Roussillon im Luberon

Von Apt aus bietet sich noch eine weitere Fahrradtour an (mit dem Auto geht´s natürlich auch), und zwar nach Roussillon. Damit ist nicht die Landschaft sondern ein Ort gemeint. Er ist nicht groß, dafür fallen seine Häuser auf. Sie sind alle in warmen Gelb- bis Rot oder Brauntönen verputzt. Roussillon bedeutet: roter Farbton und den findet man direkt beim Ort in den Ocker-Steinbrüchen.

Bleiben wir zuerst mal im Ort. Die Ockerfarben werden nicht nur zum Einfärben vom Hausputz verwendet, sondern auch bei vielen Künstlern, die diese warmen Farben verwenden. So findet man hier etliche Ateliers und in der Folge der Touristen kleine Geschäfte und Lokale. Da der Ort recht klein ist, findet man alles nah beieinander.

Die Ockerbrüche kann man auf einem Rundgang besichtigen. Dafür steigt man am Rande des Ortes hinab in den Farbkasten und genießt das Farbenspiel von Weiß bis Dunkelbraun, das grüne Laub der Blätter, den blauen Himmel und manchmal ein weißes Wölkchen. Das muss man einfach erleben, genießen, – ja wenn nicht zu viele Besucher da sind.

Am Ortsausgang befindet sich im Wald eine Farbenmanufaktur. Es ist eine Ausstellung vorhanden in der man viel über den Abbau des Ockers in der Region, der Herstellung der Farben, deren Verwendung und chemische Zusammensetzung entdecken kann. Thematisch geht die Ausstellung auch auf andere Naturfarben und ihrer Herkunft ein.

Gordes – Gòrda

Bories

Gordes, einer der „Schönsten Orte Frankreichs“ über den wir zufällig gestolpert sind. Na ja, mit dem stolpern ist das nur kopfmäßig gemeint, dafür liegt der Ort zu hoch am Berg. Immer hin so gut sichtbar, so dass wir unsere Fahrräder (E-Bikes) spontan da hinauf lenkten.

Der 1900 Seelen umfassende Ort liegt auf 115 m – 635 m Höhe (nach Wikipedia), da hat der Postbote einiges zu tun. Er liegt im Luberon, östlich von Avignon. Beim Aufstieg fuhren an dem 1977 unter Denkmalschutz gestellte „Village des Bories“ vorbei. Das sind Hütten und Mauern, die als Trocken Mauerwerk gebaut worden sind. Es sind Zeugnisse der bäuerlichen Kultur des Mittelalters. Verschiedene Häuser lassen sich besichtigen.

Wir besuchten den Ort an einem Markttag, da parkten die Autos schon weit unterhalb des eigentlichen Ortes. Der Altstadtbereich ist durch enge gepflasterte Gassen erkenntlich, die sich um eine imposante Burg gruppieren. Den Geschäften sieht man es schon an, dass hier im Sommer viele Touristen her kommen. Das Erscheinungsbild und der Flair des Ortes blieben aber bisher erhalten und lohnen so einen Besuch.

Véloroute du Calavon – Voie Verte

Also, heute geht es ums Fahrradfahren, denn in den letzten Jahren sind in Frankreich viele Fahrradwege entstanden, Broschüren findet man über all und der Zustand der Wege werden immer besser. Am komfortabelsten sind die Voie Verte, die grünen Wege befinden sich immer auf einer eigenen Trasse und häufig auf aufgelassenen Eisenbahnstrecken. Da diese nur geringe Steigungen aufweisen, sind sie vor allem für Familien mit Kindern oder wir, die Senioren geeignet.

Der Cavalon entspringt in den Alpes-de-Haute-Provence und mündet nach 87 km in der Rhone. Die Gegend durch die er fließt ist vor allem das Luberon. In dessem Zentrum liegt Apt. Mit knapp 12.000 Einwohner ist sie ein wirtschaftliches Zentrum, in dem man alles bekommt, was man so braucht, eingeschlossen gute Restaurants und Cafés. Er schlossen wurde das Gebiet einst von einer Eisenbahnstrecke. 37 km davon wurden für die Bewohner und Touristen durch eine Voie Verte zugänglich gemacht.

Wir standen für einige Tage auf dem Campingplatz in Apt. Von dort aus sind wir den Fahrradweg in beiden Richtungen abgefahren und fanden die Touren sehr abwechslungsreich. In Richtung Oste war gerade Kürbisernte und der Lavendel hatte noch mal ausgetrieben. Die Pont Julien aus dem Jahre 3 n. Chr. wurde bis zum Jahr 2005 als Teil der Landstraße betrieben. Jetzt führt der Fahrradweg da rüber.

Einige Bahnhofsgebäude erinnern noch an frühere Zeiten. Neue Besitzer haben aus ihnen Restaurants oder Galerien gemacht, die Anlass zu einem Stop bieten. – Die Strecke ist außerdem Teil der Euro Velo 8, der von Cadiz in Spanien nach Zypern führt und von diesen 5888 km sind aber bisher nur Teile fertig gestellt.

Einen guten Artikel zu meinem Blogbeitrag findet man auch hierttp://www.taz.de/!5008797/