Bummel durch Vieste

Vieste ist einfach fotogen, obwohl wir schon mehrmals hier waren, (siehe frühere Blogbeiträge), war es für mich nicht schwierig Fotomotive zu finden, von denen ich hier einige wenige zeigen werde. Der Trick dieses Mal war, die Einbahnstraßen falsch herum zu „begehen“, wir haben unsere Fahrräder geschoben.

Das ermöglicht ganz neue Blickwinkel. – Es war so gut wie windstill und die Sonne schien auf uns herab. Wir waren eindeutig zu warm angezogen. Die Touristen gehen vor allem zu dem kilometerlangen Strand im Süden der Stadt, oder aber zu dem im Norden. Dort gibt es beim Eurospin 2 größere Plätze, dem stadtnahen Lebensmittelmarkt und dem heute stattfindenden Markt für alles andere, und da zwischen liegt in einer kleinen Bucht der Stadtstrand (s. Foto oben).

Dem sind wir entlang gebummelt bis wir ganz links außen zu der Kapelle gelangten, die auf einem Felssporn liegt. Von dort gelang mir das Bild hinauf zur Oberstadt. Hier steht unten am Meer ein weiterer Trabucco. Wieder oben bei den Fahrrädern, schoben wir sie über einen Fußweg, der an der Felskante entlang führt, von dem wir einen Blick zurück auf die Kapelle hatten.

Dann mussten wir in Gewirr der Gassen ausweichen, denn weiter hinauf führten Treppen, die für die schweren E-Bikes nicht geeignet sind. In einem kleinen Laden nahmen wir Zwiebelmarmelade mit. Schüttelt es dich? Die streichen wir auf den Käse. Mit Tomaten- und Paprikamarmelade haben wir schon gute Erfahrungen gemacht, also dieses Mal versuchen wir es mit Zwiebeln.

Da wir noch den südlichen Strand abfahren wollten, ging es nun auf die Hauptstraße in Richtung Manfredonia. Ganz am Ende gibt es ein nettes Lokal, das aber noch geschlossen war. Also ging es zurück und kurz vor dem weißen Zahn am Strand entdeckten wir ein Restaurant das um 12 Uhr schon geöffnet hatte, eine deutschsprachige Menuekarte besaß, und uns mit sehr leckeren Essen bediente.

Die Gazanie steht im Schutt hinter dem Felsen.

Vieste Camping Molinella

Das erste Stück auf der Autostrada und dann durch den Gagano. Nun, das erste Stück ist gut ausgebaut, aber es gibt Geschwindigkeitsbeschränkungen, besonders bei kreuzenden Straßen, dazu eine doppelte durchgezogene Linie + Überholverbotsschildern, besonders dann ist auf überholenden Verkehr von hinten zu achten. Als wir eine Passhöhe erreicht hatten wurde die Straße schmal und führte in vielen Serpentinen in Richtung Vieste.

Das Navi hat uns ohne Umwege zum Campingplatz geführt und wir waren froh, dass trotz 1. Mai noch einige Plätze frei waren. Hier ist insgesamt nicht so viel los wie weiter im Norden, mehr Deutsche wie Italiener, die vor allem die Bugalows gebucht haben. Der Platz ist immer noch so gepflegt, wie wir es von früher her kannten.

Ich habe mir einen kurzen Spaziergang an die Felsenküste gegönnt. Die Orchideen sind schon alle verblüht. Dafür blüht anderes. Der Wind war eine Herausforderung beim Fotografieren. Durch kurzfristiges Einfrieren des Motives klappte es dann doch.

Am Eingang des Campingplatzes gibt es auch einen Sandstrand, Bar und Bootsverleih so wie ein kleines Restaurant. Zum Supermarkt: Eurospin braucht man die Fahrräder, auch muss man einen kleinen Buckel überqueren.

Vieste – Markttag

Schon vor dem Frühstück musste ich zum Brot holen in die Stadt fahren. Dabei sah ich, dass heute Markttag ist. Also fuhren wir später noch mal hinein. Direkt auf die Felsen hat man wieder einige Trabucco aufgebaut, das sind Gestelle zum ausspannen der Netze für den Fischfang. Diese sind hier in der Gegend verbreitet, um an der Felsenküste an die Fische heran zu kommen.

Am Ende der Halbinsel steht dieses Kirchlein. Dahinter befindet sich der Stadtstrand, der wieder in einem Felssporn endet und den südlichen Endpunkt des Fischereihafens bildet. So ist Vieste ziemlich zergliedert und da viele Straßen sehr eng sind, hat man etliche zu Einbahnstraßen erklärt, was Fremden die Orientierung erschwert.

Den Markt hatte ich ja schon gesehen und mit etwas Fingerspitzengefühl fand ich auch wieder hin, wenn auch auf einem etwas anderen Weg. Es war ganz schön was los und wir waren überrascht über das Angebot. Natürlich gab es frischen Fisch, direkt von der Ladefläche, die ersten Orangen, Maronis, Walnüsse, aber auch Erdnüsse lose aus dem Sack. Überhaupt wurde vieles unverpackt angeboten.

Wir haben unseren gesuchten 5 l-Kanister Olivenöl bekommen, direkt vom Bauern, Käse, und Trauben.

Am Stadtstrand haben sie dieses neue Kunstwerk aufgestellt, dass interessante Motive bietet. Nun mussten wir erst mal alles zurück zum Wohnmobil fahren. Eine Tour über Stadt nach Norden hin schloss sich dann später an, also bis dann.

Bari

Wir sind zuerst nach Akrata zum namensgleichen Campingplatz gefahren. Hier war noch ziemlich Betrieb, wir bekamen aber noch einen Platz, nur leider ohne Internet. Am nächsten Tag sind wir nach Patras zu den Fährschaltern gefahren. Entgegen unseren Erwartungen und was man uns erzählt hat, waren die Fährverbindungen schon ziemlich ausgebucht.

Scheinbar fahren viele wie wir Ende Oktober nach Hause. Für den nächsten Tag waren noch 6 Meter nach Bari vorhanden und nach telefonischer Rücksprache wurden wir mit unseren 7, 20m dafür vorgesehen. So war es dann auch, mit einem Schuhlöffel rutschten wir in die Lücke hinter den Schornstein.

Suchbild: Wo ist unser Wohnmobil?

Bei schönem Wetter und 28° fuhren wir los, aber schon zum Abendbrot war es ein kleines Kunststück die Tabletts sicher auf dem Tisch ab zu stellen. Es hat uns dennoch gut geschmeckt und wir waren früh müde, nur die Bewegungen und die Geräusche des Schiffes verhinderten, dass wir einschlafen konnten.

Gegen 2 Uhr ließ das Geschaukel nach und wir schliefen doch noch eine Weile. Morgens weckte uns eine Lautsprecher-Durchsage, dass das Restaurant geöffnet hat. Also auf und runter, denn bald darauf kam Bari in Sicht. Im Hafen fuhren wir dann gut eine halbe Stunde rückwärts an den Kai und dann tat sich lange gar nichts. Dann rollten die ersten Fahrzeuge aus dem unteren Deck, aber oben bei uns bewegte sich vorerst gar nichts. Wir saßen oben an einem Fenster und beobachteten wie sich langsam das Knäul auflöste. Gut 2 Stunden nach dem Anlegen hatte unser Wohnmobil wieder festen Boden unter dem Rädern.

Zum Glück hatten wir uns für heute nur eine kurze Strecke vorgenommen, denn bald wurden die Wolken immer dunkler und es schüttete. Plötzlich waren es nur noch 16°. Eine kurze Regenpause ermöglichte es mir die Aufnahmen von der Saline zu machen. Kurz vor Fieste aßen wir noch etwas (Gudrun wurde vom Kellner mit einem Schirm abgeholt) und nach dem Bezahlen kamen die ersten Sonnenstrahlen heraus. Jetzt sind wir in Vieste und hoffen auf ein paar sonnige und warme Tage.

Bootsfahrt zu und in die Grotten

Eine Bootsfahrt zu den sonst nicht zugänglichen Grotten des Gargano stand auf unserem Wunschzettel. Gestern haben wir das wo und wann ausgekundschaftet. Da der Wind gestern heftig geblasen hat, waren wir uns nicht sicher, ob das heute machbar ist.

So sind wir das Risiko eingegangen und haben uns erst heute Morgen entschieden und dann versucht noch Karten zu bekommen. In unserem Boot saßen wir 2 und 2 in einer Reihe, das war geschickt. Jede „Familie“ bekam so einen Fensterplatz.

Die Tour ging vom Hafen aus um die Halbinsel Vieste herum, immer nach Süden. Die Felsen reichen bis ans Wasser heran, nur ganz selten ist ein kleiner Strand vorhanden. Meistens leuchteten die Felsen weiß über das Wasser.

Aber immer wieder sieht man Grotteneingänge auf Höhe der Wasserlinie, die Eingänge sind ziemlich flach und wir bezweifelten, dass unser Boot da hinein fahren kann. Wir hatten dann auch das Gefühl, als würden wir bergab in die Grotte hinein gesaugt.

Aufstehen durfte keiner und die Arme sollten wir tunlichst im Boot behalten. Da die Grotten selber nicht so spektakulär waren, so war es doch die Ein- und Ausfahrten. Das durften wir dann auch mehrere Male genießen.

Die Rückfahrt erfolgte dann im Schnellgang. Müde von den vielen Eindrücken genossen wir einen Aperol im Hafencafé und blieben dann gleich bis zum Mittagessen sitzen. Am Nachmittag wird gefaulenzt und die kommende Fahrt vorbereitet.

Vieste: Stadt und Strand

Mit den Fahrrädern waren wir etwas gehandikapt, denn wir konnten nur Gassen benutzen, die auch für eine Ape befahrbar waren, das waren zwar die meisten, aber weiter rauf ging es dann nur über Treppen.

Noch ist es hier herrlich ruhig, die meisten, die hier herum laufen sind noch Einheimische. Die Gassen sind sauber und strahlen eine südländische Atmosphäre aus. Überraschender Weise findet man kaum Touri-Läden, die befinden sich außerhalb der Altstadt.

Wenn man die Altstadt nach Westen verlässt, kommt man zu dem 3 km langen Strand Spiaggia della Scialara. Am Anfang steht der berühmte Kalksolitär Il Pizzomunno. Er ist schon beeindruckend an seinem Fuße zu stehen.

Am anderen Ende stehen auch einige bizarre Felsen. Hier geht das Strandleben abrupt in wilde Natur über und nur hier fanden wir diese hübschen Muscheln.

Vieste

Über Nacht hat der Wind nachgelassen und blauer Himmel lädt zur ersten Erkundigung ein. Wir verlassen unsere Bucht und radeln nur wenige Kilometer bis in die Stadt und das an einer wunderschönen Felsküste entlang.

Heute ist Markt und wir müssen überraschend wenig für Gemüse und Obst bezahlen. Hier scheint die Erdbeerzeit schon begonnen zu haben. Einige Bauern kamen auch mit Käse und Wurst, Honig und Eingemachten zum Markt. Was dort nicht zu bekommen war, gab es im Eurospin gleich neben an.

Damit war unser Vormittag gut ausgefüllt. Mittags probierten wir das Restaurant nahe des Campingplatzes aus. Auch hier waren wir sehr zufrieden.

Nachmittags schaute ich mir noch einen Trabucco an, eine Plattform von der man große Netze ins Wasser lässt. Von diesen Gestellen sieht man hier etliche am Ufer stehen.

Da wir eben erst sehr gut Fisch, genauer Schalentiere gegessen hatten, habe ich ein Stück Felsenufer von Netzresten befreit. Das Bild ist also schon historisch. Aber es gab auch etliches Schönes zu beobachten, auch blüht es herrlich, aber die Bilder hebe ich mir für einen anderen Beitrag auf.

Fahrt nach Vieste

Hervorgehoben

Es war Regen angesagt und mit uns verließen noch einige andere den Platz. Unser Weg sollte uns nach San Marino führen. Um nicht den Verkehr rund um Bologna mit zu bekommen, war unsere Richtung vorerst Venedig, um dann Richtung Rimini und Küste nach Südosten abzubiegen. Dadurch fuhren wir etliche Kilometer Landstraße und waren im Endeffekt sicher nicht schneller, als wenn wir über Bologna gefahren wären. Die Zufahrt zum Campingplatz auf halber Höhe war gut zu finden, noch höher befindet sich ein Wohnmobil-Stellplatz, wie wir später heraus fanden.

Der Platz unter holländischer Leitung war sehr gut und überraschend preiswert.

Nach einer Regennacht war es am nächsten Morgen nur noch windig. Wir fuhren an Ancona vorbei, sahen eines der Fährschiffe und es kamen schöne Erinnerungen an unsere Griechenland-Reisen hoch. Aber wir wollten Neues erkunden. Der Stellplatz, den wir uns heraus gesucht hatten, war leider unauffindbar. So fuhren wir zur Autobahn zurück und ließen den Wagen zur Halbinsel Gargano laufen.

Lago di Verano

Bei Sonnenuntergang erreichten wir Vieste und dann begann die Sucherei nach dem einzigen offenen Campingplatz. Das Problem war unter so vielen Schildern das richtige heraus zu finden. Wir fanden es dann doch noch und der Chef erwartete uns an der Rezeption und hatte noch einen Platz für uns. Er scheint wie ich Liebhaber von Kakteen zu sein, nur dass seine das ganze Jahr draußen bleiben können.