Ein weiteres Stück auf dem Oder-Neiße-Radweg erwartet uns. Nach einer frischen Nacht zogen wir uns warm an. Zum Glück ist kein Regen zu erwarten. Direkt vom Campingplatz in Schwedt, der recht komfortabel und sehr sauber ist, geht es auf den Fahrradweg, meist auf dem Hochwasserdamm in Richtung Norden.

Nach dem Ortsende wechseln wir hinüber in das Naturschutzgebiet und umfahren so die große Papierfabrik. Ganze Berge von Altpapierballen liegen im Hof. Wir fahren auf dem Damm, rechts und links die breiten Wiesenstreifen sind parkähnlich gemäht und zum Wasser hin befindet sich ein Streifen mit Bäumen und Büschen. Überall ist das Gelände durch Zäune gegen die Wildschweine aus dem Osten gesichert.

Nachdem wir den Kanal per Brücke überquert hatte, führte uns der Weg ein Stück in den Wald. Dann über gut ein Dutzend flache Hügel parallel zum Fluss. Wir sahen einen Schwarzspecht und ein Marder oder so ähnliches Tier querte unseren Weg. Bei Fridrichsthal ging es dann wieder auf den Damm.

Auf den durch den Damm geschützten Wiesen sahen wir Angusrinder und da, wo die Wiesen noch nasser waren, eine große Herde von Wasserbüffeln. Von dort sahen wir auch schon die Türme von Gartz. Imposant ist die Kirche, obwohl ihr das Mittelteil des Kirchenschiffs fehlt. Zum Chor hin hat man eine neue Außenmauer hoch gezogen.


Die Wände des alten Kirchschiffs stehen noch. Im Innern wurden gerade gerade eine Bühne und Bestuhlung aufgebaut für eine Theateraufführung. Auf dem Bild sieht man, dass rechts vom Turm das Dach fehlt. Ein Stück Stadtmauer und ein Stadttor gibt es auch noch.

Die meisten Restaurantbetriebe hatten geschlossen. Mit dem Handy fanden wir einen Döner am Ortsausgang, der uns ein schmackhaftes Essen servierte und mit dem wir uns angeregt unterhielten, einer türkischen Familie, die seit 30 Jahren in Deutschland sind und deren Kinder alle eine Ausbildung hier gemacht haben. (Das nur mal für AFD-Anhänger angemerkt.) Auf dem Rückweg sahen wir viele Gänse, die sich für den Flug in den Süden sammeln. Manchmal sind es hunderte auf den Wiesen.

Wir fuhren an der Westoder entlang. Wer über die Ostoder kommt muss über die Schwedter Schleuse, um auf die gleiche Wasserhöhe zu gelangen, die im Schwedter Hafen herrscht.
