Agde und der Canal du Midi

Agde liegt ja nicht direkt am Meer, deswegen mussten wir heute Morgen entlang des Hérault vom Meer weg fahren. Auf beiden Uferseiten lag ein Boot hinter dem anderen. Der eigentliche Stadtkern liegt auf dem östlichen Ufer.

Die ältesten Gebäude wurden aus einem fast schwarzem Gestein errichtet, was dem Ort ein düsteres Ambiente verleiht. Zum Fluss zu befinden sich viele kleine Gassen, zum Teil sind sie nicht befahrbar. Da zwischen liegen einige kleine Plätze. An einem hat man aus der Not eine Tugend gemacht und die östliche Fassade mit einem großen Fresko bemalt.. Erkennt ihr, was gemalt bzw. was echt ist?

Nach dem Mittagessen fuhren wir einen Kanal hinaus zum Canal du Midi. Hier befindet sich der Abzweig zur Stadt mitten in einer Schleuse, so dass es hier 3 Schleusentore gibt. Wer in die Stadt will, muss in der Kammer das Boot um 90° drehen.

vorne – hinten – rechts

Danach folgten wir dem Canal-du-Midi in westlicher Richtung. Nach nur wenigen Kilometern kreuzt der Canal den Fluss Libron. Das haben wir schon mehrmals gesehen. Meist wird der Kanal mit einer Brücke über den Fluss geleitet. Hier ist der Niveau-Unterschied zu gering und der Libron führt nur manchmal, aber dann Hochwasser.

Durchsicht vom Kanal aus, der Libron würde von links nach rechts fließen

Dann wurde der Kanal dicht gemacht. Ein Schleusensystem ermöglichte in 2 Schritten das Durchfahren des Flusses. Bekannt ist das Bauwerk unter dem Namen: Ouvrages du Libron.

An Frankreichs Kanälen

Also heute habe ich mir mal ein weites Thema vorgenommen, denn Kanäle gibt es in Frankreich an allen Ecken und mitten drin. Von Deutschland aus erreicht man im Süden bei Straßburg den Rhein-Marne Kanal und bei Mulhouse den Rhein-Rhone Kanal. Weiter nördlich kann man entlang der Mosel bzw. der Saar fahren und kommt automatisch zu weiteren Kanälen, da beide Flüsse noch etliche Kilometer schiffbar ausgebaut sind.

Saverne Rhein-Marne-Kanal

Über Mosel und Maas kommt man über Belgien und die Niederlandein in die Nordsee, so auch über Marne in die Seine und weiter. Nach Süden verbinden Kanäle die Saone und Rhone zum Mittelmeer und wem das nicht reicht fährt auf oder entlang dem Canal du Midi über Toulouse und Bordeaux zum Atlantik.

Mit den Kanälen versuchte die Regierung Frankreichs das Land industriell zu erschließen. Vor der Eisenbahn und dem LKW war das Schiff das einzige Transportmittel, das den Warenverkehr voran bringen konnte. Um das Land weitgehend zu erschließen, erschloss man sich zu Projekten wie dem Canal du Centre, der von der Soane über den Buckel mit der Loire verbindet. Da die Loire wegen stark schwankenden Wasserpegel nicht schiffbar ist, wurde ein Loire-Seitenkanal geschaffen, der auch mal über die Loire, mal kurzfristig mitten durch führt. Bei Dezice geht es dann in den Kanal de Nivernais, von Schleuse zu Schleuse bergauf und bei Baye durch ein Tunnel, dann eine 13-stufige Schleusentreppe hinab zur Yonne nach Auxerre und von dort in die Seine.

Nein, damit hätte ich noch nicht alle aufgezählt, nur die schönsten, die wir besucht haben. Nun, was ist so besonders an den Kanälen? Sie führen meist abseits der Hauptrouten durch schöne Landschaften. Da die Kanäle alle in betrieb sind und befahren werden, gibt es entlang eine gute Infrastruktur mit Läden und Restaurants. Am Kanal gibt es die historischen Treppelwege, die fast durchgängig für Fahrräder asphaltiert wurden. Die Boote, Schleusen und unterschiedliche bewegliche Brücken bieten etwas für technisch Interessierte. Der Kanal ist Heimat unterschiedlichster Vögel und anderer Tiere, die man gut beobachten kann. Das alles auf fast ebenen Wegen so dass man auch außerhalb des Kanals einen entschleunigten Urlaub genießen kann.

Die Bilder stellen ein Sammelsurium von Eindrücken dar. Im nächsten Beitrag werde ich mich mit Ihnen, so Sie mögen, auf eine fahrt mit einem Kanalboot begeben.