Fahrt nach Carantec

Von unserem Berg mussten wir hinunter an den Hafen von Morlaix. Das Flüsschen heißt auch Morlaix, der sich dann in die Bucht von Morlaix ergießt. Gießen, das ist auch das Stichwort für den heutigen Tag, denn kaum hatten wir die Uferstraße erreicht, fielen die ersten Regentropfen.

Ein großer Maronenbaum hielt das meiste ab. Schauer dauern ja meist nicht lange an, aber als wir gerade auf den Sätteln saßen ging es von vorne los. Wir ließen uns aber davon nicht abschrecken. Dem blauen Himmel entgegen und Streetart-Kunstwerken vorbei steuerten wir auf den westlichen Ausgang der Bucht zu.

Auffallend ist eine Kette von Inseln, die die Bucht abschließen. Auf einer steht eine Burg, auf einer anderen ein Turm. Damit war Morlaix von Seiten des Meeres her gut geschützt. Carantec liegt auf einer Halbinsel, hat einen Hafen und viele Häuser scheinen Wochenendhäuser zu sein.

Heute am Montag waren wir froh eine Pizza zu bekommen. Die Furt am Hafen, die auf eine der vorgelagerten Inseln führt, stand schon wieder unter Wasser. Ein Blick zum Himmel lies uns grübeln, ein heller Blitz lies uns ein Buswartehäuschen aufsuchen, aber nichts passierte.

Also beschlossen wir heim zu fahren. Vor uns Morlaix schien gerade aus einer heftigen Schauer aufzutauchen, also nicht zu schnell fahren und die Sonnenstrahlen genießen. So kamen wir trocken beim Wohnmobil an und räumten die Fahrräder leer, gerade rechtzeitig bevor uns ein heftiger Schauer traf. Keine Ahnung woher der kam, denn gerade hatte noch die Sonne geschienen, wie jetzt auch. Bretonisches Wetter halt.

Morlaix / Hafen

Morlaix

Eine Wetter-App in der Bretagne ist total nutzlos, so schnell wie sich hier Regen und Sonnenschein ablösen, kann keine App reagieren. Die KI sagt, nütze deine natürliche Intelligenz und finde dich damit ab. Das zu unserem ersten Eindruck von Morlaix und der Fahrt hier her.

Wer in diese Gegend kommt sollte sich aber den Campingplatz merken: Camping Le Verger de Morlaix. Klein, gemütlich mit neuen Sanitäreinrichtungen, WiFi überall auf dem Platz und gerade mal 3 km vom Zentrum entfernt.

Da kommen wir gerade her. Die Eisenbahnlinie nach Brest überspannt seit 1865 den Ort auf einem 58 m hohen Viadukt. Im Norden her kann man mit dem Boot bis in einen Hafen fahren, die Zuflüsse dagegen sind überdeckelt und werden als Parkplätze genutzt.

Ein Prospekt lud uns zu einem innenstadtnahen Rundgang ein. Bei einem schönen Graffiti stiegen wir bis zur ersten Etage des Viaduktes hoch. Auf dieser Höhe kann man das Tal überqueren und hat einen schönen Blick.

Dann ging es wieder hinunter in die Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern, interessanten Läden und einigen Fresken. Ein kurzer Schauer lies uns in einem netten Café Schutz suchen. Kurz darauf schien die Sonne wieder und wir vollendeten unseren Rundgang. Ohne Befestigungsanlagen macht die Stadt einen friedlicheren Eindruck.