Heißer Abschied in New York

Das Wohnmobil war schon am Vortag geputzt worden. Auch waren die Koffer gepackt, die Reisekleidung zur Seite gelegt, die Unterlagen für das Miet-Wohnmobil lagen bereit wie auch der Voucher für den Flug. So ging es recht zügig vorwärts nach dem der Wecker um 6 Uhr klingelte.

Noch mal frühstücken, alle angebrochenen Lebensmittel entsorgen, die Tanks des Wohnmobils zum letzten Mal leeren und dann die Vermieter-Adresse ins GPS eingeben. Was waren wir gut in der Zeitplanung. Leider war die Wegplanung nicht ganz so einfach, da es um New York herum etliche Mautstraßen gibt, die wir nicht fahren durften, so bald sie nur eine elektronische Erfassung und Abbuchung vorsehen.

So kam es dann, dass wir plötzlich vor einer nur 9 Fuss hohen Unterführung standen, umdrehen mussten und dann half kein GPS mehr, den das bestand auf dem einmal gefundenen Weg. Natürlich haben wir es ausgetrickst, aber das hat uns sehr viel Zeit gekostet und der Abgabetermin war nicht mehr zu halten. Damit drückten die Angestellten ein Auge zu und bald saßen wir im Taxi und ließen uns zum Flughafen bringen.

Ellis Island

Dort konnten wir die Koffer zum Teil selber einchecken. Es wird immer mehr am Personal gespart. Aber mal ohne Koffer suchten wir uns ein Taxi, dass uns zu einem Statepark gegenüber der „Liberty“ bringen sollte. Im Taxi zeigte das Außenthermometer 94°F, etwa 34°C an. Dazu blies ein stürmischer Süd-Ost-Wind.

Wir aßen noch mal in einem Diner und liefen den Kilometer bis zum Ende des State Parks. Von hier hatte man einen schönen Blick auf den Rücken der Freiheitsstatue, die ja den Ankommenden entgegen blickt und wir waren ja die Abreisenden.

Von hier gibt es eine schöne Promenade auf Brettern und von Laternen gesäumt, die bis zum Penn-Central Bahnhof führt. Wir liefen an der Freiheitsstatue vorbei und dann an Ellis Island, der Quarantäne-Station für die Einwanderer und immer näher kamen wir den Hochhäusern von Manhatten. Im Norden wurde es langsam immer dunkler und wir waren froh, dass uns jemand im Bahnhofs-Museum ein Taxi rief.

Zwei „Damen“ in einem kleinen Transporter hielten ein Taxi-Schild hoch, draußen stand Airportshuttle dran. Die Damen unterhielten sich arabisch, so sagten sie uns. Ich habe das Gefühl, dass es jiddisch war. Die Fahrerin kassierte per Kreditkarte beim Fahren, danach musste sie eifrig telefonieren, während sie einhändig auf schmaler Spur von einer Seite auf die andere pendelte, laufend die Spur wechselte in dem sie sich rigoros zwischen andere Autos drängelte.

Penn-Central – Station

Wir waren nicht nur wegen der Hitze schweiß nass, als wir heil am Flughafen ankamen, aber wir wollten doch während der letzten Stunden noch was erleben. – Jetzt sitze ich zu Hause an meinem Schreibtisch. Es war wohl die letzte Tour in die USA. Wir haben viel gesehen, hatten wunderschöne Erlebnisse, aber unser Ding sind die menschenleeren Weiten von Montana bis Arizona, das ist das, was wir in Westeuropa so überhaupt nicht kennen.

Newark Airport

Vielen Dank fürs Lesen des Berichtes und auch für einige Kommentare, die mich gefreut haben. Auf wiederlesen im nächsten Frühjahr mit einer Tour nach Kalabrien.