseiten angebracht sind.

Voie Verte von Concarneau

Mit dem Wohnmobil haben wir eine Stelle gesucht, wo die Straße den Fahrradweg kreuzt. Dort haben wir geparkt, die Fahrräder heraus geholt und sind los gefahren.

Die erste Strecke fuhren wir auf der Trasse einer ehemaligen Eisenbahnlinie und es ging flott vorwärts. Die Pfeiler einer Straßenbrücke hat man als Leinwand benutzt und wirklich tolle Bilder gemalt.

Bald danach ging es auf Feldwegen bis hin zu schmalen Pfaden weiter, aber alle waren mit normalen Fahrrädern gut zu befahren. Immer wieder kamen wir an Häusern vorbei mit schmucken Gärten. Hortensien sieht man überall üppig wachsen. Hier blühen die blauen noch wunderschön, wenn sie verblühen werden sie violett, was auch noch schön aussieht.

Wir fuhren bis zu einer größeren Ortschaft mit Bahnhof. Dann fällt einem doch gleich der Crailsheimer Bahnhof ein. – Dann haben wir gut gegessen und gestärkt machten wir uns auf den Rückweg.

La Flèche

Nach unseren Unterlagen gibt es einen Fahrradweg auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse von Le Lude nach La Flèche. Das Problem war, den Einstieg zu finden. Einen Hinweis darauf war nirgends zu entdecken. Nachdem wir die ersten Kilometer entlang der Hauptstraße gefahren waren, schickte uns eine Postbotin auf den richtigen Weg.

Fast ganz geradeaus und ohne irgendwelche Berge ging es auf aspaltiertem Weg zügig vorwärts. Am Wegrand blüht das Heidekraut, Alpenveilchen und wuchsen Butterpilze. Mal begleiteten uns Maisfelder, mal Eichen und Kiefern, mal Weiden, so war der Weg nicht langweilig.

Kurz vor La Flèche erreichten wir wieder den Loir. Hier stehen, bzw. standen etliche Mühlen. Eine schmale Brücke überquerte den Fluss und von jetzt ab direkt am Fluss entlang erreichten wir bald das Städtchen.

Auf dem Weg in die City entdeckten einige Fresken an Hauswänden, deren Bemalung von der Stadtverwaltung initiiert waren. Nach einer aus besonderem Mehl fabrizierten „französischen“ Pizza machten wir uns auf den Rückweg, denn das Smartphone hat den einsetzenden Regen um eineinhalb Stunden nach vorne verlegt. Der Nutzen dieser App erschließt sich mir immer weniger.

Gegenüber dem Rathaus steht noch einmal eine Mühle im Wasser, aber dann ging es zügig zurück und etwa 5 km vor dem Campingplatz mussten wir unsere Anoraks anziehen. Trotzdem fuhren wir noch am INTERMARCHÉ vorbei, um einzukaufen. Morgen wird es wohl weiter gehen, denn wir sind noch immer nicht in der Bretagne angekommen.

Neufchatel-en-Bray

Gestern hatten wir uns eigentlich vorgenommen bis in die Gegend von Rouen zu kommen. Gegen Mittag haben wir hier gut gegessen und dann fing es auch schon wieder zu regnen an. Ein Schild wies uns zu einem, wie sich dann heraus stellte, sehr gepflegtem Campingplatz.

Da das Städtchen einen netten Eindruck machte und zudem eine Voie Verte direkt am Campingplatz vorbei führte, waren wir gerne bereit unsere Planung über den Haufen zu werfen. VOIE VERTE bezeichnet man einen Fahrradweg, der auf eigenen Trasse verläuft, oft, wie hier, auf der ehemaligen Trasse einer Eisenbahnstrecke. Schranken gibt es nicht mehr, dafür sind die Straßen durch Stoppschilder gesichert.

Nach kalter Nacht wachten wir bei wolkenlosem Himmel auf. Wir mussten nur langsam machen, damit sich die Luft erwärmen konnte. Dann machten wir uns auf den Weg in Richtung Dieppe an der Küste, dem Ende der Strecke. Hier auch noch das Bild vom Startbahnhof und eine typisches Motiv aus dem Tal der Bresle. (Bray bezeichnet eine Landschaft)

Ein besonderer Hingucker ist natürlich das Schloss in Mesnières-en-Bray. Leider kann man es nur im Juli und August besichtigen. Der Renaissance-Bau wurde 1534 beendet und wurde 2004 durch einen Brand stark zerstört. Heute beherbergt es ein Hotel, Restaurant und ein Gymnasium mit über 400 Schülern/innen.

Leider zog sich der Himmel kurz vor Dieppe immer mehr zu, so dass wir umkehrten. In einer Bäckerei gab es Birnenkuchen als Stärkung. Der Weg lässt sich gut fahren, ist abwechslungsreich, aber auch, heute am Sonntag, gut besucht.

Voie Verte von Le Puy in Richtung Passhöhe

Die Fahrradsrecke verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse von Brives-Charensac bis Brignon, der Bahnstrecke Le Puy nach Langogne. Diese Strecke wurde 1912 erbaut und sollte zwei Industrieregionen verbinden. 1981 wurde der Bahnverkehr eingestellt und die Schienen entfernt.

an der Loire

Die Strecke beginnt auf einer Höhe von 600m und weist eine durchschnittliche Steigung von 2% auf. In Brignon erreicht sie eine Höhe von 950m, dabei durchfährt man 5 Tunnel (beleuchtet) und einen Viadukt von 184m Länge.

Brives-Charensac an der Loire

Der Belag besteht aus gewalztem groben Sand, der bis auf in den Tunnel gut zu befahren ist. Dort tropft es von oben und es bilden sich Pfützen, lehmige Stellen und Wellen. Eine eigene Fahrradbeleuchtung ist da zu empfehlen.

Blick auf Le-Puy-en-Venlay

Wir haben den ersten Tunnel mit über 1100m durchquert. Dort war es im Gegensatz zu draußen recht frisch. Vor dem 2. Tunnel hat man eine schöne Aussicht auf Le-Puy, das bereits tief unter einem liegt. Der nächste Tunnel wäre noch mal über 1200m lang gewesen. Den schenkten wir uns und genossen die flotte Abfahrt. Der Einstieg zu dieser Tour begann übrigens direkt gegenüber dem Campingplatz.

kurz vorm Campingplatz

Vor allem wegen der schönen Aussichten hat sich die Tour gelohnt und ich kann sie nur weiter empfehlen. – Etwas weiter nördlich gibt es dann noch den Fahrradweg, der die Loire mit der Rhone auf 25km verbindet.