Gestern Abend nach Sonnenuntergang wurde uns noch ein Farbspektakel auf dem Campingplatz geboten. Deshalb musste ich auch noch mal den Aussichtsturm besteigen.


Die Nacht war sehr ruhig und ausgeruht beschlossen wir weiter zu fahren, da sich keine interessante Fahrradtour anbot. Auch in die Stadt wollten wir nicht. Es wird zwar viel Fahrrad gefahren, nur hat das mit unseren Gewohnheiten wenig zu tun, und wir wollten ja ohne Blessuren weiter kommen.

Dass man schnell in Schwierigkeiten kommen kann, erlebten wir schon nach wenigen Kilometern in Richtung Tirana: Mehrere demolierte Autos, ein Wohnmobil kopfüber im Graben, mehrere Sankas, da hat mal wieder jemand überholt, wo es verboten ist. Ähnliche Situationen haben wir mehrere erlebt. Da hilft nur ein gutes Reaktionsvermögen.


In Albanien gelten sehr enge Regeln: 40 km/h im Ort, 80 max. auf der Landstraße. Wir haben mehrere Kontrollen erlebt und trotzdem wird oft gerast, meist mit deutschen „Prämiumwagen“.


Tirana ist weiterhin eine Katastrophe, vor allem weil in zweiter Reihe laufend geparkt wird, dazu ist die Straße sehr schlecht und fast jeder drängelt in die sich auftuende Lücke hinein. Aber Albanien ist auch das Land der Gegensätze, der Eselskarren gehört genauso zum Straßenbild wie die Stretch-Limousine, die Bauruine wie das Pallasthotel. Hübsche Restaurants mit preiswerten Speisen wie die Straßenhändler.


In Tirana konnten wir tolle Streetart Gemälde nur im Vorbeifahren bewundern, in Elbasan fand ich sogar eine Parkmöglichkeit. Dann ging es in die Berge. Zwei heftige Pässe waren zu bezwingen, dann hatten wir endlich einen Blick auf den Ohritsee (die Schreibweise unterscheidet sich, ob man den See von Albanien oder Nord-Mezedonien betrachtet). Am Ortsende von Pogradec, kurz vor der Grenze, fanden wir einen kleinen Campingplatz, wo wir uns erst mal entspannen. (Titelbild ist ein Blick von der Passstraße auf den Ohritsee.)
