Hintergrundmodelle: Platz und Geld sparen

In meinem letzten Beitrag ging es um kleine Rangieranlagen. Hier aber nicht nur dort kommt man schnell zu Platzproblemen, wenn es um Industrieanlagen geht. Wie soll man das einiger Maßen stimmig umsetzen?

Mein erster Tipp ist, nur das darstellen, was eisenbahnmäßig relevant ist. Wo wird entladen, bzw. beladen? Diese Gebäude oder Areale kommen an die Bahnsteigkante. Für die eigentlichen Produktionsanlagen reicht ein Foto, das man an die Rückwand klebt. Dafür gibt es genügend Vorlagen im Internet und eine kleine Druckerei erstellt an Hand einer Datei auf dem Stick ein schönes Bild.

Mein nächster Tipp ist, nicht das Gebäude in voller Tiefe bauen. Die Vorderfront und maximal 3 cm von den Seitenwänden genügen, wenn die Gebäude im Hintergrund stehen. Zur Stabilität sollte man eine Polystyrolplatte vom Baumarkt als Rückwand verwenden und vielleicht auch die Geschossböden einziehen, die gleich als Halterung für eine Beleuchtung dienen können. Die übrig gebliebene Rückwand lässt sich häufig als weitere Vorderfront nutzen, denn bei Industriebauten gibt es selten eine typische Rückseite.

In Europa noch nicht üblich sind Industriebauten, die von vorne herein als Hintergrundmodelle angeboten werden. Walthers www.walthers.com bietet einige interessante Bausätze an, die ohne Probleme auch auf eine europäische Modelleisenbahn passen. Dazu gibt es einen Onlineshop, aber es gibt auch ein paar Modellbahnläden in Deutschland, die das Programm anbieten und einem die Zollformalitäten abnehmen. Wie es aussieht vertreibt Faller auch Produkte von Walthers, vermutlich nur einen Teil, denn der Kaktalog ist mehrere hundert Seiten stark.

Noch mal zurück zu den Hintergrundmotiven, es gibt Anbieter die bieten ausdruckbare Fotos von Gebäuden an, die direkt vor die Hintergrundkulisse gestellt oder geklebt werden. Diese werden auf gutem Papier in bester Qualität selber ausgedruckt oder man lässt das einen Druckladen machen. Diese werden ausgeschnitten und auf eine etwa 1 cm dicke Platte (Styrodur oder ähnlichem) geklebt, nochmals den Konturen entlang ausschneiden und die Ränder schwarz anmalen. Wer die Illusion weiter treiben möchte, klebt eine Laderampe davor oder ein kleines Dächlein, um dem Ganze etwas Dreidimensionalität zu vermitteln. Ein paar Grasbüschel, etwas Müll, ein Firmenschild und schon kann der erste Wagen davor rollen.

Noch kurz zum Titelbild: Einen Containerbahnhof dar zu stellen kostet viel Geld. Dafür hatte ich weder Platz noch Geld. So suchte ich nach Bildern im Internet, lud sie runter, vergrößerte oder verkleinerte, druckte und schnitt, puzzelte eine weile herum, bis es mir passend erschien und klebte die teile an den Hintergrund und war verblüfft welche Tiefe dieser Anlagenteil bekam.