Drauradweg

Ruhepause bevor es der Sonne zu geht, und die soll in Südtirol mehr scheinen wie weiter nördlich. Deswegen habe ich heute etwas Zeit zum Plaudern. Drum hier ein paar Informationen zum Drau-Radweg. Der Radweg beginnt in Toblach, in Südtirol (Italien), durch das südliche Österreich, Slovenien und Kroatien bis zur Donau. Das sing mögliche 710 km. Bezeichnet ist er als R1. Nach der Durchsicht des Kartenmaterials ist fast überall ein Bahnanschluss vorhanden.

Braune Storchschnabel (Geranium phaeum)

Wir kennen bisher ja nur einen Teil, der durch Osttirol verläuft. Der ist landschaftlich sehr schön. Die Pflanzenwelt und die große Anzahl von Insekten zeigt, das hier sorgsam mit der Natur umgegangen wird.

Oberdrauburg

Oberdrauburg hat seinen Namen von der Burg- Ruine, die den Ort überragt. Im 13. Jahrhundert entstand im Schutz der Burg eine Straßensiedlung, die heute 1200 Einwohner aufweist. Im 2. Weltkrieg wurde die Burg schwer beschädigt. Das Foto legt nahe, dass die Ruine gesichert wurde und für Veranstaltung zur Verfügung steht.

Oberdrauburg

Weiter findet man am Weg Hinweise auf geschichtliche Begebenheiten bis zu Ausgrabungen von Überresten aus der Römerzeit.
Bei Lienz befindet sich z. B. der Kosakenfriedhof: Im Mai 1945 flohen etwa 40.000 mit dem Deutschen Reich verbündete und aus dem Don- und Kaukasusgebiet stammende Kosaken von Oberitalien nach Osttirol. Die Auslieferung an die Sowjetunion bedrohte sie mit dem Tod oder der Verbannung nach Sibirien. Trotzdem wurden sie – ob Männer, Frauen oder Kinder – interniert und schließlich von britischen Truppen der Roten Armee übergeben. Wenigen gelang die Flucht.

Drautal-Radweg in Richtung Spittal

Jeder, der in dieser Gegend übernachtet, zahlt nicht nur die Kurtaxe, sondern bekommt auch eine Gästekarte. Meist kann man damit nicht viel anfangen, anders hier, denn damit sind alle Fahrkarten für 2 Personen incl. Fahrräder in den Zügen frei benutzbar, und das ist super.

Also dann auf die Räder und so weit die Drau hinab, wie Po und Laune mitmachen, denn zurück geht es ja bequem per Bahn. Der Weg war gut, die Sonne schien, Wiesen und Wälder entlang des Radwegs wechselten ab. Später kamen ein paar kurze Steigungen und im Gegenzug gemütliche Abfahrten.

Am Wegesrand gab es einiges Interessantes zu entdecken. Neben zum Fuchs´Knabenkraut auch eine Waldhyazinthe. Etwas weiter standen der gelbe Eisenhut und der gelbe Fingerhut. Bei dem Schmetterling fanden wir dunkelrote Walderdbeeren. Von denen habe ich kein Foto, die waren so schnell in unseren Mündern verschwunden.

Nach etwa 45 km suchten wir uns ein Lokal zum Mittagessen, was etwas schwierig war, denn oft öffneten die erst ab 17 Uhr. So trafen sich eine größere Gruppe von Radfahrern vor einer Café-Bar, die kleinere Gerichte anbot. Die Pause streckten wir so, dass wir ohne Eile am Bahnhof ankamen. Die Räder rollten eben in den Waggon, es war Platz genug da und man konnte sie festzurren. So kamen wir bequem zurück. DIE Bahn ist gar nicht so schlecht, nein, richtig GUT.