Montech

Wir sind mal wieder auf der Véloroute entre 2 Mer unterwegs. Dieses Mal hatten wir einen 3 km langen Anfahrtsweg und da wir die stärker befahrenen Straßen meiden wollten, fransten wir uns per Handy durch den Wald. Kein Auto, aber auch kein Asphalt, dafür Orchideen am Wegesrand.

Als wir den Kanal erreichten, ging es auf einmal flott weiter. Was sich als Zwischenstopp anbot, wurde plötzlich das Highlight unseres Ausflugs. Hier gibt es ein Wasserkeil-Hebewerk. Zum Ausgang: In Montech wird der Kanal über eine 5-stufige Schleusentreppe langwierig auf das neue Niveau (+13,50m) gebracht.

Die Schleusenbecken waren zu klein für moderne Schiffe und das mehrmalige Anheben/Senken der Schiffe war langwierig und kostete so wertvolle Zeit. Deswegen baute man daneben das weltweit einzige Wasserkeil-Hebewerk, das auf einem Rutsch die Schiffe auf das neue Niveau brachte.

Nein, rutschen tun die Schiffe nicht, denn talseitig des Schiffes wird hinter dem Boot die Rinne weitestgehend abgedichtet und das Schiff schwimmt auf einem Wasserkeil, den 2 Fahrzeuge mit jeweils 1000 PS den Berg hinauf schieben. Erbaut 1974 und außer Betrieb genommen 2002 nachdem die Dieselmotoren schlapp gemacht hatten, ist die Anlage heute Teil des Heimatmuseums.

Castelsarrasin

Umkehrpunkt unserer Fahrt war Castelsarrasin, wo es außer der massiven Ziegelsteinkirche eigentlich wenig aufregendes zu sehen.

Schiffshebewerk Niederfinow

Die heutige Tour war nicht weit und wir genossen sie indem wir durch die Alleen fuhren. Am späten Vormittag kamen wir an, nachdem wir vergeblich den Stellplatz in Eberswalde gesucht haben. Das Städtchen wäre wohl eines Besuches wert gewesen, aber es sollte nicht sein. Der Campingplatz in Niederfinow war längerfristig ausgebucht, so stellten wir das Wohnmobil auf den offiziellen Parkplatz direkt am alten Schiffshebewerk ab.

links Rampe, rechts „Aufzug“

Mit 15€ pro Tag ist er ziemlich teuer, denn er bietet außer einem Parklatz nichts und selbst die Toilettenbenutzung kostet extra und die sind über Nacht geschlossen. – Nach dem Mittagessen schauten wir uns die mächtige Stahlkonstruktion genauer an. Sahen, wie Schiffe in die Kammer hineinfuhren.

Über einen serpentinenartigen Weg stiegen wir hinauf auf die Höhe des oben weiterführenden Kanals und konnten verfolgen, wie die Schiffe den Trog verließen. Hier konnte man an drei Seiten des Gebäudes herumlaufen und hatte einen schönen Ausblick.

Siemens Verschublok

1934 wurde das Schiffshebewerk erbaut. Es ist 52m hoch und 94m lang. Schiffe mit bis zu 1000t Tragfähigkeit könne das Hebewerk benutzen, dabei wiegt der Trog 4300t, die mit 4 55kW-Motoren bewegt werden. Die sind ausschließlich dazu da, die Reibung zu überwinden, da der Trog und die Gegengewichte sich im Gleichgewicht befinden.

Einfahrt in den Fahrstuhl

Für den Nachmittag hatten wir eine Bootsfahrt gebucht. Während einer Stunde fuhren wir ein Stück auf dem Kanal, um dann in den Trog einzufahren und nach oben gehoben zu werden. Dort verließen wir den Trog und fuhren zu einer nahen Wendestelle von der aus das Boot wieder in den Trog hinein fuhr. In nur 5 Minuten erreichten wir das untere Niveau und bald darauf die Schiffsanlegestelle.

Neubau Eröffnung 2025