Wir haben den Atlantik verlassen und sind in Châteauroux am Indre gelandet. In der Mittagspause haben wir uns im Backofen eine Pizza warm gemacht, dabei standen wir auf einem hübschen Picknick-Platz gegenüber von Saint Savin an der Gartempe. Vor uns steht die alte Brücke aus dem 13. Jahrhundert, die die Mönche des Klosters von St. Savin erbaut hatten.
St Savin
Von dort war es nicht weit bis Châteauroux. Die Landstraße über die hügelige Landschaft ließ sich bei meist 90 km/h trotz Regen gut fahren. Nach der Ankunft war es trocken und warm, so dass wir zu einem Spaziergang durch die Grünanlagen am Indre los zogen.
Heute morgen fuhren wir in die Stadt, um sie uns anzusehen und einige Einkäufe zu erledigen. Vielleicht liegt es am Wetter, dass uns die Stadt GRAU vorkam. Nur wenige Gebäude ließen uns anhalten, um sie zu betrachten. Eine Kirche wird gerade „gekärchert“ und der Turm strahlt in altem Glanz.
Am Ufer des Indre steht das Kloster der Cordelières. Heute ist es eine Schule und Ausstellung für zeitgenössischer Kunst. Das Wetter scheuchte uns unter einen großen Baum, von dem wir bald durch die Grünanlagen am Indre zum Campingplatz zurück fahren konnten.
Wir wollten die Loire hinab fahren und, um den Bogen bei Orlean zu umgehen, fuhren wir quer durchs Land. Bei den nun vorgeschriebenen 80 km/H auf der Landstraße nicht unbedingt der schnellste Weg, aber so kamen wir durch nette Ortschaften hindurch. Als Ziel hatten wir ein kleines Dorf angegeben, das ausgezeichnet wurde für seine schöne Blumengestaltung. Als Standquartier bot sich das nahe Loches an.
Wie in den letzten Jahren in Frankreich waren zahlreiche Fahrradwege ausgeschildert, auch gab es Broschüren mit Routenvorschlägen. Hier verlaufen sie vor allem auf wenig befahrenen Nebenstraßen. So kamen wir an einer alten Römerbrücke vorbei bis wir Chédigny erreichten. Diesen Tipp hatten wir aus der Zeitschrift: Frankreich erleben.
Der Ort darf nur von Einheimischen per Auto befahren werden. Die Straßen sind Fußgängerbereiche und die Blumen wuchern von den Rändern auf die Straße hinaus. Undenkbar zu Hause, aber hier wunderschön. Alle Gärten war sehr gepflegt und dicht bepflanzt, kein Fenster wirkte nackt, die Häuser in gutem Zustand und, was uns am meisten verwundert hat, das Touristen-Aufkommen wurde nicht speziell vermarktet, kein Souvenir-Shop, kein Fastfood oder große Gartenwirtschaft, die mal schnell 2 Busse abfertigen kann. Alles richtet sich ausschließlich an den Bedürfnissen derer, die hier leben. Es gibt einige große Events im Ort, aber dann ist wieder Ruhe.
man beachte die eigenartige Dachkonstruktion des Kirchenschiffes
Am nächsten Tag sind wir zu Fuß nach Loches hinein gegangen, und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Strahlend weiße Fassaden der Häuser leuchteten und waren die Fassade für ein schmuckes, sauberes und und für sich einnehmendes Ensemble. Überragt von der befestigten Oberstadt mit Burg und Kirche liegt das alte Ortszentrum am Indre und lädt zum Bummeln, Einkaufen und Genießen ein.
Auf dem Rückweg fanden wir den Eingang in die Unterstadt. Der ganze Berg ist ausgehölt, denn man hat den schönen weißen Kalkstein für die Häuser hier drinnen gebrochen. Jetzt ist es ein Museum und man kann selbstständig durch die Cavernen streifen. Der Weg ist ausgezeichnet und Tafeln erklären die Objekte vom Steinhauen, dem Mauerhandwerk bis zur Championzucht. Da noch Platz war, hat ein Künstler Klanginstallationen aufgebaut, die man durch Lichtschranken in Gang setzt, ein ganz besonderes Erlebnis.