Rund um die Colli Euganei

Jetzt ist es doch die Rundfahrt geworden, 67 km, dank zweier verpasster Abbiegungen. Die Wege sind fast überall asphaltiert und so breit, dass man neben einander fahren kann, wenn niemand von vorne oder hinten kommt. Meistens passt die Ausschilderung, und wenn nicht fährt man mal einen Umweg. Trotzdem ist die Runde ganz und gar empfehlenswert.

Este

Wir starteten am Campingplatz. Nach dem heftigen Gewitter in der Nacht war die Luft noch diesig und die Sonne kam noch nicht richtig durch. Es sind vielleicht 300 m bis man den Fahrradweg erreicht und wir starteten in Richtung Este, d.h. nach Westen, im Uhrzeigersinn um die Berge. Die Berge sind vulkanischen Ursprungs und sind aus Basalt. Die höchste Erhebung ist 601 m hoch und trägt eine Vielzahl von Antennen.

Unsere erste Station war Este. Sie besitzt eine Basilika und es sind noch die imposanten Burgmauern und Türme erhalten. Im Innern befindet sich ein Park. Bis hier her fuhren wir auf einem Hochwasserdamm neben einem Kanal her. Dieser Weg ist im Stadtgebiet überbaut. Er geht aber nach durchqueren der Stadt weiter.

Schon von Weitem sahen wir die blaue Markiese. Beim näher kommen entzifferten wir Gelati und Käse. Neben eigenen Milchprodukten vertrieben sie Nudeln, Brot und Fleisch von Produzenten der Umgebung. Da deckten wir uns mit feinen Lebensmitteln ein.

Il Catajo

Das Castello del Catajo aus dem 16. Jahrhundert wurde in den letzten Jahren restauriert und ist nun wieder der Öffentlichkeit zugänglich, nur leider nicht in dem Moment als wir vorbei kamen. So haben wir es uns für einen weiteren Besuch in dieser Gegend aufgehoben.

Battáglia Terme

Nicht weit davon weg liegt das Städtchen a Terme, dass mehr verdient, als dass man nur einfach durch fährt, aber wir wurden langsam müde und es zog uns zum Campingplatz. Die letzte Station war dann Monsélice mit ihrer Festung auf dem Berg. Der Kanal war mal schiffbar und führt bei Chióggia ins Meer. Diesen Ort hatten wir auf einer anderen Reise besucht. Vielleicht findet man den Beitrag, wenn man den Namen ins Suchfeld eingibt.

Fahrt zu den Colli Euganei

Das hieß für uns, den Appennin zu verlassen und quer durch die Po-Ebene bis nahe der Alpen zu fahren. 240 km, eigentlich kein Problem. Wir machten aber daraus eine kleine Herausforderung, weil wir nicht dem Lauf der Flüsse von West nach Ost gefolgt sind, sondern uns einen Weg direkt nach Norden gesucht haben.

So mussten wir direkt vom Campingplatz unseren ersten Pass angehen. Kurz vor der Passhöhe fand ich einen größeren Parkplatz, wo ich einen Pflanzen-Erkundungsstopp einlegte. Vom Auto aus hatte ich schon mehrfach Orchideen entdeckt, konnte aber immer nicht anhalten.

Dann ging es in Kehren wieder hinunter ins Tal. Hier verläuft die Autobahn Rimini-Rom, die wir nur überquerten, um den nächsten Pass anzugehen, wir sind natürlich gefahren und unser Fiat brummt gemütlich den Hang hinauf. Landschaftlich war es atemberaubend. Gudrun hat gefilmt, aber ich konnte wie meist an den schönsten Stellen nicht anhalten.

Aber auch hier fand sich irgendwann, kurz vor der Passhöhe eine Haltemöglichkeit mit traumhaft schönen Wiesen mit einer Vielzahl von Blumen. Eigentlich sollte noch ein dritter Pass folgen, aber kurz nach Ortsausgang standen bei einem Haus Sanka und Feuerwehr so auf der Straße, dass nur ein schlanker PKW vorbei passte. Ich drehte das Wohnmobil indem ich das Ende in ein Feld drückte und so genügend Platz bekam, dass ich die Motorhaube in die entgegen gesetzte Richtung bekam.

Der Rest ist schnell erzählt. Es ging hinaus in die Poebene und auf langweiligen schlechten Straßen eingereiht zwischen LKW bis kurz vor Padua. Von der Autobahn konnten wir die Colli sehen und nach einem Einkauf waren wir kurz darauf auf unserem uns bekannten Camping Alba, direkt unter blühenden Linden. Der Duft ist berauschend. Es ist schwül warm und wir warten auf ein erfrischendes Gewitter.

Colli Euganei: Este

Ein Campingplatz, der bis zum letzten Platz belegt ist, ist genau das Gegenteil von dem, was wir am Camping lieben. Gestern rollte in Chioggia ein Wohnmobil oder Wohnwagen nach dem anderen an. Eine Hektik, ein Lärm. Da waren wir froh nicht länger gebucht zu haben. Kartenstudium führte zu dem Ergebnis, die Colli Euganei an zu fahren.

Das ist ein isoliertes Vulkangebiet, das dem Südrand der Alpen vorgelagert ist. Der Monte Venda reicht bis auf 601m hinauf, die meisten anderen erreichen so um die 300m. Das Internet verwies auf das im Süden davon gelegene Agroturismo Alba. Zum gut eingerichteten Campingplatz bieten sie Wein und ein eigenes Restaurant an.

Außerdem liegt der Campingplatz am Fahrradrundweg um die Colli Euganei, der es auf 65 km erlaubt die Vulkankegel zu umrunden. Bis auf einen 70 m hohen Anstieg und anschließender Talfahrt verläuft der Weg ziemlich eben. Wir sind heute bis nach Este gefahren. Hier ist der Weg auf einem Hochwasserdamm trassiert, mit Teersplitt versehen und verlief fast horizontal.

Von Este fielen uns schon von weitem etliche Kirchtürme auf. Nördlich der Stadt existieren noch Reste einer stattlichen Stadtmauer, die einen schönen Park umfassen.

In der Altstadt gibt es etliche großzügige Plätze, Arkaden mit Cafés und an einer Ecke gleich mehrere gute Eisdielen. Nach einer Stärkung ließen wir uns den Fahrtwind ins Gesicht blasen und fuhren zügig zurück, nach einer kalten Dusche lechzend.

Aus Abfall wird Kunst: Este