Die Gattung Astrophytum – Sternkaktus

Heute herrscht Hochsommerwetter mit an die 30° Lufttemperatur. Im Gewächshaus ist es noch wärmer. Das hat die Blüten einiger meiner Astrophyten zum Öffnen gebracht. Es herrschen Bedingungen wie in Mexiko und die Pflanzen fühlen sich wohl.

verschiedene Astrophyten

Im Jahre 1837 wurde in Mexiko ein Kaktus von Europäern entdeckt, der keine Dornen aufwies. ( Bei den Einheimischen, den Indios, waren sie natürlich schon lange bekannt.) Er wurde gesammelt und beschrieben. Zu erst waren es nur 2 Arten in der Gattung Astrophytum, und bis heute hat man erst 6 Arten gefunden, dazu gehören aber noch etliche Varietäten und Formen oder wie man heute oft liest: Subspecies.

Der erste war also der Astrophytum myriostigma (Punkt-Stern-Kaktus). Wie in der Botanik lange Zeit üblich, bekamen die Pflanzen lateinische Namen. Unter den Kakteenforschern, waren auch etliche Deutsche, darunter auch Gärtner, die die Namen eindeutschten, da die Pflanzen so bessere Verkaufschancen hatten. Neben dieser Art gibt es auch Pflanzen denen die weißen Flöckchen auf der Oberfläche fehlen, die Form nudum = nackt.


Astrophytum vierrippig

Die zweite Pflanze, die man fand war der Astrophytum asterias (Meerstern oder Seeigelkaktus).

Kakteen, die nicht stechen, die lassen sich einfacher verkaufen und so versuchte man sie züchten, nicht nur sie weiter zu vermehren, sondern sie auch zu verändern. Daraus entstanden vierrippige und dreirippige Formen, die mir nicht gefallen.

asterias v nudum

Diese flach-runden Pflanzen sehen wie das Skelett eines Seeigels aus. Diese Pflanzen dürfen nur sparsam gegossen werden, sonst platzen sie auf. Sie wachsen gut in mineralischem Substrat und lieben die Sonne.

Nun hat man heraus gefunden, dass es weitere Pflanzen gibt, die diesen sehr ähnlich sind, aber Dornen besitzen. So gibt es heute auch Astrophyten mit Dornen wie Astrophytum capricorne, der im Alter seinen Körper in einem Wirrwarr von Dornen versteckt und Astrophytum ornatum, der zu einer schlanken Säule heran wächst. Meine Pflanze ist etwa einen Meter hoch und ungefähr 40 Jahre alt.

capricorne

Bei diesen Pflanzen versuchte man besondere Beflockung heran zu züchten. Im großen Bild rechts sieht man so eine Pflanze. Im Übersichtsbild befindet sich oben rechts eine Pflanze mit normaler Beflockung.

ornatum

Astrophyten blühen immer wieder den Sommer über wenn sie genug Sonnenlicht und Wärme bekommen, dann reicht auch ein Platz an der Südwand des Hauses. Im Winter sollten sie aber frostfrei stehen.

Jetzt, wo sie regelmäßig blühen, kann man die Blüten mit einem weichen Pinsel bestäuben, das heißt, den Pollen der einen Pflanze auf den Stempel einer anderen übertragen. Das funktioniert auch bei verschiedenen Astrophyten untereinander. Daran sieht man, dass die Pflanzen untereinander verwandt sind. Die schwarzen relativ großen Samen kann man im Frühjahr aussäen, dazu werde ich zu passender Zeit hier einen Beitrag schreiben.

senile

Die Beschreibung der Gattung ist nicht vollständig. Ich will hier nur einen Einstieg in diese Gattung anbieten.

Blütengröße der Kakteen

Beim heutigen Besuch in meinem Gewächshaus fiel mir eine kleine, sehr kleine Blüte auf. Da sie sich farblich kaum vom Pflanzenkörper abhebt, kann man sie leicht übersehen. Es war die Blüte von Mammillaria plumosa. Ihr Blüte misst im Durchmesser gerade mal 5 mm.

Sie war der Anstoß mal etwas über die Blütengrößen bei Kakteen zu schreiben. Dabei hatte ich mir die Vorgabe gesetzt, wenn immer es geht auf aktuelle Bilder zurück zu greifen und nicht im Computer nach passenden zu suchen. So geben die Bilder im Blog einen Einblick, was gerade im Moment bei mir im Gewächshaus passiert.

Mammillaria craigii

 Da ich nun bei den Mammillarien stand, so sah ich in der Nähe Mammillaria craigii mit einem für die Art typischen Blütenkranz. Die Blüten besitzen mit 17 mm eine für Mammillarien typische Größe.

Außerdem gibt es noch die Gruppe der großblütigen Mammillarien, zu denen gehört Mammillaria sheldonii, die es auf eine Blütengröße von 30 mm bringt.

Auf dem Brett darunter stehen meine Wigginsien, die es als „Wiesenkakteen“ nicht so sonnig und heiß mögen. Da blühte unter anderem Wigginsia sellowii. Wie alle Wigginsien blüht sie gelb und streckt ihre Blütenblätter 50 mm weit auseinander.

Ebenso sonnenhungrig wie durstig erweisen sich die Thelokakteen. Wenn man sie regelmäßig gießt und nicht vergisst sie auch mal zu düngen blühen sie mehrmals im Laufe des Sommers.

Thelokaktus hintonii ist nicht so häufig in den Sammlungen vertreten, da sie „nur“ blass gelb blüht, während nahe verwandte mit blass- bis kräftig Rosa farbenen Blüten protzen. Diese Blüte hat einen Durchmesser von 65 mm.

Wenn man noch größere Blüten mag, so sollte man bei den Epikakteen = Epiphyllen suchen. Diese werden gerne gekreuzt. So habe ich es auch probiert und schuf diese Orange farbige Hybride

ohne Namen. Ihre Blüte ist 130 mm breit und blüht jetzt auch schon zum zweiten Mal.

Für die größte Blüte muss ich doch zu einem Archivbild greifen. „Die Königin der Nacht“ blüht halt nur kurz, besitzt aber mit bis zu 300 mm eine der größten Blüten unter den Kakteen.

Ein Kakteenfreund ist nie mehr allein

Hallo. ihr werdet gleich merken, wie das gemeint ist.

Zu mindest einen Kaktus im Schlafzimmer aufzustellen, das könnte genau das umgekehrte Ergebnis zur Folge haben.

Obwohl ein Kaktus natürlich auch ein Lebewesen ist und seine Bedürfnisse hat. Aber, das ist ein anderes Thema – oder auch nicht, denn für einem blühenden Kaktus interessieren sich nicht nur Cactusphile sondern auch Insekten.

Zebraspinne

Also wundert euch nicht, an Kakteen Bienen, Hummeln, Fliegen und ähnliches zu finden. Das ist der Moment an dem man mehr am Beobachten als am „Rumorganisieren“ ist. In der Folge finden sich auch Spinnen ein, die uns vor dem Ungeziefer schützen wollen. Die hübschen Zebra-Springspinnen sind nette Gäste, andere, die Netze spinnen, sind dagegen weniger beliebt. Da hilft nur eine zügige Handbewegung mit der man die Fäden wegwischt. Nach einigen Tagen suchen sie sich einen anderen Platz an dem sie in Ruhe gelassen werden.

Feldwespe
Grille

Jetzt haben sich bei mir zum ersten Mal Wespen eingenistet. Da muss man schon eine stabile Toleranz entwickeln, ihnen Unterkunft zu gewähren. Sie beobachten mich und ich sie, und bis jetzt kommen wir gut mit einander aus.

Ich besitze ein kleines Gewächshaus. Das ist auch bei den Vögeln beliebt. Die einen zwitschern vom Dachfirst, ein junges Gartenrotschwänzchen erkundete es auch mal von innen und eine Amsel war so erbost über meine Schilder an den Aussaatschalen, dass sie diese auf den Boden schmiss. Es war eine große Katastrophe für mich; wie sollte ich nun herausfinden, was ich da ausgesät hatte.

Bei einem Freund hatte ein Katze mehrere Schalen mit Kakteen von einem Bord geschmissen. Vermutlich war sie in Panik geraten, als nachts ein anmutiger Sprung in den Kakteen endete.

Das klingt so, als würde ich euch vom Kakteen-Hobby abraten. Nein, absolut nicht.
Wir ihr seht ist Kakteen zu pflegen alles andere als langweilig.
Zum Schluss noch eine „richtige“ Kakteennachricht: Cylindroopuntia tunikata blüht. Sie wurde vor mehreren Jahren frei ausgepflanzt und hält -25°C ohne Regenschutz aus und jetzt bei 1,80 m blüht sie.

Frühling im Namaqualand

 Bei mir zeigen sich jetzt die ersten Knospen bei den Conophyten, dann wird es Zeit denen mal wieder Wasser zu geben, denn den Sommer über blieben sie total trocken, denn es ist in deren Heimat Trockenzeit. Und wie man an der Blütezeit der Conophyten sieht, sind die nicht gewillt, sich auf die Jahreszeiten der nördlichen Hemisphäre umzustellen.

  Wenn man nach dem Gießen noch ein wenig bei diesen Pflanzen verweilt, kann man etwas besonderes feststellen: Die Samenkapseln verändern sich, wie Knospen öffnen sie sich, bilden kleine Rosetten aus denen der Regen die Samen fort spülen kann. Man kann das leicht bewusst provozieren, in dem man mit einem Pinsel ein paar Tropfen Wasser auf die Samenkapseln gibt.

 Dann braucht man nicht lange warten, man kann zusehen wie sich die Kapseln öffnen, und jede Pflanze hat Kapseln, die sich im Aussehen von den anderen unterscheiden.

Ich habe ein paar Bilder von Lithops zur Demonstration her genommen, da man es da noch besser sieht.

Viel Erfolg beim Ausprobieren!

Wie man diesen hauchfeinen Samen erfolgreich aussät, das habe ich noch nicht heraus gefunden. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand darauf einen Hinweis sendet.

Wenn die Blüten aufgehen

Hallo, und willkommen bei mir und meinem Hobby: Kakteen zu pflegen, sammeln, vermehren, zu fotografieren und über sie zu schreiben. Früher ging man in den Kakteenverein, heute geht man ins Internet. Und das versuche ich auch mal. Was heißt „mal“. Ich werde über das Jahr hinweg immer wieder über das was mit und um meine Kakteen passiert berichten. Dabei hoffe ich euch einige gute Tipps geben zu können.

Lobivia grandiflorus

Es ist ja nichts frustrierender wie ein Kaktus der nicht blüht. Damit meine ich nicht die hässlichen Strohblumen, sondern die Entwicklung von Knospen, das Aufgehen der Blüte, das Verblühen und vielleicht das Bilden einer Samenbeere. Den Samen kann man aussäen und neue Pflanzen heran ziehen.

All das ist spannend und ich möchte euch daran teilnehmen lassen. Dazu gehört natürlich auch, dass ich auf eure Fragen und Anregungen eingehe. Nun zu meinem ersten Beitrag: Das Erwachen der Blüten im Verlauf des Morgens. Über Nacht habe ich diese alte Pflanze von Lobivia grandiflorus in der Garage stehen gehabt, im Dunklen. Und als ich sie heute Morgen wieder vor das Haus stellen wollte, waren mehrere ihrer Blüten voll erblüht. Normalerweise brauchen die Blüten Sonnenlicht, viel Sonnenlicht, um zu blühen.

Selenicereus grandiflorus

Im Gewächshaus im Sonnenschein war zu dieser Zeit noch alles im Schlafmodus, alle Knospen geschlossen.
Daraus erkennt man, dass es Tagblüher und Nachtblüher bei den Kakteen gibt. Der berühmteste Nachtblüher ist Selenicereus grandiflorus, die Königin der Nacht. Sie geht langsam bei Sonnenuntergang auf, wartet auf ihre Bestäuber und geht bei Sonnenaufgang wieder zu.

Meine Kakteensammlung

Bei meinem letzten Umzug ergab sich die Möglichkeit im Garten ein Gewächshaus aufzustellen. Dieses versorgte ich mit Strom und einem Anschluss an die Warmwasserheizung.

Mammillaria lauii
Notocactus

Zu Beginn meiner Leidenschaft hielt ich mich an Rebutien, Mammillarien und Gymnocalycien, da sie relativ einfach zu kultivieren sind. Was darauf hinaus lief, dass die Gymnocalycien bei mir nicht besonders gern blühten.

Natürlich hatte ich mir einschlägige Literatur besorgt, um die Pflanzen bestimmen zu können, bzw. Hinweise zur Pflege zu bekommen. Das war schon ganz gut, aber für meine Ziele nicht ausreichend, so trat ich der Deutschen Kakteen Gesellschaft DKG und einer ihrer Ortsgruppen in meiner Nähe bei.

Thelokakteen 2016

Das hatte zur Folge, dass ich billig an Samen von vielen Arten kam und meine Sammlung schnell wuchs. Durch Kontakt zu Internoto begann ich mich auf Notokakteen, wie man sie früher als Sammelbegriff nannte, zu konzentrieren. Da sie meistens nur einmal im Jahr blühen, suchte und fand ich in den Thelokakteen eine weitere interessante Gattung. Da die Anzahl der Pflanzen nicht so umfangreich ist, kann man bald so ziemlich alle Arten in seiner Sammlung beherbergen.

Epiphyllum Hybr.

Für Gäste befinden sich bei mir in Einzelexemplaren so ziemlich alle Kugelkakteen-Arten. Ein paar Epiphyllen in Kübeln stehen im Moment gerade unter den Tischen. Nach einer Reise nach Südafrika und Namibia im dortigen Frühling war nach meiner Rückkehr klar, dass ich auch 2 Schalen mit Conophyten brauchte.

Die Mischung von ein bisschen von allem und 2 Gattungen mit denen ich mich intensiv befasse, finde ich für mich eine gute Lösung.

Wie geht es weiter? Ohne strenge Ordnung werde ich immer mal wieder von meinen Kakteen, wie sie sich so machen und von meinen besuchen an Kakteenstandorten hier berichten. Mein Blog soll aber keine Einbahnstraße sein. Schreiben Sie mir, wenn sie anderer Meinung sind, andere Erfahrungen gemacht haben oder wenn sie spezielle Fragen zu Kakteen haben.

Notocactus fuscus am Standort