Das Museum nimmt mitten im Ort einen großen Bereich ein. Das dreistöckige Hauptgebäude liegt an der Hauptstraße in einem Park mit schönem Baumbestand. Dieser setzt sich auf der Rückseite fort. An der Südseite befindet sich eine Halle und ein weiteres mehrstöckiges Gebäude, alles zum Besichtigen. Hier möchte ich einige der Highlights vorstellen.
Als erstes kommen wir zu den Mosaiken. Einfache Schwarz-Weiss-Muster findet man im Gebäude, aber auch außerhalb. Man traut sich gar nicht darauf herum zu laufen. Die Farbigen sind meist an den Wänden angebracht.
Einige schöne Skulpturen gibt es auch, oft sind sie beschädigt, ist wohl in Zusammenhang mit den Erdbeben in dieser Region passiert. Die kleineren Dinge, wie Glaswaren, kleine Metallskulpturen, Ringe, Werkzeug blieben eher ganz und mit ihnen kann man sich in die Zeit zwischen 100 und 400 nach Chr. hinein versetzen.
Zum Schluss des Beitrags noch 3 Reliefdarstellungen, die uns besonders aufgefallen sind. Ein ganzer Raum ist Gemmen gewidmet, die von hinten beleuchtet werden und mit 2 Monitoren werden sie an die Wand vergrößert, um die Schnitzereien genau zu betrachten. Hier wurde eine Sammlung zusammen getragen, die man eigentlich nur in einer großen Stadt erwartet.
Nachdem wir von unserem ersten Besuch im Ort so was von gesättigt waren, bin ich noch mal los gezogen. Beim Forum Romanum entdeckte ich auf der anderen Straßenseite diese obige Pflasterstraße der Römer, die zum Stadion führt, dass erst in den Anfängen ausgegraben ist.
Kanalhafen
Im eigentlichen Ortskern beim Rathaus traf ich auf einen Kanal mit Booten. Damit bekam ich eine Vorstellung, wie zur Zeit der Römer hier ein Kanalhafen und Umschlagplatz möglich war. Auf der anderen Seite, unter den Arkaden gibt es ein gemütliches Restaurant. Bei einem Haus fiel mir auf, dass der Kamin in die spitze Hausecke gemauert worden ist, dem ein auffallender Kaminabschluss ziert.
Chiesa di Sant’Antonio da Padovaon dort fuhr ich an einer Barockkapelle aus dem 17. Jahrhundert vorbei. Durch ihren quadratischen Grundriss fällt sie aus dem Rahmen, wie auch der Baustil, den ich sonst nirgendwo fand. An diesem Sträßchen befinden sich an einigen Häusern Mosaike. Ob da die Hausbesitzer den Archeologen zuvor gekommen sind, oder es sind gelungene Replikate.
Wir 2 Krieger
Direkt vor der Basilika steht die Skulptur: Wir zwei Krieger. Ich suchte im Internet einen Bezug zu dem Ort wo sie steht, fand aber nichts. Dabei bin ich am Archäologischen Nationalmuseum vorbei gekommen. Im Garten stehen diese eigenartigen Pyramiden aus Urnen. Dem Museum widme ich einen eigenen Beitrag, um euch wenigstens einige der Exponate zeigen zu können, die uns begeistert haben.
Auf dem Weg zurück zum Campingplatz kam ich noch an diesem „Großes Mausoleum von Candia“ vorbei, dass man weiter außerhalb gefunden hat und an dieser Stelle so gut es ging wieder restauriert hat.
Wir haben bewusst die Autobahn gemieden, aber landschaftlich bot die Strecke entlang der Adria nicht viel. Nachdem wir an Venedig vorbei waren, wurde wenigstens der Verkehr weniger und wir konnten zügig von Kreisverkehr zu Kreisverkehr fahren. Vom Platz aus sehen wir das slowenische Karstgebirge und direkt am Campingplatz vorbei verläuft der Alpe-Adria-Fahrradweg, auch hier auf ehemaliger Eisenbahntrasse. Aber dazu in den kommenden Tagen mehr.
Da heftige Gewitter angesagt waren, machten wir uns auf den Weg in den Ort. Dabei stolperten wir direkt beim Eingang des Campingplatzes in den römischen Flusshafen. Bis hierher hatten die Römer ihre Handelswaren verschifft, um sie dann für den Weg nach Osten auf Wagen zu verladen. Das muss man einfach den Fachleuten glauben, erkennen kann man es nicht wirklich.
Von dort gelangt man in den Ausgrabungsbereich eines vermögenden römischen Kaufmanns. Hier hat hat die Mauerreste und die Mosaikböden entdeckt. Um sie zu schützen hat sie teilweise mit neuen Mauern und einem Dach in Form des möglich historischen versehen. So entsteht in etwa die Atmosphäre, die man einst im Haus spürte.
Wenn man danach weiter zur Basilika läuft kommt man zur Kasse und dem Souvenirshop, denn auch für die Basilika braucht man ein Ticket, genauer gesagt, für alles eines. Damit kann man die Basilika betreten. Der Hauptraum ist leer. Nein, nicht leer, sondern von einem riesigen Mosaik bedeckt. Um es nicht zu zerstören läuft man auf einem Glasboden mit Abstand zu dem Mosaik.
In den Jahren 314-319 wurde eine Basilika mit dem Mosaik gebaut. Kriege und Erdbeben führten mehrmals zur Zerstörung und Neubau, dabei wurde das Mosaik verschüttet und erst im Jahre 1909 wiederentdeckt. Auffallend sind die vielen Fische, aber auch Medaillons mit Köpfen von Personen und Personen bei ihren täglichen Arbeiten.
Später wurde im Altarbereich eine Krypta erbaut, um die Märtyrer von Aquileia zu begraben. Der Raum wird von einer interessanten bemalten Holzdecke überspannt, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. Vom Kirchenschiff aus gelangt man zu einer Ausgrabung aus der Römerzeit, die darauf hinweisen, dass die Basilika auf den Resten römischer Häuser gebaut wurde. Auch hier sieht man Mosaike.
Außerhalb befinden sich noch 2 weitere Gebäude mit Zeugnissen aus der Vergangenheit. Ist ist überwältigend. Kein Wunder, dass Aquilei zum Weltkulturerbe gehört. Um den Beitrag nicht zu groß werden zu lassen, habe ich die vielen Außenaufnahmen weg gelassen. Heute Nacht hat es dann geschüttet, ein Gewitter ist über uns herein gebrochen, hat aber nichts zerbrochen.