Notocactus scopa und succineus

scopa

Beide Pflanzen sind für sich als eigenständige Arten beschrieben worden. Da sie sich recht ähnlich sehen, habe ich mir mal die Mühe gemacht bestimmte Merkmale aus den Originalbeschreibungen so weit sie von einander abweichen, heraus zu suchen. Die Angaben zum succineus sind jeweils in Klammern geschrieben.

scopa

Der Körper wird 30-50 cm hoch (20 cm) und 8-11 cm breit (4-9 cm). Der Körper weist 19-35 Rippen auf (18-24 Rippen). 

30-40 weißliche Randdornen (8-20 Bernstein-Farben), Blüte 45-60 mm breit (42 mm), und Blütenblätter 5 mm breit (3-4 mm), Griffel karminrot (hellrot). Wenn das schon die auffallendsten Unterschiede sind, dann fragt man sich schon, ob das eine nicht eine Varietät der anderen ist. Dazu muss man berücksichtigen, dass zur Beschreibung oft nur wenige Pflanzen bekannt waren, heute wir dagegen viel mehr Standorte in der Natur kennen und feststellen, dass sich die Pflanzen an einem Standort schon unterschiedlich darstellen, einige Kilometer weiter nochmals anders aussehen können.

succineus

Darum hat Norbert Gerloff den succineus zum Notocactus scopa var. succineus umbenannt. Wenn du dich jetzt fragst warum so rum und nicht der succineus vorne, so liegt das da dran, dass der ältere Namen von beiden immer den Vorrang hat.
Wenn du selber Pflanzen mit weiteren Namen / Varietäten in deiner Sammlung hast, dann sei gespannt auf meine nächste Folge, die ich dann behandeln werde.

succineus hell

Was ist Notocactus scopa ?

HU 1

Notocactus scopa HU 1 war einer meiner ersten Kakteen. Dadurch war auch meine Vorstellung von einem Notocactus scopa geprägt: eine schlanke Säule mit weißer Bedornung, wobei der oder die Mitteldornen auch mal rotbraun gefärbt sein können. Die Blüten gelb, nicht all zu groß mit roter bis orange-roter Narbe. Am Standort konnte ich sehen, dass sie sehr lang werden können und sich im Alter wie eine Pfeife biegen, den Scheitel aber immer nach oben, der Sonne zu gerichtet.

Auf einer Kakteenbörse wurde mir vor Jahren ein rotbraun bedornter N. scopa angeboten. Ich war total überrascht von dem dunklen Aussehen. Der Körper war stärker wie bei den hellen scopas und gut wüchsig, so dass ich ihn bald köpfen und frisch bewurzeln musste, da seine Größe für mich im Gewächshaus nicht mehr gut zu handhaben war.

Für mich war dann die nächste Überraschung, als bei mir ein „grüner“ N. scopa mit der Feldnummer WD 54 auftauchte. Grün deswegen, da die Pflanze kaum Areolenwolle besitzt und die Körperfarbe wegen der etwas weiter von einander entfernten Rippen stärker zur Geltung kommt. Ich hielt ihn zuerst für einen Notocactus succineus. Wie die zwei Arten miteinander zusammen hängen werde ich in meinem nächsten Post erzählen.