Chateau Le Lude

Heute Morgen fuhren wir den Loir folgend in südwestliche Richtung. Wir kamen durch nette Ortschaften und an einigen Schlössern vorbei. Eines der prächtigsten hatten wir uns als Ziel heraus gesucht. Da der Campingplatz über Mittag geschlossen war, suchten wir uns etwas zu essen und gingen anschließend zum Schloss.

Der Ort Le Lude bietet nicht viel Besonderes. Am Rande des alten Ortskerns mit Blick auf den Loir liegt das Schloss, dass sich seit 1751 im Besitz ein und der selben Familie befindet. Wohl um dessen Unterhalt finanzieren zu können und um staatliche Zuschüsse zu bekommen, ist ein Teil öffentlich zugängig.

Die Entstehung des Schlosses geht bis auf das 11. Jahrhundert zurück, als man hier einen Wehrturm errichtete. Aus der Zeit sollen einige Grundmauern erhalten sein. Der eigentliche Ausbau begann zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert. So weist jede der 4 Außenfassade Merkmale einer anderen Architekturepoche auf.

Wir sind durch den Park mit seinen großzügigen Terassen hoch über dem Loir spaziert. Für den Rosengarten war es eindeutig zu spät im Jahr. Im Schloss gab es die Möglichkeit einer Führung zu folgen oder selbständig zu laufen und die Erklärungen in jedem Zimmer sich selbst durch zu lesen, die es Deutsch auslagen.

Neben prächtigen Sälen bekamen wir aus die Zimmer des Personals zu sehen. Mit den letzten Umbauten wurde auch Strom, Kalt- und Warmwasser so wie Abwasserleitungen gelegt. So können die jetzigen Besitzer den heutigen Ansprüchen gemäß hier leben.

Nach der Führung fuhren wir hier vor den Ort auf einen sehr gepflegten städtischen Campingplatz von wo aus wir die nächsten Tage Fahrradtouren unternehmen wollen, so weit das Wetter mitspielt.

Vendôme

Dieses Städtchen hatten wir heute Morgen nach nur 40 km erreicht. Von hier wären es noch mal 40 km bis Blois an der Loire, das den meisten wohl eher bekannt ist. Aber, das möchte ich ändern. Also, wir sind weiterhin an dem Loir, auf einem reizenden gut ausgestattetem Campingplatz direkt am Loir und das Zentrum vom Ort lässt sich gut zu Fuß erreichen.

Aufgefallen ist uns zuerst, dass es hier überall Parkanlagen mit noch immer reich blühenden Blumenarrangements gibt. Der Loir teilt sich mal wieder in 2 Teile auf und umfließt so die Altstadt, was im Mittelalter einen hervorragenden Schutz darstellte.

Aus dieser Zeit gibt es noch eine Burgruine, die wir noch besichtigen wollen. Heute haben wir nur eine Rundtour durch die Altstadt unternommen. Über einen Loirarm hinweg fuhren wir auf die Dreieinigkeitskirche zu, die ehemals zu einem Kloster gehörte und nun ein Museum ist.

Wir fahren am Loir entlang, schauen auf die morbiden Häuschen am anderen Ufer und erreichen das einzig erhalten gebliebene Stadttor. Einiges der Altstadt wurde im letzten Krieg zerbombt, aber nicht von den Deutschen. Freitag und Sonntag ist Markt, darauf freuen wir uns schon.

Vorerst werden wir bleiben, denn die Wetterprognosen sind unsicher und gutes Internet würden auch ein paar Regenstunden erträglich machen. Außerhalb der Altstadt befinden sich auch einige neue Gebäude, die interessant gestaltet sind bzw. eben solche Kunstwerke aufweisen können.

Fahrradtour im Loirtal

Wunderschönes Wetter lädt ein auf dem Loir-Radweg die Gegend zu erkunden. Das ist ja auch der eigentliche Grund weswegen wir diesen Campingplatz heraus gesucht haben. Im Radtourenführer vom Informationszentrum ist nicht nur der Loir-Radweg sondern noch einige andere „Boucle“, wie der Franzose für kürzere Rundwegen sagt, verzeichnet.

Moulin

Gleich vor dem Campingplatz ist zum Boucle 21 ausgezeichnet, den Weg nehmen wir und erreichen nach kurzer Strecke eine romantisch gelegene Mühle. In der Stadt zweigen wir dann auf den Boucle 20 (alle sind gut miteinander vernetzt), um am Ufer des Loir nach Süden zu fahren. Hier ist es angenehm schattig. Verstreut liegen hier einzelne Gehöfte, in einem Brennsesselfeld ein altes Kirchlein bis plötzlich die Straße aufhört und ein langer Holzsteg über einen Arm des Loir führt.

Wir folgen dem Hinweis zu einem nahen Schloss, mehr ein Bauernhof mit Herrenhaus und Gartenanlage. Die Besitzerin öffnete gerade das Tor und stellt fest, dass alles privat ist und es nichts zu sehen gibt.

Ein Stück weiter sehen wir aber das nächste Schloss hoch über dem Loir liegen: in Montigny-le-Gannelon. Unten am Loir entdecken wir einen Kunstgarten und als Kontrast dazu ein Haus, dass sich jemand in den Berg hinein gebaut hat. Wir kommen in den Bereich des Tuffsteins, wo man häufig Keller oder wie hier das ganze Haus in den Steilhang hinein gegraben hat.

Unser Tourende, besser Umkehrpunkt war Cloyes-sur-le-Loir. Ein unauffälliger netter Ort, wo wir ein Restaurant fanden. Sie boten ein Menue an: Zur Vorspeise wählten wir Schinken mit Melone und Salat, als Hauptspeise Hühnchen in Champignonrahmsoße und Brokolimus, bzw. Colin (Fisch) mit verschiedenem Gemüse, Nachtisch 2 verschiedene Süßigkeiten oder Ricotta, das jeweils für 21 € pro Person, war einfach gut.

St Hilaire-sur-Yerre

Auf der Rückfahrt entdeckten wir noch Gemälde an Hauswänden in einem Ort, das uns bewies, dass es richtig ist, jeden Weg in beiden Richtungen zu befahren. – Das Fahrrad von obensieht man noch rechts vom Auto rausschauen, alles gemalt!