Kakteen in Griechenland

Nach dem etliche Mitbürger auf den Peleponnes fahren, um dort zu überwintern, scheint es dort das ganze Jahr über, zu mindest an der Küste so warm zu sein, dass Kakteen dort gedeihen könnten. Ich war letztes Jahr neun Wochen in dem Land und habe vor dort auch wieder hin zu fahren, aber nicht wegen der Kakteen.

Euphorbia spinosa

Als Kakteensammler schaut man sich schon etwas genauer um, ob man nicht irgend wo Sukkulenten in der freien Natur findet. Nein, das ist glücklicher Weise nicht der Fall. Anders als in Italien haben sich die Opuntien hier noch nicht verbreitet. Die Natur ist noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Was man finden kann, das sind Euphorbien, die wohl auch ohne Unterstützung des Menschen aus Nordafrika hier eingewandert sind.

Baumartige Wolfsmilch

Diese fanden wir vor allem auf der Halbinsel Mani. Anfang Mai leuchteten die Blütenstände von zart Grün über Gelb bis kräftig Rot. Die Euphorbien wuchsen in so dichten Beständen, dass sie landschaftsprägend waren. Hier waren die Hänge so karg, dass nur noch ein paar Ziegen damit zurecht kamen.

Spanischer Mauerpfeffer

In Delphie fand ich das Sedum hispanicum in einer Mauer, das sicher auch in den Felsen oberhalb der Ausgrabungsstätte vorkommt. Das Pflänzchen wuchs ganz isoliert von anderen, so dass es sich von hier aus kaum weiter verbreiten kann.

Opuntia ficus-indica

Die Kakteen, die ich fand, wuchsen vor allem in oder um die Ortschaften. So wuchs auch an einer Stelle an der Felsküste innerhalb des Ortes Opuntia ficus-indica. Mit ihr zusammen befanden sich auch noch einige Agaven. Der Küstenstreifen war nur auf einem kurzen Stück felsig und lief dann schnell zu einem flachen Sandstrand aus. Dahin werden sich die Opuntien nicht ausbreiten können.

Cereus peruvianus var. monstrosus

Auf unseren Fahrradtouren fanden wir in einem Obstgarten am Zaun ein riesiges Exemplar von Cereus peruvianus var. monstrosus. Da diese Varietät mir als sehr blühfaul bekannt ist, schaute ich mir darauf hin die Pflanze genauer an. Ich fand nur zwei Blütenreste vom vergangenen Jahr an der Pflanze. Nun können da ja noch etliche abgefallen sein, was ich nicht nachprüfen konnte.

Opuntia microdasys

An einem unserer letzten Tage fuhren wir an diesem schönen Exemplar von einer Opuntia microdasys vorbei. Sie stand am Zaun eines Gartens und fing gerade an zu blühen. So mancher Tourist wird an dem schönen Stock vorbei gekommen sein und die feinen Glochiden (Dornenform mit Widerhaken) verflucht haben. Sie weiß sich vor Dieben zu schützen.

Aloe vera

Direkt vor dem Campingplatz stand dann noch eine Aloe vera. Wie die dort hin kam, wäre eine weitere Geschichte. Die müsste aber jemand anderes erzählen. Beim ersten Sonnenbrand könnte sie weißhäutigen Nordlichtern Linderung verschaffen. Vielleicht hat ein Stammgast sie dort eingepflanzt, da er regelmäßig seine Sonnencreme vergisst?

Ashcroft British Columbia

Heute Mittag wird es bis +3°C warm, um dann in der Nacht auf -2°C ab zu fallen, dazu kann es zu einem Mix aus Schnee und Regen kommen. Die Ortschaft liegt auf etwa 300 m über dem Meeresspiegel. Im Sommer kann die Tagestemperatur bis auf 28° ansteigen und es fallen durchschnittlich 316 mm an Niederschlag im Jahr, das ist etwa die Hälfte von dem was bei mir zu Hause fällt. Das wird wohl der Grund sein, warum bei mir ums Städtchen keine Kakteen wachsen. Übrigens liegt Ashcroft auf dem 50. Breitengrad, ebenso wie Frankfurt am Main.

Also, wir kamen von Vancouver und fuhren auf dem Highway 1 in Richtung Rocky Mountains. Du Hauptroute führt entlang des Fraser River und später in den Thompson River. Die Täler sind oft eng und die Berge rechts und links steigen bis 2500 m an. In Ashcroft hat man die Coast Mountains hinter sich gelassen, die den Regen vom Pazifik abfangen, deswegen ist es hier relativ trocken.

So schien auch für uns die Sonne und es wurde Zeit sich die Füße zu vertreten. Ausgerechnet in Ashcroft, die meisten Durchreisenden werden noch nicht mal das Ortsschild wahrnehmen, aber wir stehen unerwartet vor Kakteen, es ist bereits Juli und die Blütezeit ist vorbei.

Es ist Opuntia fragilis, die wir hier und später etwas weiter oberhalb des Kamloops Lake finden. Natürlich wachsen diese Pflanzen auch bei uns. Nur sollten wir daran denken, dass sie in ihrer Heimat viel trockener stehen, dabei haben sie keine Ausgesprochene Trockenzeit, sondern sie bekommen regelmäßig über das Jahr hinweg immer mal wieder einen Regenschauer ab. Im Winter sollten wir uns um einen Regenschutz bemühen, ein kleines Dächlein anbringen oder zu mindest darauf achten, dass die Pflanzen in gut durchlässigem Substrat stehen, dass schnell austrocknet.

Opuntia fragilis in Deutschland